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Freiheit oder Finsternis Freiheit oder Finsternis

Freiheit oder Finsternis

Informationen zum Buch

Verlag
Jahr
2010
Ausgabe
Taschenbuch
Seiten
478
ISBN-10
3492701841
ISBN-13
9783492701846

Serieninfo

Serie/Reihe
Band
2

Sonstiges

Erster Satz
Der Himmel, grau in grau, spie weichen Regen über das Land.

In »Die Dämonen« entkamen zwei düstere Geschöpfe aus ihrem magischen Gefängnis und stürzten das Land in einen verheerenden Krieg. Doch das waren nur zwei - jetzt brechen die restlichen hunderttausend Dämonen aus. Eine gigantische Armee fällt in die Menschenwelt ein. Die Menschen formieren Truppen und schmieden Allianzen, aber die Übermacht ist erdrückend. In dieser Schlacht geht es nicht mehr um Besitztümer, Ländereien oder das eigene Überleben. Das Einzige, was noch zählt, ist das Schicksal der Menschheit ... Rasant und farbenprächtig wie ein Kinofilm - Tobias O. Meißner erschafft unvergessliche Bilder von einer sterbenden Welt.

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Freiheit oder Finsternis 2010-08-13 00:00:00 Aeria
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Von Aeria    13 August 2010
Top 100 Rezensent  -   Alle Rezensionen anzeigen

Zwei Jahrzehnte nach den dämonischen Umtrieben von Irathindur und Gäus lässt Oberdämon Orison seine Untertaen aus dem Schlund. Wie eine Flutwelle brechen die Monsterheere über die Menschen herein. Diese haben den Dämonen praktisch nichts entgegenzusetzen, deshalb beschließt Königin Lae Hilfe in Coldrin zu suchen. Während große Teile des Landes nach und nach an die Dämonen fallen, flüchten die überlebenden Menschen nach Norden.

In diesem "Dämonen"-Band geht es viel brutaler, aber auch spannender und lockerer bzw. witziger zu als im ersten Band. Alte Bekannte aus dem ersten Buch sowie neue Figuren betreten die Romanbühne, manche, um sofort wieder das Zeitliche zu segnen, andere halten etwas länger durch. Was das angeht, ist der Autor einfach gnadenlos. Trotzdem - diesen Band zu lesen macht einfach Spaß! Es ist nicht einmal nötig, den ersten Teil zu kennen. Beim Lesen fallen einem einige Details aus der Vorgeschichte wieder ein, und wenn nicht - macht das auch nichts. Tobias Meißner streut geschickt Hinweise auf frühere Geschehnisse in das Buch ein, so dass man sich ein gutes Bild vom ersten Band machen kann.

Erwähnt werden muss der geniale Schreibstil. Was den angeht sucht der Autor seinesgleichen. Bevor ich vor ein paar Jahren den ersten "Hiob"-Band las war mir überhaupt nicht bewusst, wozu die deutsche Sprache fähig ist. Tobias Meißners Schreibstil bezaubert, schockiert, verführt. Eine klare Leseempfehlung.

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Freiheit oder Finsternis 2010-07-09 00:00:00 Susanne K. (Literaturschock.de)
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Von Susanne K. (Literaturschock.de)    09 Juli 2010
Zuletzt aktualisiert: 23 Januar 2012
#1 Rezensent  -   Alle Rezensionen anzeigen

Tobias Meißner in Höchstform!

Viele Jahre sind vergangen, seitdem die Dämonen Irathindur und Gäus aus dem Dämonenschlund entkamen, die Menschen gegeneinander in den Krieg führten und die Weltordnung aus den Fugen geriet. Als der ungewöhnliche Krieger Minten als einziger in der Lage war, die Dämonen zu vernichten, verschwand der Schrecken von der Erde nur zum Teil: Im Dämonenschlund kreiste und brodelte es weiter. Pläne wurden geschmiedet und nun ist es soweit: Eine riesige Armee von Dämonen erhebt sich und zieht in einen Vernichtungsfeldzug gegen die Menschen. Am Ende zählt nur: Freiheit oder Finsternis. Überleben oder Tod.

