Drucken

Der Geiger Hot

http://www.literaturschock.de/media/reviews/photos/original/fa/32/a5/_borrmann-1347953073.jpg
 
5.0 (2)
 
0.0 (0)
1498   1   0
Schreibe eine Rezension

Informationen zum Autor

Informationen zum Buch

Verlag
Erstausgabe (D)
2012
Seiten
304
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-10
3426199254
ISBN-13
9783426199251

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der Schlußakkord von Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur schwebte über die Köpfe der Menschen im Parkett, hinauf zu den Rängen, dehnte sich aus zu den Gästen auf den Balkonen und löste sich endlich in der hohen Kuppel des Konzertsaales auf.

Community

Klappentext:

In einer Nacht im Mai 1948 verliert der begnadete Geiger Ilja Grenko seine beiden wertvoll­s­ten Schätze: seine Familie und seine Stradivari. Erst dem eigensinnigen Sascha Grenko, Iljas Enkel, wird es viele Jahrzehnte später gelingen, Licht in das grausame Geschehen von damals zu bringen. Doch der Preis dafür ist hoch - viel zu hoch …

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

Durchschnittliche Literaturschock-Bewertung: 2 Benutzer

Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (2)
Charaktere 
 
5.0  (2)
Sprache & Stil 
 
5.0  (2)

"Nie habe ich eine Geige mit einem solchen Klang besessen. Es ist, als folge meine Seele den Tönen in tiefste Schatten und hellstes Licht."

1948 wird in Russland der gefeierte Geiger Ilja Grenko direkt nach einem Konzert verhaftet. Seine wertvolle Geige, eine Stradivari, hat er bei sich. Anfangs glaubt er noch an ein Missverständnis, doch nach und nach muss er sich der Erkenntnis beugen, dass dem nicht so ist. Man beschuldigt ihn der geplanten Landesflucht und zwingt ihn, ein Geständnis zu unterschreiben. Als Druckmittel setzt man seine Familie ein und so gibt Ilja irgendwann nach und kommt in ein Arbeitslager. Doch sein Opfer rettet seine Frau Galina und die beiden Söhne nicht, sie werden in die Verbannung nach Kasachstan geschickt.

2008 erhält sein Enkelsohn Alexander, genannt Sascha, einen merkwürdigen Anruf. Seine Schwester, zu der er schon seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hat, bittet ihn um Hilfe. Er macht sich auf den Weg nach München, doch er kommt zu spät. Er findet in Vikas Sachen Unterlagen über seinen Großvater und den wiederholten Versuch der Familie, die Geige zurückzubekommen. In welches Wespennest haben sie damit gestochen?

Der neue Roman von Mechtild Borrmann nimmt sich eines spannenden Themas an. Anhand des fiktiven Schicksals von Ilja Grenko erzählt sie den Leidensweg unschuldiger Gulag-Häftlinge nach und zeigt die Leichtigkeit, mit der in diesem großen Land einzelne Menschen aufgrund einer kleinen Fehlentscheidung verschwinden konnten. Ebenso zeigt sie die Macht, die einflussreiche Militärs, Politiker und Verbrecher-Syndikate in Russland bis heute haben. Auf der anderen Seite zeichnet sie aber auch ein Bild von Menschen, die einander helfen und füreinander einstehen.

Die Verknüpfung zweier Zeitebenen gelingt ihr auch in diesem Buch wieder sehr gut, einerseits das Schicksal von Ilja und Galina in der Vergangenheit und andererseits die beinahe schon thrillermäßige Handlung um Sascha in der Gegenwart. Hier hätte mir ein bisschen weniger Action allerdings auch nichts ausgemacht.

Obwohl mich die Thematik an sich anfangs nicht unbedingt interessiert hat, ist es der Autorin einmal mehr gelungen, mich durch ihren wunderbaren Schreibstil zu fesseln und zu begeistern.
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Von Spatzi79 04 November 2012
Top 10 Rezensenten  -   Zeige alle meine Rezensionen (182)

Russland - damals und heute

"Nie habe ich eine Geige mit einem solchen Klang besessen. Es ist, als folge meine Seele den Tönen in tiefste Schatten und hellstes Licht."

