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77 Tage Hot

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Informationen zum Autor

Informationen zum Buch

Verlag
Erstausgabe (D)
2012
Seiten
256
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-10
3894254114
ISBN-13
9783894254117

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Mein Herz rast.

Community

Klappentext:

Der neue Fall konfrontiert die junge Detektivin Lila Ziegler mal wieder mit Seiten des menschlichen Zusammenlebens, über die man nicht so gerne nachdenkt: Die Chefin des häuslichen Pflegedienstes Sonnenschein hat festgestellt, dass es im Bochumer Raum einen auffälligen Anstieg der Todesfallzahlen gibt. Lila und ihr Partner Ben Danner mischen sich unter das Betreuerteam, um die Sache zu durchleuchten. Schon bald wird ihnen klar, dass es viele gute Gründe gibt, einem Pflegebedürftigen den Tod zu wünschen. Doch eine konkrete Spur finden sie nicht. Durch ein Blog im Internet lernt Lila überraschende Seiten ihrer derzeitigen Kolleginnen kennen, schließt aber immer mehr aus, dass eine von ihnen eine Mörderin ist. Nicht nur, dass es mit dem Fall nicht richtig vorangehen will, erhält Lila auch noch unangenehmen Besuch: Eines Abends steht ihr Bruder vor der Tür, und er kommt nicht in friedlicher Absicht …

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

Durchschnittliche Literaturschock-Bewertung: 4 Benutzer

Gesamtbewertung 
 
4.8
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (4)
Charaktere 
 
4.8  (4)
Sprache & Stil 
 
4.5  (4)

Endlich ein neuer Fall für Lila Ziegler und Ben Danner. Gerade rechtzeitig, denn mit der Miete sind sie schon so lange überfällig, dass selbst der gutmütige Molle ihnen inzwischen die Heizung abgedreht hat! Ihre neue Klientin ist Leiterin eines Pflegedienstes und bei der Überprüfung der jährlichen Statistiken auf eine beunruhigend hohe Anzahl von Todesfällen gestoßen. Lila und Danner sollen nun undercover im Pflegedienst-Team ermitteln, ob einer der Mitarbeiter dahintersteckt.

Wieder nimmt sich die Autorin einer ernsten Thematik an und verpackt diese in einen spannenden Kriminalfall.

Wie schon in den vorherigen Büchern, gelingt es Lucie Flebbe, Interesse für schwierige, teilweise unangenehme Themen zu wecken und den Leser somit auch immer mal wieder zum Nachdenken zu bringen. Gerade das Thema Altersbetreuung wird uns in irgendeiner Form ja alle einmal betreffen, gerade in Zeiten, in denen immer weniger Betreuung innerhalb der Familie selbst möglich und/oder gewollt ist. Ich fand die auftretenden Problematiken hier im Buch sehr gut dargestellt und den engagierten Menschen, die solche sozialen Berufe wählen, gilt mein tiefer Respekt!

Neben der eigentlichen Ermittlung werden immer wieder Blogeinträge einer gewissen Bella eingestreut, deren wahre Identität und Zusammenhang zum Fall allerdings bis zum Ende offenbleibt.

Außerdem wird Lila von ihrer Vergangenheit eingeholt, ihre Familie hat endlich ihre Spur in Bochum aufgenommen.
Auch wenn man die Bücher prinzipiell alle unabhängig voneinander lesen kann, empfiehlt sich für das bessere Verständnis hier zumindest die vorherige Lektüre des ersten Bandes „Der 13. Brief“.

Gegen Ende überstürzen sich die Ereignisse und insbesondere der Ausgang eines Handlungsstrangs ließ mich dann doch ein wenig fassungslos und betroffen zurück, eine solche Entwicklung hatte ich absolut nicht erwartet.

Ansonsten wie immer tolle Unterhaltung und ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit Lila und Danner!

Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0
Von Spatzi79 23 Oktober 2012
Top 10 Rezensenten  -   Zeige alle meine Rezensionen (183)

Neuer Fall für Lila und Danner

Endlich ein neuer Fall für Lila Ziegler und Ben Danner. Gerade rechtzeitig, denn mit der Miete sind sie schon so lange überfällig, dass selbst der gutmütige Molle ihnen inzwischen die Heizung abgedreht hat! Ihre neue Klientin ist Leiterin eines Pflegedienstes und bei der Überprüfung der jährlichen Statistiken auf eine beunruhigend hohe Anzahl von Todesfällen gestoßen. Lila und Danner sollen nun undercover im Pflegedienst-Team ermitteln, ob einer der Mitarbeiter dahintersteckt.

Wieder nimmt sich die Autorin einer ernsten Thematik an und verpackt diese in einen spannenden Kriminalfall.

Wie schon in den vorherigen Büchern, gelingt es Lucie Flebbe, Interesse für schwierige, teilweise unangenehme Themen zu wecken und den Leser somit auch immer mal wieder zum Nachdenken zu bringen. Gerade das Thema Altersbetreuung wird uns in irgendeiner Form ja alle einmal betreffen, gerade in Zeiten, in denen immer weniger Betreuung innerhalb der Familie selbst möglich und/oder gewollt ist. Ich fand die auftretenden Problematiken hier im Buch sehr gut dargestellt und den engagierten Menschen, die solche sozialen Berufe wählen, gilt mein tiefer Respekt!

Neben der eigentlichen Ermittlung werden immer wieder Blogeinträge einer gewissen Bella eingestreut, deren wahre Identität und Zusammenhang zum Fall allerdings bis zum Ende offenbleibt.

Außerdem wird Lila von ihrer Vergangenheit eingeholt, ihre Familie hat endlich ihre Spur in Bochum aufgenommen.
Auch wenn man die Bücher prinzipiell alle unabhängig voneinander lesen kann, empfiehlt sich für das bessere Verständnis hier zumindest die vorherige Lektüre des ersten Bandes „Der 13. Brief“.

Gegen Ende überstürzen sich die Ereignisse und insbesondere der Ausgang eines Handlungsstrangs ließ mich dann doch ein wenig fassungslos und betroffen zurück, eine solche Entwicklung hatte ich absolut nicht erwartet.

Ansonsten wie immer tolle Unterhaltung und ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit Lila und Danner!

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In Bochum sterben mehr Menschen als anderswo – und zwar ausgerechnet die betagten Klienten eines Pflegedienstes. Das unkonventionelle Ermittler-Duo Lila Ziegler und Ben Danner werden damit beauftragt herauszufinden wer hinter den Todesfällen steckt und ermitteln „undercover“ in der Pflegebranche. Verdächtige gibt es reichlich, Motive ebenso. Doch was hat es mit „Bella’s Blog“ auf sich? Und was droht Lila von ihrer Familie, die sich nachdrücklich zu Wort meldet?

In „77 Tage“ verwebt Lucie Flebbe gekonnt drei verschiedene Erzählstränge, die zunächst sehr unterschiedlich anmuten, auf den letzten Seiten des Romans in furioser und sehr gelungener Weise zusammengeführt werden.
Wie schon von den Vorgängerbänden gewohnt verbindet sich auch in „77 Tage“ der gewohnt leichte, flapsige Erzählton mit einem sehr ernsten Thema. Dies geschieht geschickt und unaufdringlich, zwingt aber dennoch den Leser bei aller dargebotenen Unterhaltung tief in die Materie mit all ihren Problematiken einzutauchen. So kommt es, dass der Leser nicht „nur“ einen spannenden Krimi liest, sondern auch ein Stück weit seine persönliche Haltung hinterfragen muss. Das finde ich persönlich sehr gelungen, denn es hebt die Lila-Krimis vom üblichen Einheitsbrei dieses Genres wohltuend ab.
Wie üblich lädt auch dieser Band wieder zum Miträtseln und Spekulieren ein und das macht wirklich Spaß!
Um allerdings in den „Vollgenuss“ von „77 Tage“ zu kommen, empfiehlt sich vorab die Lektüre des 1. Bandes der Lila-Reihe, „Der 13. Brief“, denn so manche Anspielung ist nur so verständlich, insbesondere im Bezug auf Lilas familiäre Problematik.

