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Das Erlkönig-Manöver Das Erlkönig-Manöver

Das Erlkönig-Manöver

Informationen zum Buch

Autor(en)
Verlag
Jahr
2007
Ausgabe
Hardcover
Seiten
362
ISBN-10
349204929X
ISBN-13
9783492049290

Sonstiges

Erster Satz
"Sackerment!", rief Goethe, als ihm hinterrücks eine verkorkte Flasche Burgunders so heft über dem Schädel zerschmettert wurde, dass ihm der Schlag in alle Glieder ging.
»Goethe, mein Freund, ich bitte dich: Bekämpfe diesen Feind!« Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe hat mit einigem gerechnet, als er an einem Februarmorgen 1805 ins herzogliche Schloss gerufen wird. Hätte er allerdings geahnt, dass Fürst Karl August ihn dazu ausersehen hat, Napoleon zu stürzen, wäre er wohl lieber zu Hause geblieben. Stattdessen befindet er sich wenig später in Begleitung seines Freundes Friedrich Schiller und des reiseerfahrenen Alexander von Humboldt auf dem Weg ins französisch besetzte Mainz, um den wahren König von Frankreich zu befreien. Doch der Auftrag ist weitaus vertrackter als erwartet. Nacheinander kommen ihm die Bonapartis­ten, die Royalisten und die Romantiker in die Quere, und die Reise wird zur tödlichen Jagd quer durch Deutschland bis tief in den Schoß des Kyffhäusers.

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

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Das Erlkönig-Manöver 2011-07-18 00:00:00 Valentine
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Von Valentine    18 Juli 2011
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Anno 1805 zieht eine kleine erlesene Schar in geheimer Mission aus, um den französischen Thronfolger vor der Gefangennahme durch Napoleon zu bewahren. Das "Sonderkommando" besteht aus keinen Geringeren als Goethe, Schiller, Alexander von Humboldt, Achim von Arnim und Bettine Brentano, die in einer waghalsigen Nacht-und-Nebel-Aktion auf französischem Terrain ihren Auftrag ausführen wollen. Diesen hatten sie bei einem denkwürdigen Zusammentreffen von einer zusammengewürfelten Gruppe von Anhängern des ehemaligen Königs Ludwig XVI. erhalten.

Das Ganze gestaltet sich noch abenteuerlicher, gefährlicher und langwieriger, als man sich hätte träumen lassen, lange Aufenthalte unter freiem Himmel, Kämpfen mit bewaffneten Gegnern, die kein Pardon kennen, und Auseinandersetzungen innerhalb der kleinen Verschwörertruppe eingeschlossen.

Eine Warnung vorab: wer sich daran stört, unsere deutschen Dichterfürsten in der Rolle von durchaus handfest agierenden Actionhelden zu sehen, sollte dieses Buch gar nicht erst anfassen!

Manche Actionszenen waren in der Tat ein bisschen zu filmreif, aber davon abgesehen hatte ich einen Heidenspaß mit dieser herrlich zusammenfabulierten und illuster besetzten Räuberpistole, bei der ich nebenbei auch noch einiges an deutscher und französischer Geschichte gelernt habe. Robert Löhr gelingt die Synthese aus Slapstick, Action und dem kreativen Spiel mit Klassikerzitaten auf das Schönste. Die politische Lage der damaligen Zeit bleibt ebensowenig ausgespart wie der Streit zwischen den verschiedenen Strömungen in der Kunst, und sprachlich trifft Löhr den richtigen Ton, ein wenig altertümelnd, aber jederzeit lesbar, und mit Ironie und bissigem Witz, der bisweilen ein wenig an Kästner erinnert.

Ein gescheiter, bekloppter, wunderbarer Lesespaß für Leute, die Klassiker und entsprechende Anspielungen kennen und mögen - aber bitteschön ohne verstaubten Respekt.

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Das Erlkönig-Manöver 2008-11-10 00:00:00 Aldawen
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Von Aldawen    10 November 2008
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Auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen könnte: Dies ist alles mögliche, aber kein historischer Roman – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn –, sondern eine waschechte Abenteuergeschichte und Räuberpistole. Beim Lesen hatte ich eher den Eindruck, daß die Namensgleichheiten auch zufällig sein könnten, denn mit dem Bild deutscher Geistesgrößen in meinem Kopf hatten die hier versammelten Herrschaften nur wenig gemein. Daraus ergibt sich aber auch eine Schwäche: Einerseits habe ich natürlich nach meinem Bild von ihnen in diesen Figuren gesucht, andererseits blieben sie doch etwas blaß. Letzteres ist allerdings auch der teilweise rasanten Handlung geschuldet – und dem mangels Training oder genereller Veranlagung bestehenden Unvermögen der Protagonisten (mit Ausnahme Humboldts) als Abenteuerer durchzugehen. So gerät die Gruppe in teils haarsträubende Situationen, die eine besser ausgebildete Truppe sicher vermieden hätte, was aber weniger Spaß für den Leser bedeutet hätte.

