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Kalte Asche

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Informationen zum Autor

Informationen zum Buch

Erstausgabe (D)
2007
Seiten
431
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Written in Bone
Originalausgabe
2007
ISBN-10
380520812X
ISBN-13
9783805208123

Sonstiges

Übersetzer
Erster Satz
Bei entsprechender Temperatur brennt alles.
Klappentext: Eigentlich ist Forensiker David Hunter auf dem Weg nach Hause. Doch dann erreicht ihn ein Notruf. Auf Runa, einer Insel der äußeren Hebriden weit draußen im Atlantik, ist eine Leiche gefunden worden. Schweren Herzens kommt David der Bitte nach, auch wenn er dafür seine Freundin Jenny verärgert, die in London auf ihn wartet.Als er nach einer sturmumtosten Überfahrt auf der Insel ankommt, erwartet ihn ein schauriger Tatort. Die Leiche liegt in einem verfallenen Cottage, sie ist verbrannt - bis auf Hände und Füße.Der Sergeant aus Stornoway will den Tod als Unfall deklarieren, doch David glaubt nicht daran. Er untersucht die Asche und kommt zu dem Ergebnis, dass das Opfer erschlagen worden ist.Die Situation wird immer bedrohlicher, als ein Sturm die Insel von der Außenwelt abschneidet, die Verstärkung aus Stornoway ausbleibt und der Feuerteufel das nächste Mal zuschlägt. Denn das kann nur eines bedeuten: Der Mörder ist immer noch auf der Insel und David muss ihn finden bevor es zu spät ist.

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

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David Hunter, nach dem letzten Buch in seinen Beruf als forensischer Anthropologe zurückgekehrt, ist eigentlich auf dem Weg nach Hause, als er gebeten wird, sich eine Leiche auf der kleinen schottischen Insel Ruma anzusehen, die dort von einem pensionierten Kriminalbeamten gefunden wurde. Gemeinsam mit zwei Polizeibeamten fährt er auf die Insel, wo er eine größtenteils verbrannte Leiche vorfindet. Da zunächst unklar ist, ob es sich um einen Unfall oder Mord handelt, soll Hunter dies vorab klären, bevor eine echte Mordermittlung inkl. Spurensicherung in Gang gesetzt wird. Doch kaum hat er deutliche Mordspuren entdeckt, macht das Wetter die Ankunft von Verstärkung unmöglich.

In „Kalte Asche“ entpuppt sich das Geschehen als eine klassische Locked-Room-Situation mit einer durch einen Sturm von der Außenwelt abgeschnittenen kleinen Insel, wo jemand mit allen Mitteln die Aufdeckung des Mordes verhindern will. Die feindselige Grundstimmung, die den Fremden (Hunter und seinen Polizisten) entgegenschlägt, macht die Ermittlungen nicht einfacher.

Die Insel und der Sturm werden sehr schön beschrieben, das ist Beckett eindeutig gelungen, bei Figuren und Geschehen gibt es aber deutliche Schwächen zu bemängeln. Leider bemerke ich nämlich bereits hier im 2. Band um David Hunter ein gewisses Muster in der Personenkonstellation und Plotstruktur, was mein Interesse an weiteren Büchern aus der Reihe erheblich senkt. Vermutlich könnte ich im nächsten Band einen Mörder bereits kurz nach seinem Auftauchen identifizieren. Das Ende des Buches gefiel mir ebenfalls nicht sonderlich. Der Autor benutzt einen, nachträglich an die eigentliche Geschichte angehängten, billigen Schockeffekt inklusive Cliffhanger, nur dass der Cliffhanger meines Erachtens nicht funktioniert, nicht funktionieren kann, weil klar ist, dass noch einmal alles gut gehen wird - sonst könnte es keinen dritten Band geben. Diese Art von offenem Ende gehört für mich zu den nervigsten Elementen, die es innerhalb einer Thrillerreihe geben kann und dient nur dazu den Leser zum Kauf des nächsten Bandes zu verführen. Ich finde, ein Autor hat so etwas nur nötig, wenn seine Bücher nicht gut genug sind, um per se als Kaufanreiz für das nächste Buch zu dienen. Da verweigere ich dann doch lieber den Kauf.

