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Autor Thema: Amin Maalouf - Der Mann aus Mesopotamien  (Gelesen 772 mal)

nikki

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Amin Maalouf - Der Mann aus Mesopotamien
« am: 06. Juli 2007, 10:59:20 »

Hallo!

Am 14.04.216 nach christlicher Zeitrechnung wird in Mesopotamien Mani geboren. Kurz vor seiner Geburt verließ sein Vater Pattig seine Frau Miriam, um sich einer Sekte anzuschließen, die keine Frauen in ihrer Gemeinschaft duldete. Im Alter von vier Jahren wurde Mani von seinem Vater abgeholt und in die Sekte eingeführt. Mani wuchs in dieser strengen Umgebung auf, wo jedes Begehren und jede Leidenschaft als Sünde galt und bestraft wurde. Aber er verschaffte sich Momente der Einsamkeit am Tigrisufer, wo er stundenlang mit seinem zweiten Ich Gespräche führen konnte und auch seine ersten Visionen hatte. Im Alter von 24 verließ er schließlich die Sekte, um seine eigene Lehre zu verkünden. Sein Vater Pattig und seiner treuer Freund Malchos folgten ihnen auf seinen Wegen und die Gesellschaft schien ihm mit Wohlwollen zu begegnen. Unter Schapur, dem mächtigen Perserkönig, durfte Mani seine Religion im gesamten Sassanidenreich verkünden.
„Ich respektiere jeden Glauben, und genau das ist in aller Augen mein Frevel. [...] Und ich, Mani, der ich aller Freund sein möchte, werde sie bald alle zu Feinden haben. Mein Verbrechen ist, daß ich sie zur Versöhnung bewegen will. Das werde ich bezahlen müssen. Denn um mich zu verdammen, werden sie sich zusammentun.“
Leider durfte Mani auch mit dieser Vision Recht behalten. Nach Schapurs Tod wurde er verhaftet und starb am 02.03.274.

„Wenn aber die Menschen einmal aller Riten, Mythen und Verwünschungen überdrüssig sind, dann werden sie sich daran erinnern, daß eines Tages, zur Zeit des großen Schapur, ein demütiger Sterblicher einen Ruf durch die Welt ertönen ließ.“

Amin Maalouf versteht es, sehr lebendig und spannend zu erzählen. Er schafft es, das damalige Leben zu skizzieren und Einblicke in Manis Lehre zu liefern, ohne den Leser mit all zu vielen Details zu ermüden. Im Ägypten wurde Mani der "Apostel Jesu" und in China "Buddha des Lichts" genannt. Inzwischen ist sein Ruf ziemlich verklungen und in Vergessenheit geraten. Geblieben sind aber die Begriffe "manichäisch" und "Manichäismus", die Amin Maalouf zufolge, "in verschiedenen Sprachen nichts weiter sind als ein Synonym für Schwarzweißmalerei." Es ist ein Anliegen des Schriftstellers aufzuzeigen, dass Mani weit mehr war als ein Vertreter eines Dualismus und mit seinem Buch gelingt es ihm, ein differenzierteres Bild des Mannes aus Babel zu zeichnen.

Ein toller historischer Roman - wie so vieles von Maalouf.

Liebe Grüße
nikki

 



« Letzte Änderung: 06. Juli 2007, 13:04:16 von nikki »
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dyke

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Re: Amin Maalouf - Der Mann aus Mesopotamien
« Antwort #1 am: 06. Juli 2007, 11:58:09 »

Hallo nikki,

ich kann Dir nur von ganzem Herzen zustimmen. ich habe den Roman letztes Jahr gelesen und er gehörte zu meinen Jahres-Highlights und bekommt damit

 5ratten

Einen Nachteil hat der Roman allerdings: Danach ist man für längere Zeit für die aktuelle Schwemme historischer Romane (das sogenannte "...in-Genre") komplett versaut.

Absolute Leseempfehlung



von Dyke - der natürlich eine ältere Ausgabe gelesen hat
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nikki

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Re: Amin Maalouf - Der Mann aus Mesopotamien
« Antwort #2 am: 06. Juli 2007, 13:12:39 »

Hallo dyke!

Es freut mich, dass Dir das Buch auch so gut gefallen hat. Maalouf zu lesen ist wirklich ein Genuß. Und danke für den Amazonlink, das hatte ich völlig vergessen.

Einen Nachteil hat der Roman allerdings: Danach ist man für längere Zeit für die aktuelle Schwemme historischer Romane (das sogenannte "...in-Genre") komplett versaut.

Muss das wirklich ein Nachteil sein?  :breitgrins:

Liebe Grüße
nikki
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Aldawen

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Re: Amin Maalouf - Der Mann aus Mesopotamien
« Antwort #3 am: 06. Juli 2007, 16:47:37 »

Wieder ein Buch, das auf meine Wunschliste wandert. Ich habe schon einiges über Maalouf gelesen, aber leider noch nichts von ihm, obwohl Die Häfen der Levante schon einige Zeit bei mir subt. Da Ihr die positiven Meinungen, die ich über seine Werke gehört habe, bestätigt, werde ich ihn höher in meinem Lesestapel positionieren  :smile:

Schönen Gruß,
Aldawen
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Der Mund ist der Palast der Worte. – Sprichwort aus Ostafrika