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Papillon Hot

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Informationen zum Autor

Informationen zum Buch

Verlag
Erstausgabe (D)
1970
Ausgabe
Digital
Laufzeit (in Minuten)
1361
Originaltitel
Papillon
Originalausgabe
1970
ISBN-10
LAUS_000052DE
ISBN-13
LAUS_000052DE

Sonstiges

Klappentext:

Papillon ist die Geschichte eines Gefangenen auf der berühmt-berüchtigen Teufelsinsel, auf die die Franzosen einst ihre Straftäter verbannten. Erzählt wird das Leben Papillons vom Moment seiner Verbannung bis zu seiner Flucht als alter Mann.

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

Charrière wurde 1906 in der Ardèche geboren. Erst als Tresorknacker unterwegs, wurde er in einen Mord an einem Dieb und Zuhälter verwickelt, für den er 1932 zu lebenslanger Verbannung in Französisch-Guayana verurteilt wurde. Sein Leben ab diesem Zeitpunkt schildert er in "Papillon" (dt. "Schmetterling" - Charrières Brust ziert ein tätowierter Schmetterling) als einzigen, nicht enden wollenden Fluchtversuch, immer wieder unterbrochen von der erneuten Gefangennahme, Monaten in Einzelhaft und in kurzfristiger Freiheit bei einem Indiovolk. 1944 gelang ihm schließlich endgültig die Flucht in die Freiheit.

Vorab: Sprecher Oliver Rohrbeck ist sympathisch - Henri Charrière ist es nicht. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für ein 23-Stunden-Hörbuch, aber Oliver Rohrbeck konnte vieles retten und so ertrug ich die Stunden mit einiger Qual und wenig Kurzweile. Papillon ist arrogant und selbstgefällig, will sich während der ganzen Geschichte rächen. Entweder an dem Polizisten, der gegen ihn ausgesagt hat oder an den Jurymitgliedern, den Richtern. Dann wiederum an Aufsehern, die ihn übervorteilt haben. Sie alle will er umbringen. Nie steht er zu seinen Verbrechen, beschönigt alles und wird von den übrigen Häftlichen ausnahmslos bewundert und glorifiziert. Ja, er hat sogar volles Verständnis für zwei Araber, die einen Gefängniswärter lebend an einen Baum fesselten und zusahen, wie er drei Tage lang von Ameisen am lebendigen Leib aufgefressen wurde - schließlich hat der Wärter die beiden ja sehr mies behandelt. Natürlich.

Neben diesen langweilenden Rache- und Fluchtgedanken, ist da noch die Sache mit dem Geld: Ständig bietet jeder jedem Geld an, aber es wird großmütig abgelehnt, weil man Freundschaften und Beziehungen nicht damit belasten will. Räuber und Mörder lehnen Bezahlung für ihre Hilfe bei der Flucht Charrières großmütig ab, Bürgermeister anderer Länder gewähren ohne nachzufragen dem entflohenen "Mörder" Obdach im eigenen Haus und die meisten Wärter sind beeindruckt von Charrière (die übrigen Gefangenen ja sowieso). Er bekommt von allen Seiten Unterstützung und irgendwann fragte ich mich, warum dieser Kerl so lange für die Flucht gebraucht hat, bzw. warum die vielen Fluchtversuche erst fehl schlugen. Hat er sich wirklich so dämlich und unfähig angestellt, dass alle Versuche bei so viel Schützenhilfe scheiterten?

Auch die geschilderte Situation auf der Teufelsinsel und so manchen anderen Gefängnissen ist ein Minuspunkt. Bei Charrières Erzählungen möchte man oft sogar mit ihm tauschen. Er darf gemütlich mit dem Boot zum Fischen fahren, muss - dank der Frau des Kommandanten, die ihn natürlich auch sofort unterstützt - nicht mal mittags zum Appell zurück ins Gefängnis und wird zum Essen von ihr eingeladen. Auf männliche, homosexuelle Paare, die im Gefängnis zueinanderfinden, wird natürlich auch besonders Rücksicht genommen. Wird einer der beiden auf eine andere Insel verlegt, dann sieht man zu, dass der andere bald nachreisen darf. Das ist schon sehr nett und rücksichtsvoll.

Oliver Rohrbeck macht seine Sache gut, aber ansonsten kann ich nicht behaupten, dass mich diese Geschichte, die andernorts so gelobt wird, beeindruckt. Langeweile wechseln sich ab mit Unglaubwürdigkeit und nur wenigen, wirklich interessanten Szenen. Auch sprachlich hat Charrière keine Glanzleistung abgeliefert. Zum Glück ist bekannt, dass diese hier vorliegende Lebensgeschichte nur teilweise autobiografisch ist und dass er historische Fakten mit einem großen Schuß Phantasie vermischt hat. Es mag sein, dass der vielleicht bekannteste Fluchtversuch der Geschichte eigentlich recht spannend ist - Henrie Charrière hat nur leider überhaupt kein Erzähltalent und so ist hier wohl die Verfilmung mit Steve McQueen und Dustin Hoffman eher zu empfehlen.
Gesamtbewertung 
 