FAZIT: Ein weiterer gelungener Band aus der Krimi-Reihe um Lila Ziegler, der gleichzeitig wunderbar unterhält und am Ende sehr nachdenklich macht.
Gesamtbewertung 
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
4.0
Von Imlammenien 22 Oktober 2012
Top 50 Rezensent  -   Zeige alle meine Rezensionen (19)

77 Tage - ein weiterer gelungener Band der Lila-Reihe

In Bochum sterben mehr Menschen als anderswo – und zwar ausgerechnet die betagten Klienten eines Pflegedienstes. Das unkonventionelle Ermittler-Duo Lila Ziegler und Ben Danner werden damit beauftragt herauszufinden wer hinter den Todesfällen steckt und ermitteln „undercover“ in der Pflegebranche. Verdächtige gibt es reichlich, Motive ebenso. Doch was hat es mit „Bella’s Blog“ auf sich? Und was droht Lila von ihrer Familie, die sich nachdrücklich zu Wort meldet?

In „77 Tage“ verwebt Lucie Flebbe gekonnt drei verschiedene Erzählstränge, die zunächst sehr unterschiedlich anmuten, auf den letzten Seiten des Romans in furioser und sehr gelungener Weise zusammengeführt werden.
Wie schon von den Vorgängerbänden gewohnt verbindet sich auch in „77 Tage“ der gewohnt leichte, flapsige Erzählton mit einem sehr ernsten Thema. Dies geschieht geschickt und unaufdringlich, zwingt aber dennoch den Leser bei aller dargebotenen Unterhaltung tief in die Materie mit all ihren Problematiken einzutauchen. So kommt es, dass der Leser nicht „nur“ einen spannenden Krimi liest, sondern auch ein Stück weit seine persönliche Haltung hinterfragen muss. Das finde ich persönlich sehr gelungen, denn es hebt die Lila-Krimis vom üblichen Einheitsbrei dieses Genres wohltuend ab.
Wie üblich lädt auch dieser Band wieder zum Miträtseln und Spekulieren ein und das macht wirklich Spaß!
Um allerdings in den „Vollgenuss“ von „77 Tage“ zu kommen, empfiehlt sich vorab die Lektüre des 1. Bandes der Lila-Reihe, „Der 13. Brief“, denn so manche Anspielung ist nur so verständlich, insbesondere im Bezug auf Lilas familiäre Problematik.

FAZIT: Ein weiterer gelungener Band aus der Krimi-Reihe um Lila Ziegler, der gleichzeitig wunderbar unterhält und am Ende sehr nachdenklich macht.

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Inhalt:
Die Geschäftsführerin eines Bochumer Pflegedienstes beauftragt Lila Ziegler und Ben Danner, zu überprüfen, ob die erhöhten Todesfallzahlen der letzten Jahre Zufall sind oder ob jemand vom Personal womöglich "nachgeholfen" hat. Im Rahmen ihrer Ermittlungen, für die sie als Mitarbeiter des Pflegedienstes anheuern, stößt Lila auf verschiedene Blogs, die teilweise von ihren Pflegedienst-Kollegen geführt werden. Besonders ein Blog erregt ihre Aufmerksamkeit, in dem eine gewisse Bella über ihre Ehe erzählt - allerdings kann sie nur raten, wer hinter Bella steckt.
Neben dem Fall hat Lila jedoch noch ein anderes Problem: ihr Bruder steht eines Tages vor der Tür.

Meine Meinung:
Ein typischer Lila-Ziegler-Roman: etwas unkonventionell, manchmal schnoddrig und erfrischend anders - und einfach wieder gut. Auch der vierte Band dieser Reihe hat mich überzeugt und wunderbar unterhalten. Es ist zu empfehlen, wenigstens den ersten Band "Der 13. Brief" gelesen zu haben, um einige Anspielungen in "77 Tage" zu verstehen - ich würde sogar die Lektüre aller 3 Vorgängerbände empfehlen, einfach, weil sich die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander im Laufe der Bücher weiterentwickeln.

