Die Richter des Königs
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Offizielle Literaturschock-Rezensionen
London, 1665: Der Bürgerkrieg ist vorbei und langsam kehrt Ruhe in das Land ein. Der Stern der Protestanten glüht hell und die unerwünschten Katholiken müssen aufgrund strenger Gesetze und Verbote im Geheimen ihre Seelsorge betreiben. Einer dieser Katholiken ist Jeremy Blackshaw, Kriegsveteran und ehemaliger Chirurg. Von seinem Kriegskameraden Alan Ridgeway, der in London als Wundarzt praktiziert, wird Jeremy bei geheimnisvollen Giftmorden an Richtern um Hilfe gebeten. Als ein weiterer Richter, Sir Orlando, an "Kerkerfieber" erkrankt, finden die beiden Freunde schnell heraus, dass ein Zusammenhang zu den bisherigen Morden bestehen muss.
"Die Richter des Königs" ist Sandra Lessmanns historisches Debüt. Der Roman lebt ganz von seinen sympathischen Hauptprotagonisten und die Autorin versteht es, ihnen Charakter und Tiefe zu verleihen. Die Figuren sind keine hellsehenden, alleskönnenden Helden, die ihrer Zeit weit voraus sind und damit unglaubwürdig wirkten. Die Atmosphäre Londons, viele Beschreibungen über die Medizin, die Gerichtsbarkeit und die damaligen Umstände und Gesetze runden das Bild ab und es entstand ein spannender historischer Krimi, mit viel Liebe zum Detail. Dabei bleibt Lessmanns Sprache immer angenehm lesbar und unkompliziert, wirkt aber nicht so flach wie viele andere Romane des Genres.
Natürlich wirkt auch einiges an der Handlung konstruiert, so erschien es mir seltsam, dass Jeremy und Alan sich so sehr für den im Kerker sitzenden Iren Breandán einsetzten. Damit sich das Ganze einheitlich zusammenfügen kann, streut die Autorin schließlich noch einige Zufälle ein. Das Ende kommt sehr abrupt und ist damit - wie auch die vorher genannten Kritikpunkte - Geschmackssache.
Sandra Lessmann hebt sich - wenn auch nicht allzu deutlich - vom historischen Einheitsbrei der aktuellen deutschen Romanschreiber ab und so gebe ich gerne eine Empfehlung, wenn man keine Vergleiche zu Größen wie Rebecca Gablé oder komplexen Werken wie denen von Dorothy Dunnett ziehen will.