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Von Ilka B. 14 Februar 2009
Top 10 Rezensenten  -   Zeige alle meine Rezensionen (266)

David Hunter, nach dem letzten Buch in seinen Beruf als forensischer Anthropologe zurückgekehrt, ist eigentlich auf dem Weg nach Hause, als er gebeten wird, sich eine Leiche auf der kleinen schottischen Insel Ruma anzusehen, die dort von einem pensionierten Kriminalbeamten gefunden wurde. Gemeinsam mit zwei Polizeibeamten fährt er auf die Insel, wo er eine größtenteils verbrannte Leiche vorfindet. Da zunächst unklar ist, ob es sich um einen Unfall oder Mord handelt, soll Hunter dies vorab klären, bevor eine echte Mordermittlung inkl. Spurensicherung in Gang gesetzt wird. Doch kaum hat er deutliche Mordspuren entdeckt, macht das Wetter die Ankunft von Verstärkung unmöglich.

In „Kalte Asche“ entpuppt sich das Geschehen als eine klassische Locked-Room-Situation mit einer durch einen Sturm von der Außenwelt abgeschnittenen kleinen Insel, wo jemand mit allen Mitteln die Aufdeckung des Mordes verhindern will. Die feindselige Grundstimmung, die den Fremden (Hunter und seinen Polizisten) entgegenschlägt, macht die Ermittlungen nicht einfacher.

Die Insel und der Sturm werden sehr schön beschrieben, das ist Beckett eindeutig gelungen, bei Figuren und Geschehen gibt es aber deutliche Schwächen zu bemängeln. Leider bemerke ich nämlich bereits hier im 2. Band um David Hunter ein gewisses Muster in der Personenkonstellation und Plotstruktur, was mein Interesse an weiteren Büchern aus der Reihe erheblich senkt. Vermutlich könnte ich im nächsten Band einen Mörder bereits kurz nach seinem Auftauchen identifizieren. Das Ende des Buches gefiel mir ebenfalls nicht sonderlich. Der Autor benutzt einen, nachträglich an die eigentliche Geschichte angehängten, billigen Schockeffekt inklusive Cliffhanger, nur dass der Cliffhanger meines Erachtens nicht funktioniert, nicht funktionieren kann, weil klar ist, dass noch einmal alles gut gehen wird - sonst könnte es keinen dritten Band geben. Diese Art von offenem Ende gehört für mich zu den nervigsten Elementen, die es innerhalb einer Thrillerreihe geben kann und dient nur dazu den Leser zum Kauf des nächsten Bandes zu verführen. Ich finde, ein Autor hat so etwas nur nötig, wenn seine Bücher nicht gut genug sind, um per se als Kaufanreiz für das nächste Buch zu dienen. Da verweigere ich dann doch lieber den Kauf.

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Dr. Simon Hunter, forensischer Anthropologe der Universität London, freut sich nach einer anstrengenden Dienstreise nach Hause zu seiner Freundin zu kommen, als ihn ein Hilfegesuch der Polizei nach Runa, einer kleine Insel der Äußeren Hebriden vor der Nordwestküste Schottlands, führt. Dort wurde in einem verfallenen Cottage eine ,fast, vollständig verbrannte Leiche entdeckt. Diese wurde von dem ehemaligen Polizisten Andrew Brody entdeckt, doch da außer ihm keiner wirklich an ein Verbrechen glaubt wird statt der Spurensicherheit „nur“ Hunter und Sergeant Fraser, ein schroffer und Alkohol ergebener Polizeibeamter, zum Tatort geschickt.Runa ist eine dieser kleinen aber eingeschworenen Inselgemeinschaften, deren Einwohner sich alle samt zu kennen glauben. Konflikte werden intern gelöst, und „Auswärtigen“ begegnet man misstrauisch und verschlossen. Dies erleichtert die Ermittlungen auf diesem Stückchen Erde jedoch nicht gerade.

Die Leiche entpuppt sich als weiblich und der Schädel weist deutliche Spuren eines heftigen Schlages auf. Es handelt sich also wie Brody vermutete wirklich um Mord.Hunter informiert die Zentrale, um die Spurensicherung und ein Ermittlungsteam anzufordern. Doch als dann ein gewaltiger und tagelang anhaltender Sturm die Überfahrt von und zur Insel unmöglich macht, bleibt die kleine Ermittlungstruppe auf sich gestellt. Und dem Mörder bietet sich die Gelegenheit Spuren und vor allem mögliche Zeugen zu beseitigen.

Leider handelt es sich bei diesem Buch in der ersten Hälfte eher um einen dahinplätschernden Krimi, den erwarteten Thriller bietet Beckett erst in der letzten Hälfte des Buches. Richtig aufwühlend wird dieser dann aber auch erst im letzten Viertel. Dies tut dem Lesespaß jedoch nur einen Abbruch wenn man sich auf einen nervenzerfetzenden Thriller von Anfang bis Ende eingestellt hat. Mir persönlich hat diese Mischung eigentlich sehr gut gefallen. Vor allem da die Umgebung in welcher der Plot spielt, zusammen mit dem stimmungsvoll beschriebenen Sturm, dem Ganzen eine gewisse Atmosphäre verleiht, welche das Schmökern bei schlechtem Wetter mit einem heißen Tee zu einem echten Erlebnis macht.