1948 wird in Russland der gefeierte Geiger Ilja Grenko direkt nach einem Konzert verhaftet. Seine wertvolle Geige, eine Stradivari, hat er bei sich. Anfangs glaubt er noch an ein Missverständnis, doch nach und nach muss er sich der Erkenntnis beugen, dass dem nicht so ist. Man beschuldigt ihn der geplanten Landesflucht und zwingt ihn, ein Geständnis zu unterschreiben. Als Druckmittel setzt man seine Familie ein und so gibt Ilja irgendwann nach und kommt in ein Arbeitslager. Doch sein Opfer rettet seine Frau Galina und die beiden Söhne nicht, sie werden in die Verbannung nach Kasachstan geschickt.

2008 erhält sein Enkelsohn Alexander, genannt Sascha, einen merkwürdigen Anruf. Seine Schwester, zu der er schon seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hat, bittet ihn um Hilfe. Er macht sich auf den Weg nach München, doch er kommt zu spät. Er findet in Vikas Sachen Unterlagen über seinen Großvater und den wiederholten Versuch der Familie, die Geige zurückzubekommen. In welches Wespennest haben sie damit gestochen?

Der neue Roman von Mechtild Borrmann nimmt sich eines spannenden Themas an. Anhand des fiktiven Schicksals von Ilja Grenko erzählt sie den Leidensweg unschuldiger Gulag-Häftlinge nach und zeigt die Leichtigkeit, mit der in diesem großen Land einzelne Menschen aufgrund einer kleinen Fehlentscheidung verschwinden konnten. Ebenso zeigt sie die Macht, die einflussreiche Militärs, Politiker und Verbrecher-Syndikate in Russland bis heute haben. Auf der anderen Seite zeichnet sie aber auch ein Bild von Menschen, die einander helfen und füreinander einstehen.

Die Verknüpfung zweier Zeitebenen gelingt ihr auch in diesem Buch wieder sehr gut, einerseits das Schicksal von Ilja und Galina in der Vergangenheit und andererseits die beinahe schon thrillermäßige Handlung um Sascha in der Gegenwart. Hier hätte mir ein bisschen weniger Action allerdings auch nichts ausgemacht.

Obwohl mich die Thematik an sich anfangs nicht unbedingt interessiert hat, ist es der Autorin einmal mehr gelungen, mich durch ihren wunderbaren Schreibstil zu fesseln und zu begeistern.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Nach einem erfolgreichen Konzertauftritt in einer Nacht im Mai 1948 wird der talentierte Geiger Ilja Grenko vom russischen Geheimdienst festgenommen und auf Nimmerwiedersehen in das Gefängnis Lubjanka gesteckt. Seine Stradivari wird ihm weggenommen, er wird körperlicher und seelischer Folter ausgesetzt, weil er unter Verdacht steht, Landesverrat durch eine geplante Flucht begangen zu haben. Seine Familie, Frau Galina und seine beiden Söhne müssen Moskau verlassen. Als sie viele Jahre später vom Tod Iljas erfährt, forscht Galina nach dem Verbleib der kostbaren Geige. Ein vorhaben, das ihre ganze Familie in tödliche Gefahr bringt.

Sascha Grenko muss im Jahre 2007 mit ansehen, wie seine Schwester Viktoria erschossen wird. Auf der Suche nach ihrem Mörder stößt er auch auf die Spur seines Großvaters Ilja - und dessen verschwundener Stradivari.

Routiniert und voller tragischer Bilder erzählt Mechtild Borrmann zwei parallele Geschichten innerhalb der selben Familie. Einzig zwei Generationen trennen sie, viele Tragödien verbinden sie. Im Laufe der Zeit straffen sich lose Fäden, die Geschichten fließen ineinander über, Zusammenhänge werden klar.

Wie schon in "Wer das Schweigen bricht" verbindet Mechtild Borrmann vergangene Familien- und Zeitgeschichte mit einer in der Gegenwart spielenden Handlung, in der sich Überlebende, Nachkommen und Verstorbene zu einem Stelldichein treffen. Zusammenhänge offenbaren sich, Strafe wird vollstreckt, Erinnerungen zurechtgerückt; ausgleichende Gerechtigkeit bleibt ein Traum, von Toten geträumt. Die Autorin, die für "Wer das Schweigen bricht" 2012 in der Sparte Roman für den Glauser-Preis nominiert war, lässt uns in die düstere Vergangenheit russlands reisen. Russland in der Zeit des Diktators Stalin, unter dessen Regime Tausende von Menschen starben.

