Rezensionen von Dana K.

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Kinder- & Jugendbücher
 
2012-06-13 10:23:34 Dana K.
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5.0
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5.0
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5.0
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5.0
Von Dana K.    13 Juni 2012
Top 100 Rezensent  -  

Nina Blazon - Wolfszeit

Frankreich im 18. Jahrhundert. Eine Bestie wütet im Gévaudan, tötet Frauen und Kinder auf brutale Art und Weise und hält die Menschen über Monate und Jahre in Angst und Schrecken. Den jungen Naturforscher und talentierten Zeichner Thomas aus Versailles zieht es ins Abenteuer. Er schafft es, mit der Delegation des Königs ins Gévaudan geschickt zu werden. Doch stellt sich heraus, dass die Jagd nach der Bestie schwieriger ist, als die Herren Jäger angenommen hatten. So töten sie einen Wolf nach dem anderen, die Morde aber hören nicht auf.

Nina Blazon hat sich in die Vergangenheit begeben, minutiös recherchiert und uns hier ihre Version dieser nach wie vor unaufgeklärten Mordserie präsentiert. Eine schöne Liebesgeschichte zum drüberstreuen und fertig ist der Roman. Es war mein erster Nina Blazon und wird nicht mein letzter bleiben. Ich hatte großen Spaß daran, mit Thomas auf den Spuren der Bestie zu gehen. Die Geschichte war bis zum Ende spannend, die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen (manche auch nicht – diese habe ich dann verdächtigt) und die Gegend ist so gut beschrieben, dass ich - jetzt, da die Bestie nicht mehr wütet - gerne hinreisen möchte.

Das Buch - ein historischer Kriminalroman mit kleiner Romanze - ist Lesegenuss für Liebhaber jeglicher Genres. Ich kann es wärmstens empfehlen!


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Fantasy & Phantastik
 
2012-05-21 20:21:19 Dana K.
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4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
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5.0
Von Dana K.    21 Mai 2012
Top 100 Rezensent  -  

Ode an die Barbarei

In 19 Kapiteln / Kurzgeschichten wird hier die Geschichte eines stummen, namenlosen Barbaren erzählt. Er wandert durch eine mittelalterlich anmutende Welt und stolpert von Kapitel zu Kapitel in neue Geschichten. Die Dinge geschehen ihm und er lässt es zu. Aufträge werden ihm erteilt und er nimmt sie an. Wenn er genug hat, zieht er weiter, meistens über Leichen, hinter ihm eine beachtliche, barbarische Blutspur. Der Barbar überwindet jedes Hindernis, Gefühle sind ihm fremd, zwischenmenschliche Beziehungen braucht er nicht.

Die erklärte Hommage an Robert E. Howards "Conan" (den ich weder gelesen noch gesehen habe) ist derartig wortgewaltig, dass sich vor meinem inneren Auge der alternative Titel „Ode an den Barbaren“ aufdrängte. Die Poesie der Sprache steht dabei in krassem Gegensatz zu der rohen, gewalttätigen Handlung.

Tobias O. Meißner hat den Lesern mit „Barbarendämmerung“ einiges mehr zu bieten als Horror-Splatter. Da wäre zum einen eine spannende, unterhaltsame Geschichte. An manchen Stellen hat sie die Grenzen des Erträglichen für mich ausgelotet, allerdings muss man in einem barbarischen Buch schon auf Gewalt gefasst sein. Die Sprache, die uns die Geschichte erzählt ist absolut meisterhaft. Es wimmelt nur so von Sätzen und Wendungen, die man zitieren möchte, stellenweise findet sich auch, der brutalen Handlung zum Trotz, subtiler Humor in den Wörtern. Zu guter Letzt muss man sich immerzu fragen: Wer ist denn nun barbarisch? Der namenlose, alles und jeden niedermetzelnde Kraftprotz oder die mutmaßlich zivilisierten? Über die Lektüre hinaus regt das Buch zum Nachdenken an.

Abgesehen von einem Kapitel, das die Grenzen der Zumutbarkeit bei mir überschritten hat (und das ich ohne Probleme aufgrund des episodenhaften Aufbaus überfliegen konnte) hat mich noch eines irritiert: Die Motivation des Barbaren war für mich oft nicht nachvollziehbar. Was ist sein Ziel? Warum kann er in der einen Situation seine Kraft nicht kontrollieren bzw. dosieren, in einer anderen aber jede Bewegung präzise ausführen?

Insgesamt ist „Barbarendämmerung“ allein schon wegen der Sprache, ein großartiges Buch.