Einsame Hügel, bestanden mit steinzeitlichen Hügelgräbern, dazwischen Moore, darüber Nebel, Wolken und Regen . Was könnte besser zu einem Krimi/Thriller passen. Wer also etwas zwischen einem guten Krimi und spannenden Thriller sucht ist hier genau richtig. Auch zum Mitraten bleibt genug Raum. Also Tee aufbrühen, kuschelig einmummeln und mit diesem Buch den Herbst im Lesesessel genießen.

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Von Katrin K. 05 November 2007
Top 50 Rezensent  -   Zeige alle meine Rezensionen (44)

Dr. Simon Hunter, forensischer Anthropologe der Universität London, freut sich nach einer anstrengenden Dienstreise nach Hause zu seiner Freundin zu kommen, als ihn ein Hilfegesuch der Polizei nach Runa, einer kleine Insel der Äußeren Hebriden vor der Nordwestküste Schottlands, führt. Dort wurde in einem verfallenen Cottage eine ,fast, vollständig verbrannte Leiche entdeckt. Diese wurde von dem ehemaligen Polizisten Andrew Brody entdeckt, doch da außer ihm keiner wirklich an ein Verbrechen glaubt wird statt der Spurensicherheit „nur“ Hunter und Sergeant Fraser, ein schroffer und Alkohol ergebener Polizeibeamter, zum Tatort geschickt.Runa ist eine dieser kleinen aber eingeschworenen Inselgemeinschaften, deren Einwohner sich alle samt zu kennen glauben. Konflikte werden intern gelöst, und „Auswärtigen“ begegnet man misstrauisch und verschlossen. Dies erleichtert die Ermittlungen auf diesem Stückchen Erde jedoch nicht gerade.

Die Leiche entpuppt sich als weiblich und der Schädel weist deutliche Spuren eines heftigen Schlages auf. Es handelt sich also wie Brody vermutete wirklich um Mord.Hunter informiert die Zentrale, um die Spurensicherung und ein Ermittlungsteam anzufordern. Doch als dann ein gewaltiger und tagelang anhaltender Sturm die Überfahrt von und zur Insel unmöglich macht, bleibt die kleine Ermittlungstruppe auf sich gestellt. Und dem Mörder bietet sich die Gelegenheit Spuren und vor allem mögliche Zeugen zu beseitigen.

Leider handelt es sich bei diesem Buch in der ersten Hälfte eher um einen dahinplätschernden Krimi, den erwarteten Thriller bietet Beckett erst in der letzten Hälfte des Buches. Richtig aufwühlend wird dieser dann aber auch erst im letzten Viertel. Dies tut dem Lesespaß jedoch nur einen Abbruch wenn man sich auf einen nervenzerfetzenden Thriller von Anfang bis Ende eingestellt hat. Mir persönlich hat diese Mischung eigentlich sehr gut gefallen. Vor allem da die Umgebung in welcher der Plot spielt, zusammen mit dem stimmungsvoll beschriebenen Sturm, dem Ganzen eine gewisse Atmosphäre verleiht, welche das Schmökern bei schlechtem Wetter mit einem heißen Tee zu einem echten Erlebnis macht.

Einsame Hügel, bestanden mit steinzeitlichen Hügelgräbern, dazwischen Moore, darüber Nebel, Wolken und Regen . Was könnte besser zu einem Krimi/Thriller passen. Wer also etwas zwischen einem guten Krimi und spannenden Thriller sucht ist hier genau richtig. Auch zum Mitraten bleibt genug Raum. Also Tee aufbrühen, kuschelig einmummeln und mit diesem Buch den Herbst im Lesesessel genießen.

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Runa, eine kleine Insel der Äußeren Hebriden, ist Schauplatz des zweiten, düsteren und geheimnisvollen Mordfalles von Simon Beckett und seines Helden David Hunter. Der forensische Anthropologe David wird mit einer grässlichen Entdeckung konfrontiert: In einer verlassenen, heruntergekommenen und weit abgelegenen Hütte wird eine fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche entdeckt.