Die Geschichte nimmt einige überraschende Wendungen, während andere Situationen recht konventionell oder gar konstruiert aufgelöst werden. Da ich aber von vornherein im wesentlichen eine Abenteuergeschichte erwartete hatte und in einem solchen Kontext derartige Zufälle (Logikbrüche wäre hier m. E. ein zu starkes Wort) sehr viel leichter verschmerze als in anderen Erzählungen, hat mich das nicht besonders gestört. Einzig das Ende war, bei aller Dramatik, zu losgelöst vom Rest, daran ändert auch das im wesentlichen gleiche Personal nichts.

Schließlich liefert Rober Löhr ergänzend noch ein Quiz bekannter und weniger bekannter Zitate, die oft sehr gut, manchmal etwas gewollt in die Handlung eingebettet waren. Mich hat der Roman jedenfalls dazu angeregt, den ein oder anderen Text der hier beteiligten Klassiker (noch) einmal zur Hand zur nehmen, und mit der dann frischeren Erinnerung daran, dieses Buch noch einmal zu lesen, um den Zitaten besser auf die Spur zu kommen. Insgesamt hat mir der Roman eine vergnügliche Lesezeit beschert.

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Das Erlkönig-Manöver 2008-11-04 00:00:00 Ilka B.
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Von Ilka B.    04 November 2008
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Man muss als Autor schon reichlich mutig sein, um zu versuchen einen, zu napoleonischen Zeiten spielenden, historischen Abenteuerroman zu schreiben, in dem sich sämtliche Größen der damaligen deutschen Literaturszene versammeln. Goethe, Schiller, Achim von Arnim, Bettine Brentano, Kleist und der Forscher Humboldt als Beigabe versuchen gemeinsam den französischen Dauphin, den Sohn des der Revolution zum Opfer gefallenen Ludwig XVI, in einem Handstreich aus der Gefangenschaft Napoleons zu befreien.

So unvorbereitet wie die Helden in ihr Abenteuer stolpern, wirkt leider auch manchmal Robert Löhrs Herangehensweise an die Geschichte. Die Figuren sind durchaus in ihren typischen Eigenarten getroffen, so einige historische Ereignisse korrekt eingeflochten, nur bei der Ausarbeitung des Plots haperte es ein wenig. So handeln die Personen manchmal nicht so, wie es logisch und vernünftig wäre, sondern eher so, wie es dem Autor am besten in die Geschichte passt. Einzelne Szenen strotzen nur so vor Witz, sehr viele lustige Situationen entstehen gerade dadurch, dass alle „Helden“ eben keine professionellen "Abenteurer" sind und manchmal ganz absurde Präferenzen setzen. Humboldt ist da eher eine Ausnahme und sorgt eher dann für das Amüsement des Lesers, wenn er, wie in einem schlechten Fantasy-Roman, immer die passenden Gerätschaften aus dem Rucksack hervorzaubert. Einige dieser unpassenden Handlungsverläufe kann man also durchaus den Figuren in die Schuhe schieben und sind durch ihre Eigenarten gedeckt, aber manche dienen leider auch nur dem geplanten Handlungsverlauf. Das Buch wirkt dadurch manchmal etwas unrund, einzelne Szenen sind zwar hervorragend, aber der Gesamtheit der Geschichte fehlt es an Zusammenhalt. Und gerade das Ende schwächelt, der abschließende Showdown ergibt sich nicht wirklich aus dem Verlauf der Geschichte, sondern wirkt nachträglich hinzugefügt.

Das klingt jetzt vielleicht negativer, als es gemeint ist, ich habe den Slapstick, die hübsch skurrilen Eigenarten und Nebenbemerkungen sehr genossen, sie haben mich erfolgreich über die eher grundlegenden Schwächen der Geschichte hinweggetröstet. Einen positiven Punkt muss ich noch hervorheben, das Buch ist definitiv sehr gut dazu geeignet, einem die Literaten selbst näher zu bringen, ich würde es fast schon als amüsante Einstiegslektüre in die Geschichte der deutschen Klassiker empfehlen. Es animiert dazu, das eine oder andere Werk der deutschen Literaturgrößen zur Hand zu nehmen und sei es auch nur um ein paar mehr der zahlreichen Zitate zuordnen zu können.

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