Die Autorin hat eine sehr eindringliche Familientragödie und weniger einen Kriminalroman geschrieben. Eine Geschichte, die mich berührte und mir unter die Haut ging. Sie wird mich sicher für eine ganze Weile nicht mehr loslassen.
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Von Susanne K. (Literaturschock.de) 14 Oktober 2012
#1 Rezensent  -   Zeige alle meine Rezensionen (922)

Eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht

Nach einem erfolgreichen Konzertauftritt in einer Nacht im Mai 1948 wird der talentierte Geiger Ilja Grenko vom russischen Geheimdienst festgenommen und auf Nimmerwiedersehen in das Gefängnis Lubjanka gesteckt. Seine Stradivari wird ihm weggenommen, er wird körperlicher und seelischer Folter ausgesetzt, weil er unter Verdacht steht, Landesverrat durch eine geplante Flucht begangen zu haben. Seine Familie, Frau Galina und seine beiden Söhne müssen Moskau verlassen. Als sie viele Jahre später vom Tod Iljas erfährt, forscht Galina nach dem Verbleib der kostbaren Geige. Ein vorhaben, das ihre ganze Familie in tödliche Gefahr bringt.

Sascha Grenko muss im Jahre 2007 mit ansehen, wie seine Schwester Viktoria erschossen wird. Auf der Suche nach ihrem Mörder stößt er auch auf die Spur seines Großvaters Ilja - und dessen verschwundener Stradivari.

Routiniert und voller tragischer Bilder erzählt Mechtild Borrmann zwei parallele Geschichten innerhalb der selben Familie. Einzig zwei Generationen trennen sie, viele Tragödien verbinden sie. Im Laufe der Zeit straffen sich lose Fäden, die Geschichten fließen ineinander über, Zusammenhänge werden klar.

Wie schon in "Wer das Schweigen bricht" verbindet Mechtild Borrmann vergangene Familien- und Zeitgeschichte mit einer in der Gegenwart spielenden Handlung, in der sich Überlebende, Nachkommen und Verstorbene zu einem Stelldichein treffen. Zusammenhänge offenbaren sich, Strafe wird vollstreckt, Erinnerungen zurechtgerückt; ausgleichende Gerechtigkeit bleibt ein Traum, von Toten geträumt. Die Autorin, die für "Wer das Schweigen bricht" 2012 in der Sparte Roman für den Glauser-Preis nominiert war, lässt uns in die düstere Vergangenheit russlands reisen. Russland in der Zeit des Diktators Stalin, unter dessen Regime Tausende von Menschen starben.

Die Autorin hat eine sehr eindringliche Familientragödie und weniger einen Kriminalroman geschrieben. Eine Geschichte, die mich berührte und mir unter die Haut ging. Sie wird mich sicher für eine ganze Weile nicht mehr loslassen.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
 

Besucherrezensionen

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.

Bewertung (je höher desto besser)
  • Plot / Unterhaltungswert
  • Charaktere
  • Sprache & Stil
Rezensionen
Bitte geben Sie den Sicherheitscode an.
 

Stöbern

Verlag: Heyne
Erstausgabe (D): 2007

Mein Account

Bitte beachten: Dieser Account bezieht sich nur auf die Möglichkeit, Rezensionen ohne Sicherheitsabfrage zu erfassen. Sie hat nichts mit einer Anmeldung in den Foren zu tun.

Suche

Aktuelle Termine

Autorenbegleitete Leserunde
Fr Aug 01
Beatrix Gurian - Stigmata
Leserunde im Bücherforum
Fr Aug 01
Jennifer Graham - Veronica Mars. Zwei Vermisste sind zwei zu viel
Verlosungs-Deadline
Fr Aug 01
Martin Krist - Trieb
Autorenbegleitete Leserunde
Fr Aug 01
Micaela Jary - Das Haus am Alsterufer
Verlosungs-Deadline
Fr Aug 01
Susanne Schomann - Wilder Wacholder
Autorenbegleitete Leserunde
Fr Aug 08
Rebecca Michéle - Im Schatten der Vergeltung