Drucken

Tannöd Tannöd

Tannöd

Informationen zum Buch

Verlag
Jahr
2006
Ausgabe
Taschenbuch
Seiten
125
ISBN-10
3894014792
ISBN-13
9783894014797

Sonstiges

Erster Satz
Den ersten Sommer nach Kriegsende verbrachte ich bei entfernten Verwandten auf dem Land.
Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur. Unheimlich wird es, weil man jeden Schritt des Mörders mit verfolgt, ihn beobachtet bei seinen alltäglichen Verrichtungen, ohne seine Identität zu kennen. Die spannende Unruhe, die einen bis zum Ende nicht verlässt, löst sich erst auf, wenn das Mosaik komplett ist. Die Autorin legt mit ihrem Debüt nicht nur einen dramatischen, literarisch reizvollen Kriminalroman vor. Sie zeichnet schonungslos und eindrücklich das Porträt einer bigotten und ganz und gar nicht idyllischen dörflichen Gemeinschaft mit einem traumatischen Beziehungsgeflecht, das schließlich zum Mord führt. Dem Buch liegt ein ungeklärter Mordfall an einer Bauernfamilie zugrunde.

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

 
Tannöd 2007-09-01 00:00:00 Susanne K. (Literaturschock.de)
Gesamtbewertung 
 
3.0
Plot 
 
3.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Von Susanne K. (Literaturschock.de)    01 September 2007
#1 Rezensent  -   Alle Rezensionen anzeigen

Tannöd ist im realen Leben Hinterkaifeck - ein Ort, an dem vier Erwachsene und zwei Kinder in einer Nacht ihr Leben lassen mussten und der Mörder bisher unerkannt ist. In dem Roman mischt die Autorin Andrea Maria Schenkel den Blickwinkel des Ich-Erzählers und Mörders mit kurzen Berichten der Anwohner des nächsten Dorfes, die allerlei über die eigenbrötlerischen Mordopfer - die Familie Danner und Dienstmagd Marie - zu berichten haben.

Das Buch stand nicht nur wochenlang auf den Bestsellerlisten und wurde mit dem 1. Platz des Deutschen Krimipreises ausgezeichnet. Seit einigen Wochen steht die Autorin auch in dem Vorwurf des Plagiats. Sie habe die Charakterisierung der Figuren von Peter Leuschners Sachbüchern zum Mordfall in Hinterkaifeck übernommen. Die Leser wird dies vermutlich weniger interessieren, haben doch Sachbuch und Roman meist nur wenig gemeinsam.

Es ist eine Geschichte, die Gänsehaut erzeugt. Eine unwahre und doch wahre Geschichte. Andrea Maria Schenkel schafft das, was der Polizei jahrzehntelang verwehrt blieb: Sie entlarvt den Mörder! Sie orientiert sich nahe an den bekannten Fakten, gesteht sich jedoch auch ein gewisses Maß an schriftstellerischer Freiheit zu. Die Autorin braucht keine Schockeffekte mitsamt grausamer Tatbeschreibungen, sie spielt vielmehr mit dem Gruseleffekt, den die Geschichte selbst bietet.

Krimipreise sind immer umstritten und so kann ich auch hier nicht unbedingt den Grund für die Verleihung erkennen. Zwar handelt es sich bei "Tannöd" um ein sicherlich lesenswertes und interessantes Debüt, aber es ist mir ein Rätsel, weshalb um den Roman so ein Wirbel veranstaltet wurde. Weder der Schreibstil ist der Auszeichnung wert noch bruchstückhafte Handlung, die nur ansatzweise am Leben der Tannöder (Hinterkaifecker) teilhaben lässt. Wer sich also wirklich für den mysteriösen Fall interessiert, hat sicherlich genauso viel Gänsehaut wie bei der Lektüre der zahlreichen Webseiten, die sich damit beschäftigen.

War dieser Kommentar hilfreich für Sie? 
00
Beitrag melden
 

Besucherrezensionen

In dieser Liste gibt es noch keine Rezensionen.

Bewertung (je höher desto besser)
Plot
Charaktere
Sprache & Stil
Kommentare*
    Geben Sie bitte den Sicherheitscode ein.