Der dunkle Fluss
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Offizielle Literaturschock-Rezensionen
Adam Chase kehrt nach einigen Jahren Abwesenheit zurück auf die heimatliche Farm in North Carolina. Eigentlich wollte er niemals zurückkehren, zu schwer lastet die Mordanklage auf ihm, auch wenn er vor Gericht freigesprochen wurde – aber halt nur aus Mangel an Beweisen und dank eines guten Anwalts. Doch von friedlicher Idylle ist auch jetzt nichts zu spüren, kaum angekommen, erlebt er Vandalismus und Gewalt. Mit brutalen Überfällen zum Zweck der Verletzung oder Einschüchterung geht es weiter und auch ein erneuter Mordfall kommt zum Vorschein. Es scheint als habe Adam Chase mit seiner Rückkehr in ein Wespennest gestochen.
Doch auch wenn das Buch alles Zutaten zu einem gelungenen Thriller hat, konzentriert sich der Autor in Wirklichkeit darauf, uns die kaputte Familie Chase aus immer wieder neuen Perspektiven zu präsentieren, während Adam ein Familiengeheimnis nach dem anderen aufdeckt. Es mag sein, dass Hart dabei ein wenig übertreibt, es gibt nämlich eine ganze Menge aufzudecken, doch das fällt erst auf, wenn man wirklich darauf achtet. Mehr Probleme hatte ich mit Chase und seiner Beziehung zu Frauen. Seine Gefühle für seine „Ziehschwester“ Grace sind zwar immer rein geschwisterlich, trotzdem wirkt die Beziehung irgendwie verkorkst. Allerdings immer noch besser als seine Beziehung zu seiner damaligen Freundin, einer Polizeibeamtin, die er prompt wieder aufwärmt. Insgesamt bin ich mit Adam generell nicht wirklich warm geworden. Ich konnte seine Handlungen teilweise nicht nachvollziehen, verstand nicht so ganz, warum er sich überhaupt mit seinem Vater überworfen hat und fand ihn niemals wirklich sympathisch. Überhaupt verhalten sich die Figuren nicht immer menschlich, sondern eher so, wie es dem Autor in seinen Handlungsverlauf passt. Die letztendlich Auflösung aller verworrenen Familiengeheimnisfäden war demzufolge auch nicht völlig überzeugend.
Trotzdem empfand ich „Der dunkle Fluss“ insgesamt als angenehm zu lesen, auch wenn ich dem Buch, angesichts der Tatsache, dass nach knapp 2 Wochen fast nichts mehr vom Inhalt in meinem Gedächtnis auffindbar war, etwas Abzug wegen Austauschbarkeit geben müsste.