David ist an einem besonders sensiblen Punkt in seinem Leben, als er in diesen mysteriösen Fall verwickelt wird. In den vergangenen achtzehn Monaten lebte er in London und arbeitete am Forensischen Institut der Universität. In den vergangenen Wochen war er jedoch wesentlich häufiger außerhalb Londons an Tatorten gewesen, sehr zur Enttäuschung seiner Freundin Jenny. Fest entschlossen, endlich wieder mehr Zeit auf seine Beziehung zu verwenden, trifft David der Anruf von Detective Superintendent Graham Wallace vom Polizeipräsidium Inverness, als er sich gerade auf dem Rückweg nach London befindet. Dieser bittet ihn, einen Blick auf diesen seltsamen Feuertod vor der nordwestlichen Küste Schottlands zu werfen. Bislang gäbe es zwar keine Anzeichen für ein Verbrechen. Es könnte vielmehr ein Selbstmord oder gar ein Unfall gewesen sein. Der pensionierte Detective Inspector Andrew Brody, der dort jetzt auf Runa lebt, hatte den Leichenfund aber als möglichen Mord gemeldet. Bevor Wallace jedoch ein Team der Spurensicherung schicken will, hätte er gerne eine Expertenmeinung von David.

Der Tag ist halb vorüber, als sich David schließlich auf der Fähre von Stornoway befindet. Die Fähre erbebt unter der Wucht der Wellen, während der junge Anthropologe zum ersten Mal die zerklüftete Landschaft von Runa zu sehen bekommt, ein baumloses grünes Moorland, windgepeitscht und öde, der Horizont dominiert von einem düsteren Gipfel, dessen Spitze sich im Dunst niedrig hängender Wolken verliert.

Bereits auf der Fähre begegnet David einigen Einheimischen, die eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen: Sergeant Fraser, verbittert und dem Alkohol zugeneigt, der Außenstehenden mit äußerstem Argwohn begegnet, vor allem dem reichen südafrikanischem Ehepaar Andrew und Grace Strachan, die mit ihrem Vermögen in die Insel investierten; dem freundlichen Constable Duncan McKinney, dessen Arglosigkeit ihn in die Untersuchung verwickelt; der Lokaljournalistin Maggie Cassidy, deren zierliche Erscheinung die Tatsache verdeckt, dass sie vor nichts halt macht, um an eine gute Story zu kommen.

Das erste, was David am Tatort wahrnimmt, ist ein schwacher rußiger Geruch von Verbrennung. Was er dann aber entdeckt, lässt ihm den Atem stocken. Von dem Menschen ist furchtbar wenig übrig. Auf dem Boden liegt ein Haufen aus schmieriger Asche und Kohle. Das Feuer hatte Haut, Gewebe und Skelett verschlungen. Was David aber die Sprache verschlägt, ist der Anblick der zwei Füße und einer Hand, die unverbrannt aus der Asche herausragen. Schon bald kann David feststellen, dass es sich bei der Toten um eine Frau handelt. Und schließlich findet er den entscheidenden Hinweis: Risse am Schädel, die aussehen wie Blitze am Himmel, sprechen eindeutig dafür, dass die Frau durch einen kräftigen Schlag am Kopf getroffen wurde. Jemand hatte die Frau getötet und anschließend ihren Körper in Brand gesetzt.

Hier also, inmitten dieses verlassenen, muffigen Hauses, setzt Simon Beckett seinen Helden David auf einen Kurs von Mord und Chaos, abgeschnitten von der Außenwelt und gezwungen, sich auf seine Überlebensinstinkte zu verlassen. Der Gestank von verbranntem Fleisch und Knochen und ein eisiger Wintersturm, der über die Insel hereinbricht, sie werden Runa für immer verändern. Welche Geheimnisse auch immer hier verborgen liegen, David ahnt, dass sie so leicht nicht zu entwirren sein werden.

Wie schon in "Die Chemie des Todes" versteht es Beckett wieder gekonnt, Davids Talente zum Leben zu erwecken. Faszinierend sind Davids Ruhe und Professionalität, seine starke analytische Begabung, ebenso wie seine emotionale, einfühlende Art, wenn er nach und nach in das Leben der Menschen von Runa verwickelt wird. Simon Becket ist ein weiterer spannender Thriller gelungen - mit Gruselgarantie!

Welch düsteres Geheimnis ist hier auf Runa für immer eingeschrieben in kalte Asche?
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Von thorlac 11 Mai 2009

Runa, eine kleine Insel der Äußeren Hebriden, ist Schauplatz des zweiten, düsteren und geheimnisvollen Mordfalles von Simon Beckett und seines Helden David Hunter. Der forensische Anthropologe David wird mit einer grässlichen Entdeckung konfrontiert: In einer verlassenen, heruntergekommenen und weit abgelegenen Hütte wird eine fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche entdeckt.

