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Wer gab Dir, Liebe, die Gewalt

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Informationen zum Autor

Informationen zum Buch

Erstausgabe (D)
2005
Seiten
603
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-10
3785715579
ISBN-13
9783785715574

Sonstiges

Erster Satz
Später dachte er auch, er hätte etwas merken müssen, doch außer einem Anflug von Ungeduld in Annas Stimme schien alles wie immer.

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Klappentext:

Walther von der Vogelweide - das Leben eines Genies zwischen Rausch und Sehnsucht.

Seine Geburt ist geheimnisumwittert, seine Kindheit die eines Wunderkindes. Er wird der Hofsänger und Dichter des Mittelalters - geschätzt von Fürsten und Königen, begehrt von Frauen. Man nennt ihn Walther von der Vogelweide. Als enfant terrible und auf dem Höhepunkt seines Schaffens nimmt er sich jede Freiheit, jeden Rausch. Doch sein Herz ist einsam, Genie und Wahnsinn sind nah beieinander. Walthers ganze Liebe gehört einem Mädchen, das er nicht haben kann: Anna. In ihr sieht er das Gute, Reine in einer Welt, die ihm feindlich und verlogen zu sein scheint. Sie ist der einzige Mensch, dem sich der sensible Dichter öffnen kann. Sie begleitet ihn durch seine dunkelsten Nächte - und bis in den Tod. Ein großer Roman über einen Mann, dessen Namen jeder schon einmal gehört hat und dessen Leben doch weitgehend unbekannt und voller Geheimnisse ist. Spannend und mit großem Einfühlungsvermögen in Mensch und Zeit füllt Viola Alvarez diese historische Lücke und macht Walther zu einer kinskihaft zerrissenen Persönlichkeit, die zwischen genialem Wahn und der Sehnsucht nach Liebe schwankt.

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

Durchschnittliche Literaturschock-Bewertung: 2 Benutzer

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Walther von der Vogelweide ist sicherlich der berühmteste Dichter des Mittelalters, seine Gedichte und Lieder sind auch heute noch bekannt und werden vertont. Ich mag besonders das Palestinalied, was ich in verschiedenen Versionen auf CD habe. Deswegen habe ich sehr gern zu diesem Roman über das Leben Walthers gegriffen.

Da von seinem Leben nicht viel überliefert ist, ließ sich die Autorin vor allem von den Gedichten und dem einzigen historisch überlieferten Dokument inspirieren und spinnt darum sehr gekonnt ihre Geschichte. In diesem Fall erachte ich es sogar als einen Vorteil, dass nicht viele historische Fakten überliefert sind, denn so gerät das Buch nicht zur reinen Geschichtsstunde, sondern konzentriert sich auf seine Charaktere, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Die Figuren sind alle sehr lebendig gestaltet, wobei das Herzstück natürlich Walther bildet. Seine Unruhe, Rastlosigkeit und seine Unzufriedenheit, ob er nun in seinem Heimatort, in Wien, in Schwaben oder sonst irgendwo in Deutschland war, konnte ich sehr gut nachempfinden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Walther wirklich so eine Seele gewesen ist; das ist der Autorin wirklich hervorragend gelungen.

Der Schreibstil war sehr flüssig, so dass ich sehr schnell in die Geschichte eintauchen konnte. Doch auch wenn ich das Buch sehr gern gelesen habe, konnte es mich nicht restlos begeistern. Woran das gelegen hat, kann ich noch nicht mal genau sagen, es hat einfach das gewisse Etwas gefehlt. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Geschichte sehr emotional ist und ich einfach keine große emotionale Leserin bin. Dennoch habe ich einige schöne Lesestunden damit verbracht. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der gute historische Unterhaltung sucht.
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Von Cuddles 26 Juli 2011
Top 50 Rezensent  -   Zeige alle meine Rezensionen (40)

Walther von der Vogelweide ist sicherlich der berühmteste Dichter des Mittelalters, seine Gedichte und Lieder sind auch heute noch bekannt und werden vertont. Ich mag besonders das Palestinalied, was ich in verschiedenen Versionen auf CD habe. Deswegen habe ich sehr gern zu diesem Roman über das Leben Walthers gegriffen.

