Die Gabe der Jungfrau
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Anna Maria wächst mit ihren 4 Brüdern wohlbehütet in einem kleinen Dorf auf, bis der Vater ausgerechnet ihre beiden Lieblingsbrüder in den Krieg schickt. Sie sollen für die Sache der Bauern kämpfen. Obwohl sie selber Leid und Elend gar nicht kennen, da ihr Vater ein freier Bauer ist, machen sich die beiden Brüder auf den Weg. Davor nimmt ihnen Anna Maria aber das Versprechen ab, nicht ohne einander wieder zurück zu kehren. Als Anna Maria schließlich einen schlimmen Alptraum hat, weiß sie, dass das Leben ihrer Brüder in Gefahr ist und begibt sich selber auf eine gefährliche Reise, um ihre Brüder zu warnen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur Anna Maria. Als Leser begleitet man sie auf ihrer Wanderschaft auf der Suche nach ihren Brüdern. Jedoch erfährt man gleichzeitig einiges über ihren Vater, der nicht der ist, der er vorgibt zu sein und einen sehr interessanten Charakter darstellt. Außerdem darf man auch Zeuge der beiden Brüder sein, wie sie sich auf ihrem Weg schlagen und was ihnen wiederfährt.
Die Zeit ist geprägt von den Bauernkriegen und ganz besonders gut hat mir gefallen, dass ich einiges über die Bauernkriege, ihre Anführer und den Verlauf erfahren haben. Geschickt werden tatsächliche historische Persönlichkeiten, wie z. B. Joß Fritz oder Thomas Müntzer, in die Geschichte mit eingeflochten und auch die Ungerechtigkeiten, die schließlich zu den Aufständen geführt haben, werden beleuchtet.
Hier ist mir auch wieder positiv das Nachwort aufgefallen, in dem die Autorin auch noch einmal detailliert aufführt, was historischen Tatsachen und was der Fiktion entspricht. So etwas finde ich immer klasse!
Die im Fokus stehenden Charaktere, wie Daniel Hofmeister oder Anna Maria werden sehr detailliert gezeichnet und waren so für mich als Leser in ihren Taten und Handlungen nachvollziehbar und ich konnte mich sehr gut in sie hinein denken. Gut gefallen hat mir dabei auch, wie nach und nach die Geheimnisse von Daniel Hofmeister aufgedeckt werden und so für mich die Figur immer nachvollziehbarer wurde.
Ein zusätzliches Bonbon, dass sich durch die Leserunde mit der Autorin ergab, ist auf jeden Fall, dass die Geschichte der beiden Brüder Tatsachen entspricht.
Das Ende war insgesamt sehr spannend und sehr rasant und auf den letzten 100 Seiten konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte findet dabei ein abgerundetes Ende und hat mich als Leser trotz allem mit einem leichten Lächeln und Tränen in den Augen zurück gelassen. Der einzige kleine Kritikpunkt ist, dass der Handlungsstrang von einer Hauptfigur nicht mehr weiter verfolgt wird und es dem Leser überlassen bleibt, sich seine Geschichte weiter vorzustellen. Da ich leider nicht so der Fan von offenen Enden bin, hat mich das schon ein bisschen gestört, aber trotz allem dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.
Für Fans von historischen Romanen kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen und ich freue mich schon auf das nächste Buch von Deana Zinßmeister!
Die Kurpfalz um 1525. Eine Familie freier Bauern mitten in der damaligen Ungerechtigkeit. Ein Vater, der seine Söhne für den Kampf der Gerechtigkeit entsendete. Seine Tochter, die ein Unheil in ihren Träumen nahen sah und sich aufmacht auf eine Suche, die ihre Brüder retten soll. Doch nicht nur sie ist aufgebrochen in einer Zeit da Menschen wie Martin Luther und seine Anhänger gegen Kirche und Adel wettern. Und nicht alles ist so wie es scheint…
Gewohnt einfühlsam geschrieben, flüssig zu lesen und mit vielen verschiedenen Blickwinkeln auf die erzählte Geschichte, war „Die Gabe der Jungfrau“ von Deana Zinßmeister ein wundervoller Lesegenuss bei dem ich über die damalige Zeit und ihre politischen Umtriebe doch so einiges lernen konnte. Dabei standen für die Autorin vor allem das gemeine Volk und die verschiedenen Schicksale der einzelnen Menschen im Vordergrund. Hier gab es sehr eindringliche und bewegende Szenarien, die mich stets mitreißen konnten. Reichlich gespickt mit gut recherchierten geschichtlichen Details und Persönlichkeiten dieser Zeit umriss das Gesamtwerk nicht nur eine gut gestrickte fiktive Geschichte, sondern pendelte gekonnt zwischen Erdachtem und Wahrem dieser Epoche.
Es war auch gerade der menschliche Teil, der mich ansprechen konnte. Dabei konnten mich die liebevoll gezeichneten und meist sehr interessant gestalteten Charaktere oft überraschen. Aber auch so manche Wendung in der Handlung lies dieses Buch niemals langweilig oder voraussehbar erscheinen. Stets wollte ich wissen wie es weiter geht, denn stets hoffte oder bangte ich mit den Figuren, die sehr authentisch und passend zu dieser damaligen Zeit gezeichnet waren. Die Einteilung in kleinere Zwischenkapitel trugen ihr Übriges dazu bei, dass sich dieser Roman sehr flüssig weglesen lies.
Kurz, ein rundum gelungener und sehr informativer Lesegenuss, den man gerade als Liebhaber historischer Romane auf keinen Fall verpassen sollte.