David ist an einem besonders sensiblen Punkt in seinem Leben, als er in diesen mysteriösen Fall verwickelt wird. In den vergangenen achtzehn Monaten lebte er in London und arbeitete am Forensischen Institut der Universität. In den vergangenen Wochen war er jedoch wesentlich häufiger außerhalb Londons an Tatorten gewesen, sehr zur Enttäuschung seiner Freundin Jenny. Fest entschlossen, endlich wieder mehr Zeit auf seine Beziehung zu verwenden, trifft David der Anruf von Detective Superintendent Graham Wallace vom Polizeipräsidium Inverness, als er sich gerade auf dem Rückweg nach London befindet. Dieser bittet ihn, einen Blick auf diesen seltsamen Feuertod vor der nordwestlichen Küste Schottlands zu werfen. Bislang gäbe es zwar keine Anzeichen für ein Verbrechen. Es könnte vielmehr ein Selbstmord oder gar ein Unfall gewesen sein. Der pensionierte Detective Inspector Andrew Brody, der dort jetzt auf Runa lebt, hatte den Leichenfund aber als möglichen Mord gemeldet. Bevor Wallace jedoch ein Team der Spurensicherung schicken will, hätte er gerne eine Expertenmeinung von David.

Der Tag ist halb vorüber, als sich David schließlich auf der Fähre von Stornoway befindet. Die Fähre erbebt unter der Wucht der Wellen, während der junge Anthropologe zum ersten Mal die zerklüftete Landschaft von Runa zu sehen bekommt, ein baumloses grünes Moorland, windgepeitscht und öde, der Horizont dominiert von einem düsteren Gipfel, dessen Spitze sich im Dunst niedrig hängender Wolken verliert.

Bereits auf der Fähre begegnet David einigen Einheimischen, die eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen: Sergeant Fraser, verbittert und dem Alkohol zugeneigt, der Außenstehenden mit äußerstem Argwohn begegnet, vor allem dem reichen südafrikanischem Ehepaar Andrew und Grace Strachan, die mit ihrem Vermögen in die Insel investierten; dem freundlichen Constable Duncan McKinney, dessen Arglosigkeit ihn in die Untersuchung verwickelt; der Lokaljournalistin Maggie Cassidy, deren zierliche Erscheinung die Tatsache verdeckt, dass sie vor nichts halt macht, um an eine gute Story zu kommen.

Das erste, was David am Tatort wahrnimmt, ist ein schwacher rußiger Geruch von Verbrennung. Was er dann aber entdeckt, lässt ihm den Atem stocken. Von dem Menschen ist furchtbar wenig übrig. Auf dem Boden liegt ein Haufen aus schmieriger Asche und Kohle. Das Feuer hatte Haut, Gewebe und Skelett verschlungen. Was David aber die Sprache verschlägt, ist der Anblick der zwei Füße und einer Hand, die unverbrannt aus der Asche herausragen. Schon bald kann David feststellen, dass es sich bei der Toten um eine Frau handelt. Und schließlich findet er den entscheidenden Hinweis: Risse am Schädel, die aussehen wie Blitze am Himmel, sprechen eindeutig dafür, dass die Frau durch einen kräftigen Schlag am Kopf getroffen wurde. Jemand hatte die Frau getötet und anschließend ihren Körper in Brand gesetzt.

Hier also, inmitten dieses verlassenen, muffigen Hauses, setzt Simon Beckett seinen Helden David auf einen Kurs von Mord und Chaos, abgeschnitten von der Außenwelt und gezwungen, sich auf seine Überlebensinstinkte zu verlassen. Der Gestank von verbranntem Fleisch und Knochen und ein eisiger Wintersturm, der über die Insel hereinbricht, sie werden Runa für immer verändern. Welche Geheimnisse auch immer hier verborgen liegen, David ahnt, dass sie so leicht nicht zu entwirren sein werden.

Wie schon in "Die Chemie des Todes" versteht es Beckett wieder gekonnt, Davids Talente zum Leben zu erwecken. Faszinierend sind Davids Ruhe und Professionalität, seine starke analytische Begabung, ebenso wie seine emotionale, einfühlende Art, wenn er nach und nach in das Leben der Menschen von Runa verwickelt wird. Simon Becket ist ein weiterer spannender Thriller gelungen - mit Gruselgarantie!

Welch düsteres Geheimnis ist hier auf Runa für immer eingeschrieben in kalte Asche?

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