Da von seinem Leben nicht viel überliefert ist, ließ sich die Autorin vor allem von den Gedichten und dem einzigen historisch überlieferten Dokument inspirieren und spinnt darum sehr gekonnt ihre Geschichte. In diesem Fall erachte ich es sogar als einen Vorteil, dass nicht viele historische Fakten überliefert sind, denn so gerät das Buch nicht zur reinen Geschichtsstunde, sondern konzentriert sich auf seine Charaktere, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Die Figuren sind alle sehr lebendig gestaltet, wobei das Herzstück natürlich Walther bildet. Seine Unruhe, Rastlosigkeit und seine Unzufriedenheit, ob er nun in seinem Heimatort, in Wien, in Schwaben oder sonst irgendwo in Deutschland war, konnte ich sehr gut nachempfinden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Walther wirklich so eine Seele gewesen ist; das ist der Autorin wirklich hervorragend gelungen.

Der Schreibstil war sehr flüssig, so dass ich sehr schnell in die Geschichte eintauchen konnte. Doch auch wenn ich das Buch sehr gern gelesen habe, konnte es mich nicht restlos begeistern. Woran das gelegen hat, kann ich noch nicht mal genau sagen, es hat einfach das gewisse Etwas gefehlt. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Geschichte sehr emotional ist und ich einfach keine große emotionale Leserin bin. Dennoch habe ich einige schöne Lesestunden damit verbracht. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der gute historische Unterhaltung sucht.

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Der kleine Walther vom Vogelweidhof irgendwo in Österreich ist kein gewöhnliches Kind. Stundenlang kann er auf der Wiese sitzen, vertieft in die Betrachtung von Pflanzen und Tieren, und mit sich selbst reden. Wildes Toben mit anderen Kindern ist ihm so fremd, wie ihm die Berührung durch andere Menschen unangenehm ist. Sein Vater, ein einfacher, aber einfühlsamer und liebevoller Mann, weiß schon früh, dass aus dem Jungen einmal ein "Fahrender" werden wird, denn fürs sesshafte bäuerliche Leben ist er nicht geschaffen.

Nach dem viel zu frühen Tod des Vaters gewinnt Walthers Mutter die Gunst des Herzogs und zieht mit dem Kleinen als Mätresse in die herzogliche Burg ein. Sie scheint ihr Glück gefunden zu haben, doch Walthers Eigenarten stoßen dort auf wenig Verständnis, für seine Gedichte wird er eher verspottet als anerkannt.

Eines Tages wird er dennoch "entdeckt", was der Beginn einer Lebensreise ist, die ihn kreuz und quer durchs Deutsche Reich führt, an Fürstenhöfe und auf Bauernhochzeiten, in die Gesellschaft von Freunden und die Hände von Feinden. Doch einen Fixpunkt in diesem unsteten Leben vergisst er nie: Anna, die in der Schenke in Walthers Heimatdorf gearbeitet hat und die ihn als einzige nach dem Tod des Vaters wirklich verstehen konnte, die keine flüchtige Affäre jemals aus seiner Erinnerung und seiner Sehnsucht verbannen konnte.

Walther von der Vogelweide ist eine rätselhafte Gestalt, außer seinen Gedichten ist sehr wenig von ihm überliefert, historische Dokumente gibt es praktisch gar nicht. Aus diesem Wenigen, was von ihm noch greifbar ist, spinnt Viola Alvarez eine ungewöhnliche Lebensgeschichte mit liebevoll ausgemalten Details, mit wunderbar charakterisierten Figuren und erfrischend klischeefrei. An passenden Stellen sind Walthers Gedichte eingestreut, im mittelhochdeutschen Original und einer Übertragung.