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Kinder- & Jugendbücher
 
2012-02-21 21:38:54 Dana K.
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5.0
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Von Dana K.    21 Februar 2012
Top 100 Rezensent  -  

Märchenhaft, Gruselig, Spannend

Ich bin mit gemischten Gefühlen an „Krabat“ herangegangen. Erstens, weil ich „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“, als ich sie meiner Tochter vor 10 Jahren vorgelesen habe, eher langweilig fand. Zweitens, weil ich so viel Lob über dieses Buch gelesen habe, dass ich fürchtete, wieder mal Opfer meiner Erwartungen zu werden.

Aber – (da haben sich meine Erwartungen wohl neutralisiert) - ich habe Krabat geliebt! Es hat alles, was ein gutes Buch braucht. Eine wunderschöne Sprache, einen Inhalt über den man noch ein Weilchen nachdenken kann, es ist spannend und die Geschichte ist ganz perfekt aufgebaut und in sich abgeschlossen. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Gut und Böse, Lebensfreude, Trauer, Liebe, Verrat. Es ist wahnsinnig spannend, gefühlvoll und auch humorvoll geschrieben. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen. Sie hat einerseits etwas märchenhaftes,“ altes“ und die Dialoge sind andererseits ziemlich deftig und humorvoll. Das Ende wird zwar schnell abgewickelt, aber das hat mich nicht gestört. Es ist beinahe ein richtiger „Showdown“, wie man heute sagen würde und ich habe die letzten Seiten verschlungen.

Da es ganz schön gruselig ist, würde ich es ab 12 Jahren empfehlen.

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Gegenwartsliteratur
 
2012-02-21 21:22:02 Dana K.
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4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
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4.0
Sprache & Stil 
 
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Von Dana K.    21 Februar 2012
Top 100 Rezensent  -  

Schräg, Surreal, Schön

"Das geheime Leben der Bücher" hat entweder Lobgesang oder Kopfschütteln bei den Lesern bewirkt und deshalb war ich schon sehr gespannt, wie ich es aufnehmen würde.

Es liest sich sehr leicht, ich habe es beinahe in einem Rutsch gelesen.

Nach den ersten 50 Seiten konnte ich das Kopfschütteln ganz gut nachvollziehen. Erstens ging mir das unpersönliche "Der Buchhändler" auf die Nerven, das in beinahe jedem zweiten Satz verwendet wird, wo nach meinem Empfinden auch ein schlichtes "Er" oft gereicht hätte. Ganz entsetzt war ich darüber, dass er Seiten aus Büchern ausreißt. Der Zusammenhang in dem er das tut wiederum hat mir gut gefallen, aber er hätte die Texte abschreiben können... Außerdem hatte ich anfangs ganz und gar nicht das von anderen Rezensenten beschriebene Wohlgefühl sondern vielmehr ein beklemmendes Gefühl. Ich wollte, dass er einmal hinausgeht. Spazieren. Essen kaufen. Von mir aus Tee kaufen.... Nur raus.

Dann aber habe ich mich auf die Geschichte plötzlich eingelassen. Der Buchhändler ist mir Satz für Satz sympathischer geworden und ich war gespannt auf den nächsten Kunden. Die Begegnungen mit den Kunden sind surreal. Kunden kommen zum Beispiel in die Buchhandlung und setzen sich auf den Boden vor seinen Schreibtisch, bleiben ein bisschen sitzen, dann gehen sie wieder. Die Dialoge sind surreal und absurd. Teilweise habe ich mich köstlich amüsiert. Das ganze Buch kommt mir wie eine Metapher vor. "Lesen hilft und macht glücklich" könnte eine von vielen möglichen Interpretationen sein.

Ich habe manchmal bei Texten das Gefühl, dieser Text war immer schon da, er hat nur darauf gewartet, dass ihn jemand findet und aufschreibt. Die Geschichte von diesem seltsamen Buchhändler ist so ein Text.

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Gegenwartsliteratur
 
2012-02-21 21:13:27 Dana K.
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Von Dana K.    21 Februar 2012
Top 100 Rezensent  -  

Literarisches Meisterwerk

Ein Mann erblindet von einem Moment auf den anderen an einer Ampel an einer unbekannten "weißen" Blindheit, die sich innerhalb von Tagen (Wochen?) Epidemie-artig auf die gesamte Stadt überträgt. Die ersten Blinden werden in einem verlassenen Irrenhaus in Quarantäne gesteckt, in der Hoffnung, der Epidemie auf diese Weise Herr werden zu können. Erst sind es um die 20 Blinde in der Quarantäne, bald kommen weitere 200 hinzu und die Zustände in der Quarantäne werden von Tag zu Tag katastrophaler. Ein einziger Mensch bleibt auf mysteriöse Weise von der Blindheit verschont. Es ist die Frau des Arztes, die sich als blind ausgibt, um nicht von ihrem Mann getrennt zu werden.

