Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten  (Gelesen 4141 mal)

dyke

  • Bücherhörnchen
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 215
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #15 am: 20. Februar 2004, 18:07:44 »

Zufällig gefunden:

Die deutsche Bildungskatastrophe - Georg Picht und die Reformdebatte der 60er Jahre  

http://www.dradio.de/dlr/sendungen/merkmal/230644/

also nix neues in diesem unserem Staate

ein erspriesliches Wochenende

wünscht Dyke
Gespeichert

Wendy

  • Literatech
  • Magazinteam
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 5014
    • Mein Blog
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #16 am: 12. April 2004, 22:41:43 »

Eigentlich dürfte ich ja nicht mitreden, ich lebe nicht in Deutschland. Aber auch als Ösi (wie ihr uns so gerne nennt  :smile: ) hab ich eine Meinung dazu.

Und zwar habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Deutschen, die (wie ihr alle eigentlich) Wert auf Bildung legen und was "aus sich machen wollen" alle SEHR viel Wert darauf legen und wirklich das BESTE aus sich machen wollen. Und die anderen... naja, soooo viele kenn ich ja nun wieder nicht, aber es gibt auch bei uns die Sorte von Mensch, die auf alles pfeift und sich denkt: wird schon irgendwas dabei rauskommen.

Auf die Gefahr hin, trotz meines geringen alters (18) konservativ zu klingen, denke ich, dass solche Dinge FAST nur mit der Erziehung zusammen hängen.

In meiner Familie ist immer viel gelesen worden, der Fernseher war mehr so ein Zusatzding, das man gebrauchte, wenn die Sonne nicht schien und sich sonst nichts zur Unterhaltung fand. Und meine Eltern haben mir immer schon gepredigt, wie wichtig die Schule ist und, dass ich gute Noten hab, etc. etc.
Und ich glaube, dass der Bildungsstand in Deutschland vielleicht etwas damit zu tun hat, dass sehr viele Familien (in Österreich genauso!) nicht mehr richtig funktionieren. Ihr wisst alle, was ich meine. Die meisten Eltern sind sowieso geschieden, die Mutter vielleicht wieder verheiratet, hat aber so viel Stress mit der Arbeit, dass sie grade noch dazu kommt, die lieben Kleinen in die Schule zu fahren und wieder abzuholen. Am Abend wirft sie sich geschafft auf die Couch und kümmert sich nicht wirklich drum ob, und wenn ja, was ihre Kinder so im Fernsehen gucken.
Nur ein Beispiel-Szenario.

Aber vielleicht liege ich auch falsch und suche nur Entschuldigungen. Außerdem... so schlecht gebildet ist Deutschland auch wieder nicht. Meine Freundin war ein halbes Jahr in Amerika und DORT sind sie echt unter jeder Sau ('tschuldigung, aber das musste mal gesagt werden)
Gespeichert
Jahresziel: 50/100
SLW 2012: 4/10
Mein Blog

Kringel

  • Gast
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #17 am: 13. April 2004, 07:57:47 »

Hm, in meiner Familie wurde sehr wenig gelesen (und wenn, dann hauptsächlich die Bibel)... Das kann bei mir also nicht ausschlaggebend gewesen sein...
Gespeichert

Wendy

  • Literatech
  • Magazinteam
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 5014
    • Mein Blog
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #18 am: 13. April 2004, 12:02:53 »

Zitat von: Kringel
Hm, in meiner Familie wurde sehr wenig gelesen (und wenn, dann hauptsächlich die Bibel)... Das kann bei mir also nicht ausschlaggebend gewesen sein...


Ich sag ja, ich kann mich irren. Oder du bist einfach ein Glückskind, dass du selbst so gerne liest  :zwinker:
Gespeichert
Jahresziel: 50/100
SLW 2012: 4/10
Mein Blog

Kringel

  • Gast
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #19 am: 13. April 2004, 12:13:48 »

Möglicherweise war die "Erziehung" doch in gewissem Sinne verantwortlich dafür. Eben WEIL nur religiöses Zeuch gelesen wurde - da wollte ich vielleicht irgendwann einfach mal was anderes lesen. So richtig angefangen hat es bei mir aber erst, als ich in den frühen Achtzigern SF/Fantasy entdeckt habe.
Gespeichert

Wendy

  • Literatech
  • Magazinteam
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 5014
    • Mein Blog
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #20 am: 13. April 2004, 12:55:49 »

Zum Glück haben mich meine Eltern von allem überflüssig religösem verschont *g*
Ich hab mit der "Knickerbocker Bande" angefangen, so richtig viel zu lesen. Kennst du die? In Österreich ist das der Kult, wenn man ein Kind ist. Jeder den ich kenne, hat die Bücher gelesen  :breitgrins:
Aber verliebt hab ich mich in Bücher auch erst, als ich Fantasy für mich entdeckt hatte. Das war allerdings erst in den 90ern, weil ich ja erst 86 geboren bin  :redface:
Gespeichert
Jahresziel: 50/100
SLW 2012: 4/10
Mein Blog