Walther ist ein etwas sperriger Held, in der heutigen Zeit würde man ihm womöglich eine autistische Tendenz bescheinigen mit seiner Versunkenheit in sich selbst, seiner Unfähigkeit, die eigenen Gefühle auszudrücken und seiner Abneigung gegen Berührungen, und obwohl er im höfischen Leben im Umgang mit Menschen notgedrungen Übung bekommt, ist er doch am liebsten alleine und lässt das seine Umwelt häufig spüren. Manchmal reagiert er so naiv oder unsensibel, dass es schon fast wehtut, aber vielleicht ist er mir gerade deswegen ans Herz gewachsen.

Ein wunderbarer, gut recherchierter und origineller historischer Roman, der wieder zeigt, dass Viola Alvarez zu den besten Autorinnen des Genres gehört.
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Von Valentine 08 Mai 2008
Top 10 Rezensenten  -   Zeige alle meine Rezensionen (280)

Der kleine Walther vom Vogelweidhof irgendwo in Österreich ist kein gewöhnliches Kind. Stundenlang kann er auf der Wiese sitzen, vertieft in die Betrachtung von Pflanzen und Tieren, und mit sich selbst reden. Wildes Toben mit anderen Kindern ist ihm so fremd, wie ihm die Berührung durch andere Menschen unangenehm ist. Sein Vater, ein einfacher, aber einfühlsamer und liebevoller Mann, weiß schon früh, dass aus dem Jungen einmal ein "Fahrender" werden wird, denn fürs sesshafte bäuerliche Leben ist er nicht geschaffen.

Nach dem viel zu frühen Tod des Vaters gewinnt Walthers Mutter die Gunst des Herzogs und zieht mit dem Kleinen als Mätresse in die herzogliche Burg ein. Sie scheint ihr Glück gefunden zu haben, doch Walthers Eigenarten stoßen dort auf wenig Verständnis, für seine Gedichte wird er eher verspottet als anerkannt.

Eines Tages wird er dennoch "entdeckt", was der Beginn einer Lebensreise ist, die ihn kreuz und quer durchs Deutsche Reich führt, an Fürstenhöfe und auf Bauernhochzeiten, in die Gesellschaft von Freunden und die Hände von Feinden. Doch einen Fixpunkt in diesem unsteten Leben vergisst er nie: Anna, die in der Schenke in Walthers Heimatdorf gearbeitet hat und die ihn als einzige nach dem Tod des Vaters wirklich verstehen konnte, die keine flüchtige Affäre jemals aus seiner Erinnerung und seiner Sehnsucht verbannen konnte.

Walther von der Vogelweide ist eine rätselhafte Gestalt, außer seinen Gedichten ist sehr wenig von ihm überliefert, historische Dokumente gibt es praktisch gar nicht. Aus diesem Wenigen, was von ihm noch greifbar ist, spinnt Viola Alvarez eine ungewöhnliche Lebensgeschichte mit liebevoll ausgemalten Details, mit wunderbar charakterisierten Figuren und erfrischend klischeefrei. An passenden Stellen sind Walthers Gedichte eingestreut, im mittelhochdeutschen Original und einer Übertragung.

Walther ist ein etwas sperriger Held, in der heutigen Zeit würde man ihm womöglich eine autistische Tendenz bescheinigen mit seiner Versunkenheit in sich selbst, seiner Unfähigkeit, die eigenen Gefühle auszudrücken und seiner Abneigung gegen Berührungen, und obwohl er im höfischen Leben im Umgang mit Menschen notgedrungen Übung bekommt, ist er doch am liebsten alleine und lässt das seine Umwelt häufig spüren. Manchmal reagiert er so naiv oder unsensibel, dass es schon fast wehtut, aber vielleicht ist er mir gerade deswegen ans Herz gewachsen.

Ein wunderbarer, gut recherchierter und origineller historischer Roman, der wieder zeigt, dass Viola Alvarez zu den besten Autorinnen des Genres gehört.