Ich habe das Buch als äußerst grausam, abstoßend und ekelerregend, aber stellenweise auch sehr bewegend empfunden. Es ist bestimmt kein Buch, das ich mit Freude und Genuss gelesen habe. Saramago beschreibt die Zustände schonungslos bis ins letzte Detail und jene Details, deren Beschreibung er uns erspart, vibrieren zwischen den Zeilen und lassen uns erahnen, wie es sich zugetragen haben könnte. Ich habe mich gefragt, wie der Autor nur auf die Idee zu diesem Roman gekommen ist und wie sich der Text entwickelt hat, denn fast machte es beim Lesen auf mich den Eindruck, als ob er mit der "Was wäre wenn..."-Frage begonnen, den Stift auf das Papier gesetzt und wie ein wilder darauflosgeschrieben hätte. Die langen, verschachtelten Sätze, das Fehlen der (gekennzeichneten) direkten Rede und das Fehlen von Namen waren für mich zwar gewöhnungsbedürftig, aber nach kurzer Zeit habe ich mich daran gewöhnt und der Stil selbst hat einen Sog entwickelt, der mich an diese entsetzliche Geschichte gefesselt hat. Da es sich nicht um eine schöne Geschichte handelt, mit der man ein paar angenehme Stunden lang dem Alltag entfliehen kann, fragt man sich auch natürlich: "Was will mir der Autor damit sagen?" Für mich habe ich festgestellt:
-Ohne Augenlicht sind wir Menschen komplett hilflos und lebensunfähig.
-Ohne Organisation und Autorität versinkt die Menschheit in Chaos.
-Aber selbst unter den haarsträubendsten, entsetzlichsten Umständen bewahren wir uns einen Hauch Menschlichkeit.
Bestimmt ist da noch mehr herauszuholen, wenn ich länger darüber nachdenke.

Ich frage mich allerdings, ob ich mir noch einen Saramago "antue"? Keine Ahnung. Der Schreibstil hat mir eigentlich gut gefallen. Ich mag seitenlange Sätze, vorausgesetzt sie sind gut geschrieben. Und sein Handwerk beherrscht Saramago virtuos. Trotz der bedrückenden Grundstimmung ist das Buch spannend zu lesen. Ab einem gewissen Punkt kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Das einzige, was mich am Stil gestört hat, war, dass ich immer lange gebraucht habe um die Stelle wieder zu finden, an der ich zu lesen aufgehört hatte. Ohne Absätze und Anführungszeichen ist der Text kaum strukturiert und man hat keine schnellen Anhaltspunkte. Das Thema aber war sehr bedrückend, und wenn all seine Bücher solche Themen bearbeiten, werde ich beim nächsten Mal darauf achten, dass ich auch in der richtigen Stimmung für so ein Werk bin.

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Kinder- & Jugendbücher
 
2012-02-21 12:46:47 Dana K.
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Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Von Dana K.    21 Februar 2012
Zuletzt aktualisiert: 21 Februar 2012
Top 100 Rezensent  -  

Wunderschön!

Ein wunderbares Stück, das ich verschlungen und genossen habe! Und das obwohl ich absolut keine Lust auf ein Theaterstück hatte und Märchen auch nicht zu meiner Lieblingslektüre gehören. Zu allem Überfluss ist das Stück in Versen verfasst. Michael Ende gehört zu den Autoren, die ich grenzenlos bewundere. Seine Sprache ist wunderschön und seine Einfälle sind phantastisch!
Im Klappentext wird das Vorspiel zu dem Märchen beschrieben. Hier wird noch nicht in Versen gesprochen. Danach folgt das Märchen, das über etwa 80 (von 100) Seiten geht und durchgehend in Reimen verfasst ist. Wunderschöne Reime, die ich fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Für mich ging es in der Geschichte um Liebe, Freundschaft, Güte und Loyalität. Es ist ein Märchen für Erwachsene. Das Böse, wird in dem "Jetzt" von der Chemiefabrik bzw. den Baumaschinen und im Märchen von einer Spinne personifiziert. Im Märchen gelingt es, das Böse zu bekämpfen. Aber in der Wirklichkeit?

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