Was mir an den Lila-Ziegler-Romanen sehr gut gefällt, ist, daß die Autorin es mit Leichtigkeit schafft, die jeweiligen Themenschwerpunkte - hier die Pflege von alten und/oder kranken Menschen - aus den verschiedensten Perspektiven darzustellen: die Beschreibungen der Patienten und die Arbeit des Pflegedienst-Personals gehen deutlich über die allgemeine Wahrnehmung dieser Arbeit hinaus. Z.B. haben mich die verschiedenen Therapiemöglichkeiten im Bereich der Demenz sehr beeindruckt.

Und auch in diesem Buch ist es der Autorin wieder gelungen, die Charaktere besonders plastisch darzustellen. Ebenso mußte ich (und Lila) feststellen, daß hinter manchem Charakter mehr steckt, als man bei ihm vermutet hätte.

Die Ermittlungen selbst laden zum Spekulieren ein: das Ende hat mich ziemlich überrascht und auch schockiert, damit hätte ich so nicht gerechnet. Sehr gut gefallen hat mir, daß sich die Beziehung zwischen Lila und Ben Danner weiter entwickelt und ich bin gespannt, wie es mit den Beiden weitergehen wird.

Nun beginnt das Warten auf den 5. Band, auf den ich mich schon sehr freue.
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Von Karin 19 Oktober 2012
Zuletzt aktualisiert: 03 Mai 2013
Top 10 Rezensenten  -   Zeige alle meine Rezensionen (119)

Lila Ziegler ermittelt wieder

Inhalt:
Die Geschäftsführerin eines Bochumer Pflegedienstes beauftragt Lila Ziegler und Ben Danner, zu überprüfen, ob die erhöhten Todesfallzahlen der letzten Jahre Zufall sind oder ob jemand vom Personal womöglich "nachgeholfen" hat. Im Rahmen ihrer Ermittlungen, für die sie als Mitarbeiter des Pflegedienstes anheuern, stößt Lila auf verschiedene Blogs, die teilweise von ihren Pflegedienst-Kollegen geführt werden. Besonders ein Blog erregt ihre Aufmerksamkeit, in dem eine gewisse Bella über ihre Ehe erzählt - allerdings kann sie nur raten, wer hinter Bella steckt.
Neben dem Fall hat Lila jedoch noch ein anderes Problem: ihr Bruder steht eines Tages vor der Tür.

Meine Meinung:
Ein typischer Lila-Ziegler-Roman: etwas unkonventionell, manchmal schnoddrig und erfrischend anders - und einfach wieder gut. Auch der vierte Band dieser Reihe hat mich überzeugt und wunderbar unterhalten. Es ist zu empfehlen, wenigstens den ersten Band "Der 13. Brief" gelesen zu haben, um einige Anspielungen in "77 Tage" zu verstehen - ich würde sogar die Lektüre aller 3 Vorgängerbände empfehlen, einfach, weil sich die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander im Laufe der Bücher weiterentwickeln.

Was mir an den Lila-Ziegler-Romanen sehr gut gefällt, ist, daß die Autorin es mit Leichtigkeit schafft, die jeweiligen Themenschwerpunkte - hier die Pflege von alten und/oder kranken Menschen - aus den verschiedensten Perspektiven darzustellen: die Beschreibungen der Patienten und die Arbeit des Pflegedienst-Personals gehen deutlich über die allgemeine Wahrnehmung dieser Arbeit hinaus. Z.B. haben mich die verschiedenen Therapiemöglichkeiten im Bereich der Demenz sehr beeindruckt.

Und auch in diesem Buch ist es der Autorin wieder gelungen, die Charaktere besonders plastisch darzustellen. Ebenso mußte ich (und Lila) feststellen, daß hinter manchem Charakter mehr steckt, als man bei ihm vermutet hätte.