2.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0
Charaktere 
 
2.0
Sprache & Stil 
 
2.0
Sprecher 
 
2.0
Von Susanne K. (Literaturschock.de) 15 April 2011
#1 Rezensent  -   Zeige alle meine Rezensionen (940)

Charrière wurde 1906 in der Ardèche geboren. Erst als Tresorknacker unterwegs, wurde er in einen Mord an einem Dieb und Zuhälter verwickelt, für den er 1932 zu lebenslanger Verbannung in Französisch-Guayana verurteilt wurde. Sein Leben ab diesem Zeitpunkt schildert er in "Papillon" (dt. "Schmetterling" - Charrières Brust ziert ein tätowierter Schmetterling) als einzigen, nicht enden wollenden Fluchtversuch, immer wieder unterbrochen von der erneuten Gefangennahme, Monaten in Einzelhaft und in kurzfristiger Freiheit bei einem Indiovolk. 1944 gelang ihm schließlich endgültig die Flucht in die Freiheit.

Vorab: Sprecher Oliver Rohrbeck ist sympathisch - Henri Charrière ist es nicht. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für ein 23-Stunden-Hörbuch, aber Oliver Rohrbeck konnte vieles retten und so ertrug ich die Stunden mit einiger Qual und wenig Kurzweile. Papillon ist arrogant und selbstgefällig, will sich während der ganzen Geschichte rächen. Entweder an dem Polizisten, der gegen ihn ausgesagt hat oder an den Jurymitgliedern, den Richtern. Dann wiederum an Aufsehern, die ihn übervorteilt haben. Sie alle will er umbringen. Nie steht er zu seinen Verbrechen, beschönigt alles und wird von den übrigen Häftlichen ausnahmslos bewundert und glorifiziert. Ja, er hat sogar volles Verständnis für zwei Araber, die einen Gefängniswärter lebend an einen Baum fesselten und zusahen, wie er drei Tage lang von Ameisen am lebendigen Leib aufgefressen wurde - schließlich hat der Wärter die beiden ja sehr mies behandelt. Natürlich.

Neben diesen langweilenden Rache- und Fluchtgedanken, ist da noch die Sache mit dem Geld: Ständig bietet jeder jedem Geld an, aber es wird großmütig abgelehnt, weil man Freundschaften und Beziehungen nicht damit belasten will. Räuber und Mörder lehnen Bezahlung für ihre Hilfe bei der Flucht Charrières großmütig ab, Bürgermeister anderer Länder gewähren ohne nachzufragen dem entflohenen "Mörder" Obdach im eigenen Haus und die meisten Wärter sind beeindruckt von Charrière (die übrigen Gefangenen ja sowieso). Er bekommt von allen Seiten Unterstützung und irgendwann fragte ich mich, warum dieser Kerl so lange für die Flucht gebraucht hat, bzw. warum die vielen Fluchtversuche erst fehl schlugen. Hat er sich wirklich so dämlich und unfähig angestellt, dass alle Versuche bei so viel Schützenhilfe scheiterten?

Auch die geschilderte Situation auf der Teufelsinsel und so manchen anderen Gefängnissen ist ein Minuspunkt. Bei Charrières Erzählungen möchte man oft sogar mit ihm tauschen. Er darf gemütlich mit dem Boot zum Fischen fahren, muss - dank der Frau des Kommandanten, die ihn natürlich auch sofort unterstützt - nicht mal mittags zum Appell zurück ins Gefängnis und wird zum Essen von ihr eingeladen. Auf männliche, homosexuelle Paare, die im Gefängnis zueinanderfinden, wird natürlich auch besonders Rücksicht genommen. Wird einer der beiden auf eine andere Insel verlegt, dann sieht man zu, dass der andere bald nachreisen darf. Das ist schon sehr nett und rücksichtsvoll.

Oliver Rohrbeck macht seine Sache gut, aber ansonsten kann ich nicht behaupten, dass mich diese Geschichte, die andernorts so gelobt wird, beeindruckt. Langeweile wechseln sich ab mit Unglaubwürdigkeit und nur wenigen, wirklich interessanten Szenen. Auch sprachlich hat Charrière keine Glanzleistung abgeliefert. Zum Glück ist bekannt, dass diese hier vorliegende Lebensgeschichte nur teilweise autobiografisch ist und dass er historische Fakten mit einem großen Schuß Phantasie vermischt hat. Es mag sein, dass der vielleicht bekannteste Fluchtversuch der Geschichte eigentlich recht spannend ist - Henrie Charrière hat nur leider überhaupt kein Erzähltalent und so ist hier wohl die Verfilmung mit Steve McQueen und Dustin Hoffman eher zu empfehlen.

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Kategorie: Gegenwartsliteratur
Verlag: Script5
Erstausgabe (D): 2014

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