Kringel

  • Gast
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #21 am: 13. April 2004, 13:09:29 »

Ich glaube, von der Knickerbockerbande habe ich mal ein Hörspiel gehört, aber ein Buch aus der Serie habe ich nie gelesen.
Mein Werdegang (abseits von religiösem Kram und Comics) war ganz am Anfang meiner "Sucht" in etwa so:

Märchensammlungen
Mecki-Bücher
Deutsche und griechische Heldensagen
Karl May
Der kleine Hobbit
John Sinclair
Perry Rhodan
Der Herr der Ringe

Und damit ging es dann richtig los.
Gespeichert

elahub

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 233
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #22 am: 13. April 2004, 21:31:39 »

Hallo allerseits
Hallo Wendy

Zitat
Zum Glück haben mich meine Eltern von allem überflüssig religösem verschont *g*


Wo  ziehst Du  (oder Deine Eltern) denn da die Grenze?

Ich war auch mal auf dem Dampfer, dass Lesen = Bildung.  Mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass die Dinge so einfach liegen.  Denn da kommt es ja auch immer ein wenig darauf an, in was ich mich bilden will und was ich lese ...

Mathematische Formelbücher waren jedenfalls nie meine Lieblingsliteratur  :zwinker:

 :winken:

Daniela
Gespeichert
bitte wühlt bei booklooker mal in meinen Angeboten (elahub) - ich verkaufe für die Katzenhilfe Göttingen :) -

Bluebell

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1776
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #23 am: 14. April 2004, 11:00:17 »

Servus Wendy,

ich bin auch eine Österreicherin (Jahrgang 1982)!  :winken:

Jaja, das Knickerbockerbande-Phänomen ist an mir auch nicht spurlos vorübergegangen!  :breitgrins: So ungefähr bis Nr. 35 besitze ich jeden einzelnen Band - dann bin ich schön langsam aus der Serie rausgewachsen. Davor war es die 5-Freunde-Sammlung meines Onkels, die ich mehrmals verschlungen habe. Mein erstes Knickerbocker-Buch habe ich dann so mit 7 oder 8 Jahren geschenkt bekommen, als ich die 5 Freunde teilweise echt schon auswendig herbeten konnte ...  :rollen:

Die Vorbildwirkung kann es aber auch in meinem Fall nicht sein, weil sowohl meine Eltern als auch meine Großeltern mütterlicherseits, bei denen ich in meiner Kindheit sehr viel Zeit verbracht habe, selbst kaum lesen. Allerdings wurde mir, als ich klein war, immer sehr viel vorgelesen, und vielleicht hat das in Zusammenhang mit den Erbanlagen von meinen Großeltern väterlicherseits, die eine ganz mit Bücherregalen verbaute Wohnzimmerwand haben, meinen Tick ausgelöst!  :zwinker:  

Du bist doch die, die gerade überlegt, ob sie Mathematik studieren soll? Überleg dir das sehr gut. Du scheinst ja auch sprachlich begabt zu sein und schreibst auch selbst, gell? Bei mir war es in der Schulzeit auch so, dass ich eigentlich in allen Fächern überdurchschnittlich gut war, aber für Deutsch, Englisch und Latein ein besonderes Talent hatte. Ich habe sogar einmal an einer Hochbegabtenförderung in Deutsch teilgenommen, studiere jetzt aber eine technische Naturwissenschaft. Es gefällt mir auch sehr gut, es ist wirklich ein superinteressantes Studium und die Berufsaussichten sind um Häuser besser als bei sämtlichen Geisteswissenschaften zusammen, aber ab und zu gibt's mir schon einen Stich, wenn ich mit Germanistik- oder Kunstgeschichtestudenten zusammenkomme. Aber andererseits geht's mir auch bei Medizin- und Psychologiestudenten so, und man kann ja wirklich nicht alles haben! Manchmal beneide ich echt diejenigen aus meinem Freundeskreis, bei denen praktisch immer schon klar war: dieser Beruf wird es einmal, und kein anderer! Wenn man ganz genau weiß, was man will, vereinfacht das die Sache schon ungemein. Aber so ein unentschlossenes Springinkerl wie ich, das am liebsten auf siebzehn Hochzeiten gleichzeitig tanzen würde ...  :elch:
Ich wünsch dir jedenfalls die richtige Intuition bei der Entscheidung für dein weiteres Leben.

Bis bald,
Bluebell

Eines noch: bist du das auf dem Foto? Wie ist es entstanden, wurde da gegen eine Glasscheibe fotografiert, oder hast du das Bild nachträglich bearbeitet? Sieht jedenfalls hübsch aus!  :smile:
Gespeichert
"Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."

Wendy

  • Literatech
  • Magazinteam
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 5014
    • Mein Blog
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #24 am: 14. April 2004, 16:41:44 »

Zitat von: Bluebell
Servus Wendy,

ich bin auch eine Österreicherin (Jahrgang 1982)!  :winken:

Jaja, das Knickerbockerbande-Phänomen ist an mir auch nicht spurlos vorübergegangen!  :breitgrins: So ungefähr bis Nr. 35 besitze ich jeden einzelnen Band - dann bin ich schön langsam aus der Serie rausgewachsen.


