In Gottes Namen
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Sonstiges
Dieser Satz ist der letzte, den Paul Burgos von sich gibt, danach wird er hingerichtet. Überführt wurde er des Mordes an sechs jungen Frauen, die man grausam zugerichtet in einer Schulaula fand. Man nannte es das Mansbury-Massaker. Für den jungen Anwalt Paul Riley bedeutete der Fall den großen Durchbruch. Doch acht Jahre nach den Vorkommnissen wird die Polizei mit einer neuen Mordserie konfrontiert, und Riley muss erkennen, dass die beiden Fälle miteinander verknüpft sind. Das Morden beginnt von Neuem.
Offizielle Literaturschock-Rezensionen
Für die Polizei und Anwalt Paul Riley ist der Fall klar: Die bestialischen Morde an sechs jungen Frauen nach einem Songtext kann niemand anderes als Terry Burgos begangen haben. Die Beweislast ist erdrückend: In seinem Haus können die Mordwaffen sichergestellt werden und in den Frauen wird Burgos' Sperma nachgewiesen. Zwei der Morde passen zwar nicht komplett ins Raster, aber trotzdem wird Burgos zum Tode verurteilt. Seine letzten, geflüsterten und nur an Riley gerichteten Worte: "Ich bin nicht der Einzige". Und tatsächlich beginnt einige Jahre später eine weitere Mordserie nach der zweiten Strophe des Songtextes.
An "In Gottes Namen" hatte ich keine sehr hohen Erwartungen. Zu viel mittelmäßige amerikanische Thriller, die immer nach dem gleichen Schema ablaufen, gibt es auf dem Markt. Umso überraschter bin ich nun von dem Buch. David Ellis hat einen Roman geschrieben, der mit einigen Überraschungen und Schockeffekten für Wirbel und Spannung sorgt. Leise Verdachtsmomente, die der Leser hegt, werden für immer wechselnde Theorien über den Haufen geworfen. Was steckt wirklich hinter den Morden von damals? Wie hängt die erneute Mordserie damit zusammen?
Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn Ellis wechselt immer mal wieder die Erzählperspektive von der dritten zur ersten Person. Ansonsten sind mir keine groben Patzer aufgefallen - weder in der Spannungskurve, noch hinsichtlich der Übersetzung oder der Handlung selbst. Die Charaktere könnten alle noch einen Tick mehr Tiefe vertragen, aber dann wären wohl aus den über 500 Seiten über 800 geworden. Interessant sind dagegen Szenen, in denen sich Paul Riley gedanklich mit der Todesstrafe auseinandersetzt, seine Entscheidungen überdenkt und sich damit im Verlaufe des Buches weiterentwickelt.
Das Ende und damit die Auflösung wirken leicht konstruiert und gewollt überraschend. Die Handlung ist auf weite Strecken eher blutig und deshalb nicht unbedingt für Leser mit schwachen Nerven und nervösem Magen geeignet. Auch die Covergestaltung ist meiner Meinung nach gelungen, obwohl ich bisher noch nicht herausgefunden habe, was dieser Das-Schweigen-der-Lämmer Falter auf der Vorderseite zu suchen hat.
Der Autor macht zwar keine stilistische Höhenflüge oder regt die Leser übermäßig zum Nachdenken an, aber trotzdem ist "In Gottes Namen" ein Thriller, dem man Beachtung schenken kann und - im Vergleich mit der Masse - es auch sollte.


