Hier meine Rezension:
„Der Golem“ ist eigentlich eine Geschichte in der Geschichte. Ein unbekannter Erzähler ist nach Prag auf Besuch gekommen und liest vor dem Einschlafen noch in einem Buch über das Leben von Buddha Gotama. Daraufhin schläft er ein, doch es ist ein unruhiger Schlaf, in den er fällt. Er erlebt in seinem Traum das Leben des Gemmenschneiders Athanasius Pernath, einem Einwohner des Prager Ghettos Ende des 19. Jahrhunderts.
Pernath bekommt eines Tages Besuch von einer seltsamen Gestalt, die ihm das Buch Ibbur bringt und bald darauf wieder verschwindet. Der Gemmenschneider liest in dem Buch, nichts ahnend, dass sich daraufhin sein Leben komplett verändern wird. Er hat den Verdacht, die mysteriöse Gestalt sei vielleicht der Golem gewesen, eine seelenlose Figur aus Lehm und Ton, die alle 33 Jahre im Prager Ghetto umgehen soll und einst als Beschützer der Juden von Rabbi Löw geschaffen wurde.
Doch es bleibt weiter seltsam. Der unbescholtene Pernath wird in Intrigen verwickelt, die ihn schließlich sogar für einige Zeit ins Gefängnis bringen, weil er des Raubmordes verdächtigt wird. Außerdem verliebt er sich in Mirjam, die Tochter des Archivars Hillel, mit dem ihn eine ungewöhnliche Freundschaft verbindet. Dann ist da noch Charousek, ein armer Medizinstudent, der einen persönlichen Rachefeldzug gegen den Trödler Aaron Wassertrum führt, für den er Pernath gewinnen möchte.
Das Buch „Der Golem“ ist eine phantastische Geschichte mit vielen Traumelementen, Halluzinationen und Symbolen. Man begleitet Meister Pernath beim Versuch, eben jene zu entschlüsseln und zu verstehen und auf seiner Reise in sein Selbst. Gerade weil die Grenzen zwischen den Erzählungen, den Geschehnissen in der Geschichte und diesen phantastischen Elementen oftmals verschwinden, wird Spannung aufgebaut. Die Geschichte ist nicht allzu leichte Kost, doch man hat damit etwas, das sicher nicht spurlos an einem vorübergeht.
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Sondereinband: 320 Seiten
Verlag: Langen/Müller; Auflage: 2., Aufl. (November 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3784424988