Kommt mir bekannt vor. Ich hab auch ungefähr so viele und noch alle dicken Extrabände zum selber mitraten  :smile:

Zitat von: Bluebell
Du bist doch die, die gerade überlegt, ob sie Mathematik studieren soll?


 :entsetzt: Ne, da hast du mich verwechselt! Ich bin froh, wenn ich in Mathe durchkomme und glaube wirklich nicht, dass ich mich (abgesehen von Buchpreisen) nach der Schule noch recht viel mit Zahlen beschäftigen werde  :smile:

Wie du richtig erkannt hast (wie eigentlich???) liegen meine Talente eher bei den Sprachen und die werde ich wahrscheinlich auch studieren. Ist aber sehr lieb von dir, mir Tipps zu geben - ich nehme gerne jeden Rat an  :bussi:

Zitat von: Bluebell
Eines noch: bist du das auf dem Foto? Wie ist es entstanden, wurde da gegen eine Glasscheibe fotografiert, oder hast du das Bild nachträglich bearbeitet? Sieht jedenfalls hübsch aus!  :smile:


Nein, bin ich nicht. Das ist ein Bild von einem Buchcover (große Überraschung!) von meiner Lieblingsbuchserie "Fearless" von Francine Pascal. Ist nur irgendein Model, das die Hauptperson "spielt", aber mir gefällt die Art wie das Bild verschwommen worden ist (das war jetzt kein schönes Deutsch  :redface: ) - deshalb hab ich's oft als Avatar.

 :blume: Wendy
Gespeichert
Jahresziel: 50/100
SLW 2012: 4/10
Mein Blog

Anna

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 89
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #25 am: 15. April 2004, 17:32:36 »

Ich war die mit der Mathematik. :zwinker:

Und mir geht es recht ähnlich wie es dir in deiner Schulzeit erging, Bluebell. Ich schreibe in jedem Fach gute Noten und bin auch meist sehr interessiert, sie es Deutsch, Mathe oder Erdkunde. Die Wahl der Fächer für den 12. Jahrgang wird die reinste Qual. LKs wählen, Fächer abgeben.. :sauer:
Am liebsten würde ich alles weitermachen, aber das lässt mein Stundenplan gar nicht zu. Ich hatte dieses Jahr schon verdammtes Glück, dass ich drei Fremdsprachen belegen konnte.


Aber zum Thema:
Die Vorbildfunktion war es bei mir auch nicht, die mich zum Lesen brachte. Meine Familie schaut bis auf 1-2 Ausnahmen sehr viel lieber fern.  :rollen:
Die Vielleser aus meinem Freundeskreis stammen zumeist auch aus Familien, in denen sehr wenig gelesen wird, sehr häufig auch aus zerrüteten Familienverhältnissen.
Gespeichert

Sandra

  • Gast
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #26 am: 15. April 2004, 18:13:10 »

Hallo allerseits,

also nach der Erziehungstheorie dürfte ich eigentlich auch nicht so lesebegeistert sein. Meine Eltern sind eher die Gartenfreunde, weniger die großen Leser (bzw. interessehalber jetzt nicht mehr).
Das heißt aber nicht, dass sie nicht gebildet wären. Sie kennen sich eben in anderen Dingen besser aus, mal von der Lebenserfahrung ganz abgesehen.
Man muss nicht massenweise Bücher lesen, um gebildet zu sein. Ich selbst würde mich jedenfalls nicht so bezeichnen und es kommt vielleicht auch darauf an, worin man eigentlich etwas dazulernen möchte bzw. was man liest.

Gruß Sandra :winken:
Gespeichert

Wendy

  • Literatech
  • Magazinteam
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 5014
    • Mein Blog
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #27 am: 15. April 2004, 18:16:28 »

Na gut, ihr habt gewonnen  :smile:

Geben wir die Erziehungstheorie auf. Wenn ich's mir so recht überlege... meine Geschwister lesen eigentlich auch erst seit Harry Potter *grübel*
Vielleicht ist das einfach Glückssache, ob man ein Vielleser wird oder nicht. Gibt ja auch Leute, die einfach so rote Haare haben, obwohl jeder in der Familie brauen Haare hat...wobei das dann wieder mit den Genen zusammenhängt.

Ich glaube, ich lasse es für heute  :rollen:
Gespeichert
Jahresziel: 50/100
SLW 2012: 4/10
Mein Blog

Sandra

  • Gast
Deutschland - Land der Dichter und Denker oder Analphabeten
« Antwort #28 am: 15. April 2004, 18:30:30 »

Hallo Wendy,

Na, ich denke schon auch, das an der Erziehungstheorie was dran ist. Es heißt ja nicht umsonst "der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", ich für meinen Teil denke nur, dass das nicht der einzige Aspekt ist.

Gruß Sandra
Gespeichert