Tobias Meißner ist kein gewöhnlicher Autor. Er ist ein Künstler. Ein Magier. Und so zaubert er nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit den Empfindungen seiner Leser. Dämonen sind grausam, wild, blutrünstig, hässlich - und doch auch empfindsam oder von Minderwertigkeitskomplexen zerfressen. Doch unterscheiden sich die Dämonen dann wirklich so sehr von den Menschen?

Der Verlauf des Buches ist erfüllt von Krieg, Gefechten, Kampf und Metzelei - durch und durch deprimierend, weil Tobias Meißner nicht mal auf die Idee zu kommen scheint, den einen oder anderen zu verschonen. Er kennt keine Gnade. Mühevoll eingearbeitete Charatere werden genauso abgemurkst wie namenlose Dämonen, die im Schlachtengetümmel verloren gehen. Auch die Kapitelbezeichnungen (zwei bis zum Ende usw.) lassen einen düsteren Ausgang erahnen. Dennoch stirbt die Hoffnung zuletzt und damit die Leser nicht in schwere Depressionen verfallen, richtet sie Tobias Meißner mit spritzigen und oft schwarzhumorigen Dialogen wieder auf:

Auf dem Arm trug der rote Orogontorogon ein bleiches Menschenkind, das wiederum auf dem Arm ein gelbes Stofftier trug. Orison versuchte zu erkennen, ob das Stofftier auch etwas noch Kleineres im Arm trug, aber außer Straßenstaub und Spucke konnte er nichts ausmachen.

Obwohl der Verlauf insgesamt sehr düster ist, leuchten immer wieder kleine Hoffnungsschimmer auf. Sie blitzen in der Dunkelheit wie Glühwürmchen, doch was ist ein Glühwürmchen gegen ein Heer von Dämonen? Bis zum Schluß hängt das Schicksal der Menschheit in der Schwebe.

Bei Tobias Meißner gibt es Häppchen mit Menscheninnereien und gezuckerte Menschennierchen anstatt des üblichen phantastischen Einheitsbreis. "Freiheit oder Finsternis" wirkte auf mich noch geschliffener und tiefgründiger als "Die Dämonen". Das schriftstellerische Talent des bereits von der FAZ als "begabtesten Mythenrecycler der jungen Deutschen" gelobten Autors scheint keine Grenzen zu haben. Es wäre wohl falsch zu behaupten, dass diese Geschichte "gefällt". Von "Gefallen" kann keine Rede sein, wenn etwas so düster und verstörend, grausam und blutrünstig ist - und dennoch ist es mit Abstand eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Die Ausstattung des Buches erscheint etwas künstlich aufgebläht. Eine inhaltslosere Geschichte würde somit den Preis meiner Meinung nach nicht unbedingt rechtfertigen. Das Cover finde ich dagegen wieder sehr gelungen. Das Wissen aus dem ersten Teil ist für das Verständnis von "Freiheit oder Finsternis" nicht unbedingt nötig - es entgeht einem aber die eine oder andere Hintergrundinformation und ich empfehle deshalb trotzdem vorher die Lektüre von "Die Dämonen". Ein abschließender dritter Teil ist übrigens geplant.

Und dennoch waren sich alle Geschichtsschreiber einig, dass dieser Krieg zwischen frei erfundenen Ländern mit seltsamen Namen wie Irathindurien und Helingerdiea ein Krieg der Menschen gewesen war, in dem die Dämonen, die am Grunde des Schlundes kreisten, sich still verhalten und allenfalls schadenfroh geraunt hatten. Ein Krieg der Menschen, der den Menschen die Menschlichkeit geraubt hatte. Ein Krieg der Ideen, die nichts mit Aufbau und Schönheit zu tun gehabt hatten, sondern ausschließlich mit Zerstörung, Willkür und Gier.

Großartig. Tobias Meißner in Höchstform!

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