Die Ermittlungen selbst laden zum Spekulieren ein: das Ende hat mich ziemlich überrascht und auch schockiert, damit hätte ich so nicht gerechnet. Sehr gut gefallen hat mir, daß sich die Beziehung zwischen Lila und Ben Danner weiter entwickelt und ich bin gespannt, wie es mit den Beiden weitergehen wird.

Nun beginnt das Warten auf den 5. Band, auf den ich mich schon sehr freue.

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Auch dieser vierte Fall beschäftigt sich wieder mit einem besonderen Rahmen-Thema, diesmal ist es die häusliche Pflege. Gemeinsam mit Lila begleitet man als Leser die Pfleger zu ihren unterschiedlichen Patienten und lernt dabei ganz nebenbei einige therapeutische Maßnahmen, wie z. B. Biographiearbeit oder Empathietherapie kennen. Ich fand das sehr interessant und habe auf diese Weise einen ganz neuen Blickwinkel auf die Pflegearbeit bekommen.

Parallel zu Lilas Ermittlungen liest man in einem tageweisen Blog von den Eheproblemen einer jungen Frau und was anfangs noch zum Schmunzeln anregte, wird nach und nach zu einem immer bedrückenderen Szenario. Und die ganze Zeit fragt man sich, was diese Tagebucheintragungen wohl mit dem Fall zu tun haben könnten.

Für mich auffällig ist die Lebendigkeit der Figuren. Ob es nun die Pflegetruppe oder die Patienten sind. Alle Personen sehe ich genau vor mir. Allein so kleine Details wie die „von einer Pflegerin nach vorne gebeugten Schultern, wodurch ihr gekrümmter Rücken beim Gehen die Kittelschürze spannen lässt“, übermitteln mir ein emotionales Bild. Alle Personen bekommen bei mir im Kopfkino eine richtig starke Mimik und Gestik und bleiben auf diese Art nie vage in Aussehen und Bewegung, sondern ich habe immer das Gefühl direkt zwischen ihnen zu stehen. Das wirkte in den anderen Lila-Büchern auch schon so lebensecht.

Und auch hier ist mir gleich wieder aufgefallen, wie respektvoll ein doch ernstes Thema mit der Leichtigkeit des Schreibstils und besonders auch Lilas oft schnodderigem Wesen verbunden wird. Wie auch schon in den anderen Krimis, gerade auch im Vorgänger „Fliege machen“, als die Obdachlosen Thema waren, hat man nie das Gefühl, die Situation und die Menschen, denen es schlechter geht, würden Ziel oder Grund für Humor oder "Sich-lustig-machen" sein. Der Humor, den man hier durch Lilas Beobachtungsgabe während der Patientenbesuche immer mal wieder durchblitzen sieht, geht nie auf Kosten der schwächeren Menschen, finde ich, sondern betrifft ganz allein Lila und ihr Wesen und man nimmt ihr auch ab, dass sie zu unterscheiden weiß. Die Kombination von Witz und Ernst empfinde ich auch hier wieder sehr gelungen und hat mir viel Spaß gemacht.

Der Krimi bietet wieder einiges zum Rätseln und Spekulieren, entwickelt aber auch gleichzeitig die Beziehung zwischen Lila und Danner weiter. Zudem wird Lila hier wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt und muss sich mit dieser verstärkt auseinandersetzen. Auch wenn man den Krimi für sich alleine lesen kann, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist, ist es natürlich immer schöner, die Vorgeschichte der Protagonisten zu kennen, da sie immer weitergeführt wird.