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An einem sonderbaren Tag wird im Grödnertal des späten 12. Jahrhunderts ein Kind geboren, das noch seltsamer als die Begleitumstände seiner Geburt ist. Ein Kind, das auf eine Wiese geht, um „Gott zuzusehen“, das körperliche Berührungen hasst und auch ansonsten in keinster Weise das Verhalten eines Durchschnittskindes zeigt. Das Kind wird später als Sänger Walther von der Vogelweide bekannt werden und hat einen weiten Weg vor sich, der ihm auch durch den Sand in den Schuhen nicht leichter gemacht wird...

Die Geschichte, die Frau Alvarez vor dem inneren Auge entstehen läßt, ist eine fiktive Geschichte um Walther von der Vogelweide. Sie benutzt seine Texte als Eckpfeiler und hat so beim Lesen das Gefühl in mir erzeugt, dass sein Leben genau so gewesen sein könnte. Walther wird als Persönlichkeit beschrieben, die sehr melancholisch ist, teilweise gefühlsarm wirkt und dabei immer auf der Suche nach sich selbst und ein bißchen Liebe im Leben ist. Doch nicht nur seine Beschreibung hat mich berührt, sondern auch die aller anderen Personen. Egal ob es sein Vater, seine Mutter, seine Angebetete oder eine zufällige Begegnung auf seinem Weg ist – jede Person erscheint in vielen Facetten und weckte bei mir tiefe Emotionen. Manche Person habe ich für ihre Eiseskälte gehasst, ich hatte tiefstes Mitgefühl mit einer anderen und für eine dritte habe ich sogar einige Tränen vergossen...

Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Autorin bedient sich einer wunderschönen „alten“ Sprache, die den Leser, ohne aufgesetzt zu wirken, direkt ins Hochmittelalter katapultiert und eine mittelalterliche Welt mit allen kleinen Details vor dem inneren Auge auferstehen läßt.

„Wer gab dir, Liebe, die Gewalt“ ist ein außergewöhnliches Buch, das ich den Lesern anspruchsvollerer historischer Romane absolut empfehlen kann.
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Von Bianca L. 09 Januar 2007

An einem sonderbaren Tag wird im Grödnertal des späten 12. Jahrhunderts ein Kind geboren, das noch seltsamer als die Begleitumstände seiner Geburt ist. Ein Kind, das auf eine Wiese geht, um „Gott zuzusehen“, das körperliche Berührungen hasst und auch ansonsten in keinster Weise das Verhalten eines Durchschnittskindes zeigt. Das Kind wird später als Sänger Walther von der Vogelweide bekannt werden und hat einen weiten Weg vor sich, der ihm auch durch den Sand in den Schuhen nicht leichter gemacht wird...

Die Geschichte, die Frau Alvarez vor dem inneren Auge entstehen läßt, ist eine fiktive Geschichte um Walther von der Vogelweide. Sie benutzt seine Texte als Eckpfeiler und hat so beim Lesen das Gefühl in mir erzeugt, dass sein Leben genau so gewesen sein könnte. Walther wird als Persönlichkeit beschrieben, die sehr melancholisch ist, teilweise gefühlsarm wirkt und dabei immer auf der Suche nach sich selbst und ein bißchen Liebe im Leben ist. Doch nicht nur seine Beschreibung hat mich berührt, sondern auch die aller anderen Personen. Egal ob es sein Vater, seine Mutter, seine Angebetete oder eine zufällige Begegnung auf seinem Weg ist – jede Person erscheint in vielen Facetten und weckte bei mir tiefe Emotionen. Manche Person habe ich für ihre Eiseskälte gehasst, ich hatte tiefstes Mitgefühl mit einer anderen und für eine dritte habe ich sogar einige Tränen vergossen...

Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Autorin bedient sich einer wunderschönen „alten“ Sprache, die den Leser, ohne aufgesetzt zu wirken, direkt ins Hochmittelalter katapultiert und eine mittelalterliche Welt mit allen kleinen Details vor dem inneren Auge auferstehen läßt.

„Wer gab dir, Liebe, die Gewalt“ ist ein außergewöhnliches Buch, das ich den Lesern anspruchsvollerer historischer Romane absolut empfehlen kann.

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Kategorie: Historische Romane
Autor: Dan Simmons
Verlag: Heyne
Erstausgabe (D): 2007

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