Stadt der Diebe
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Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der den schüchternen, introvertierten Lew schicksalhaft an Kolja schweißt - einen schlitzohrigen, charmanten Frauenhelden und notorischen Lügner, der ihm ständig schmerzhaft bewusst macht, dass er selbst so gar nicht zum Abenteurer taugt. Als die beiden die Hoffnung, in Leningrad Eier zu finden, aufgeben müssen, fasst Kolja einen aberwitzigen Plan: Er will sich mit Lew zu einer Geflügelfarm jenseits der feindlichen Linien durchschlagen, in ein Dorf südlich von Leningrad. Ein selbstmörderisches Unterfangen, wären da nicht Koljas Kaltschnäuzigkeit, eine unerschrockene Partisanin namens Vika und Lews Schachtalent ...
Offizielle Literaturschock-Rezensionen
Gerade am Anfang war ich mir nicht sicher, ob mir das Buch gefallen würde. Die aktuelle Witterung (August) passte nicht zu Eis und Schnee im russischen Winter und angesichts des allgegenwärtigen Hungers im Buch fühlte ich mich ziemlich mies, dieses Buch während des Essens oder mit Nachzeug neben mir zu lesen. Im Laufe der Zeit konnte ich das Buch aber immer weniger aus der Hand legen und die Geschichte hat mich mehr und mehr gefangen genommen. Dabei enthält sie durchaus einiges an Unwahrscheinlichkeiten und eher unglaubwürdigen Begebenheiten, aber das macht nichts, die Erzählung trägt einen darüber hinweg. Der Autor deutet an, dass es sich um eine größtenteils wahre Geschichte handelt, aus dem Leben seines Großvaters, und hier gilt auf alle Fälle die Devise: Wenn es nicht wahr ist, ist es zumindest gut erfunden.
Leningrad im Januar 1942 ist von den Deutschen eingeschlossen und Heizmaterial und vor allem Nahrung jeglicher Art ist unbezahlbar, man ernährt sich von Buchleim und Sägespänenbrot. Die Mission, in dieser Umgebung, zu dieser Zeit, ausgerechnet 12 Eier besorgen zu sollen, ist absolut grotesk, man kann eigentlich nur den Kopf schütteln über die Vermessenheit des Obersts.
Dem Autor gelingt es sehr gut, die alltäglichen Grausamkeiten zu beschreiben, wie sehr Hunger, Kälte und Krieg die Menschlichkeit zerstören, wird in aller Deutlichkeit dargestellt und ist ziemlich erschreckend, einige Szenen sind sicherlich nichts für empfindliche Gemüter oder Mägen. Umso angenehmer wirken die beiden Hauptfiguren, Kolja mit seinem Charme und Lew mit der ganz normalen Unsicherheit eines Heranwachsenden. Diese beiden Figuren, die so alltägliche Gedanken und Nöte haben, wachsen einem so im Verlauf der Geschichte immer mehr ans Herz und man fiebert mit, ob sie den Auftrag werden ausführen können.
Insgesamt betrachtet, kann ich "Stadt der Diebe" nur allen empfehlen, die eine gute Geschichte zu schätzen wissen. Lest dieses Buch!


