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Adressat unbekannt Adressat unbekannt

Adressat unbekannt

Informationen zum Buch

Jahr
2000
Ausgabe
Hardcover
Seiten
68
Originaltitel
Address Unknown
Originaljahr
1938
ISBN-10
3455076742
ISBN-13
9783455076745

Sonstiges

Übersetzer
Erster Satz
Mein lieber Martin, nun bist Du also wieder in Deutschland.
«Adressat unbekannt», erstmals 1938 veröffentlicht, ist ein literarisches Meisterwerk von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtergreifung, zeichnet dieser Roman in bewegender Schlichtheit die dramatische Entwicklung einer Freundschaft. «Selten ist so viel in solcher Dichte ausgedrückt worden», heißt es in einer Rezension. «Welche Hellsichtigkeit! Und welche Kraft!» Der Text wurde 1938 als Fortsetzung in einer Zeitschrift veröffentlicht, geriet dann über sechzig Jahre lang in Vergessenheit.

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

 
Adressat unbekannt 2012-02-02 13:42:26 Valentine
Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Von Valentine    02 Februar 2012
Top 10 Rezensenten  -   Alle Rezensionen anzeigen

Kurz, aber eindrucksvoll

Ein Briefroman, der 1938 erstmals als Fortsetzungsgeschichte in einer amerikanischen Zeitschrift erschienen ist.

Der Jude Max Eisenstein und sein Freund Martin Schulse führen gemeinsam in New York eine Kunstgalerie. 1932 kehrt Martin nach Deutschland zurück. Die beiden tauschen fortan Briefe aus.

1933 kommt Hitler an die Macht. Das bedeutet nicht nur große Umwälzungen in Deutschland, sondern auch das schleichende Ende der Freundschaft zwischen Max und Martin.

Sieht Martin anfangs den Emporkömmling aus Braunau noch mit kritischen Augen, wird er schließlich immer mehr überzeugt von dessen Ideologie - oder ist es nur Anpassung? Max bittet Martin, auf seine Schwester Griselle aufzupassen, die als Schauspielerin unbedingt ihre Karrierechancen in Deutschland nutzen möchte und die Bedrohung durch die Nazis nicht sehen will.

Auf ganz wenigen Seiten wird man schockiert Zeuge, wie sich ein Mensch schlagartig verändern kann, wie Martin sich immer weiter von Max entfernt und ihm schließlich mit antisemitischen Parolen die Freundschaft aufkündigt. Und Max schlägt auf seine ganz eigene Art zurück.

Im Vorwort von Elke Heidenreich heißt es, in dem Büchlein gebe es kein Wort zuviel und keines zuwenig. Bei nur etwa 50 Seiten, die die Geschichte umfasst, konnte ich es erst gar nicht glauben, doch nach dem Lesen war ich davon ebenfalls überzeugt.

Der Roman ist schnell gelesen, hinterlässt aber bei mir einen tiefen Eindruck, nicht zuletzt, weil er noch vor dem 2. Weltkrieg entstand und doch schon ahnen lässt, zu welchen Greueltaten und welcher Herzenskälte Menschen unter dem Einfluss der Nazi-Ideologie fähig sind.

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