Natürlich löst Lila den Fall, auch wenn ein bisschen Glück dazu gehörte, und die Auflösung hat mich sehr überrascht, denn den Täter hatte ich nicht im Blick. Hier zeigt sich mal wieder, dass man oft nur die Oberfläche sieht. Noch mehr schockiert hat mich allerdings die Auflösung der Blog-Parallelhandlung und der Bogen, den sie zum Fall gezogen hat.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall und bin gespannt, wohin er uns führen wird. Dieser Fall hat mir jedenfalls wieder rundum gefallen.
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Von Heimfinderin 17 Oktober 2012
Zuletzt aktualisiert: 17 Oktober 2012
Top 50 Rezensent  -   Zeige alle meine Rezensionen (114)

77 Tage

Auch dieser vierte Fall beschäftigt sich wieder mit einem besonderen Rahmen-Thema, diesmal ist es die häusliche Pflege. Gemeinsam mit Lila begleitet man als Leser die Pfleger zu ihren unterschiedlichen Patienten und lernt dabei ganz nebenbei einige therapeutische Maßnahmen, wie z. B. Biographiearbeit oder Empathietherapie kennen. Ich fand das sehr interessant und habe auf diese Weise einen ganz neuen Blickwinkel auf die Pflegearbeit bekommen.

Parallel zu Lilas Ermittlungen liest man in einem tageweisen Blog von den Eheproblemen einer jungen Frau und was anfangs noch zum Schmunzeln anregte, wird nach und nach zu einem immer bedrückenderen Szenario. Und die ganze Zeit fragt man sich, was diese Tagebucheintragungen wohl mit dem Fall zu tun haben könnten.

Für mich auffällig ist die Lebendigkeit der Figuren. Ob es nun die Pflegetruppe oder die Patienten sind. Alle Personen sehe ich genau vor mir. Allein so kleine Details wie die „von einer Pflegerin nach vorne gebeugten Schultern, wodurch ihr gekrümmter Rücken beim Gehen die Kittelschürze spannen lässt“, übermitteln mir ein emotionales Bild. Alle Personen bekommen bei mir im Kopfkino eine richtig starke Mimik und Gestik und bleiben auf diese Art nie vage in Aussehen und Bewegung, sondern ich habe immer das Gefühl direkt zwischen ihnen zu stehen. Das wirkte in den anderen Lila-Büchern auch schon so lebensecht.

Und auch hier ist mir gleich wieder aufgefallen, wie respektvoll ein doch ernstes Thema mit der Leichtigkeit des Schreibstils und besonders auch Lilas oft schnodderigem Wesen verbunden wird. Wie auch schon in den anderen Krimis, gerade auch im Vorgänger „Fliege machen“, als die Obdachlosen Thema waren, hat man nie das Gefühl, die Situation und die Menschen, denen es schlechter geht, würden Ziel oder Grund für Humor oder "Sich-lustig-machen" sein. Der Humor, den man hier durch Lilas Beobachtungsgabe während der Patientenbesuche immer mal wieder durchblitzen sieht, geht nie auf Kosten der schwächeren Menschen, finde ich, sondern betrifft ganz allein Lila und ihr Wesen und man nimmt ihr auch ab, dass sie zu unterscheiden weiß. Die Kombination von Witz und Ernst empfinde ich auch hier wieder sehr gelungen und hat mir viel Spaß gemacht.

Der Krimi bietet wieder einiges zum Rätseln und Spekulieren, entwickelt aber auch gleichzeitig die Beziehung zwischen Lila und Danner weiter. Zudem wird Lila hier wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt und muss sich mit dieser verstärkt auseinandersetzen. Auch wenn man den Krimi für sich alleine lesen kann, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist, ist es natürlich immer schöner, die Vorgeschichte der Protagonisten zu kennen, da sie immer weitergeführt wird.

Natürlich löst Lila den Fall, auch wenn ein bisschen Glück dazu gehörte, und die Auflösung hat mich sehr überrascht, denn den Täter hatte ich nicht im Blick. Hier zeigt sich mal wieder, dass man oft nur die Oberfläche sieht. Noch mehr schockiert hat mich allerdings die Auflösung der Blog-Parallelhandlung und der Bogen, den sie zum Fall gezogen hat.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall und bin gespannt, wohin er uns führen wird. Dieser Fall hat mir jedenfalls wieder rundum gefallen.

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Autor: Mara Lang
Verlag: Knaur
Erstausgabe (D): 2012

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