Drucken

Die Eleganz des Igels Die Eleganz des Igels

Die Eleganz des Igels

Informationen zum Buch

Verlag
Jahr
2008
Ausgabe
Taschenbuch
Seiten
360
Originaltitel
L'Élégance du hérisson
Originaljahr
2006
ISBN-10
3423246588
ISBN-13
9783423246583

Sonstiges

Übersetzer
Erster Satz
"Marx verändert mein Weltbild total", erklärte mir heute morgen der kleine Pallières, der mich sonst nie anspricht.
Renée ist 54 Jahre alt und lebt seit 27 Jahren als Concierge in der Rue de Grenelle in Paris. Sie ist klein, hässlich, hat Hühneraugen an den Füßen und ist seit längerem Witwe. Paloma ist 12, hat reiche Eltern und wohnt in demselben Stadtpalais. Hinreißend komisch und zuweilen bitterböse erzählen die beiden sehr sympathischen Figuren von ihrem Leben, ihren Nachbarn, von Musik und Mangas, Kunst und Philosophie. Die höchst unterhaltsame und anrührende Geschichte zweier Außenseiter, ein wunderbarer Roman über die Suche nach der Schönheit in der Welt.

Offizielle Literaturschock-Rezensionen

Durchschnittliche Bewertung in offiziellen Literaturschock-Rezensionen: 2 Benutzer

Gesamtbewertung 
 
4.5
Plot 
 
4.5  (2)
Charaktere 
 
4.5  (2)
Sprache & Stil 
 
4.5  (2)

 
Die Eleganz des Igels 2011-02-19 00:00:00 Ilka B.
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0
Von Ilka B.    19 Februar 2011
Top 10 Rezensenten  -   Alle Rezensionen anzeigen

Renée arbeitet als Concierge in einem exklusiven Mehrfamilienhaus ins Paris und arbeitet hart daran, das typische Image einer Concierge – unfreundlich und etwas einfältig - zu verkörpern. Ihre wirklichen Interessen, gute Filme und Literatur und vor allem die Philosophie, versteckt sie seit Jahren erfolgreich. Doch der neue japanische Mieter Ozu kommt ihr auf die Schliche, als sie versehentlich Tolstoi („Alle glücklichen Familien gleichen einander.“) zitiert. Vor allem hat er keine Hemmungen die Freundschaft der „Frau aus der Unterklasse“ zu suchen, auch wenn Renée nicht wohl dabei ist, die Klassenschranke zu überspringen und abwehrend reagiert. In der Folge entwickelt sich auch noch eine Freundschaft der beiden zur 12jährigen Paloma, die sich von der gesamten Welt intellektuell unterfordert fühlt und sich von den beiden das erste Mal wahrgenommen und wie ein Mensch behandelt fühlt.

Ich hatte mir das Buch lockerer und fröhlicher vorgestellt, aber irgendwie fand ich die intellektuelle Arroganz mit der die Figuren durch die Welt gehen, trotzdem ganz amüsant. Einige Abschnitte, das muss ich zugeben, habe ich allerdings nur überflogen. Kurzzusammenfassungen irgendwelcher philosophischer Theorien haben mich nun wirklich nicht interessiert. Da diese Abschnitte gerade zu Beginn des Buches konzentriert auftraten, gestaltete sich der Einstieg leider recht sperrig. Durch diese reichlich fortgeschrittenen Philosophiestunden schafft die Autorin es allerdings, die intellektuelle Distanz zwischen ihren Figuren und der Welt (inklusive des Lesers) noch zu unterstreichen. Wenn die Figuren einander dann aber näher kommen und das Eis gebrochen ist, entwickelt sich eine wirklich gefühlvolle Geschichte. Es macht Freude zu lesen, wie der düstere Alltag von den Lichtblicken der neuen Freundschaften durchbrochen wird.

Es fällt mir schwer zu entscheiden, wie mir das Buch letztendlich gefiel. Renée und Ozu waren zwei sehr sympathische Figuren, während ich Paloma als zu theatralisch empfand. Das Ende war traurig und erschien mir gemein, das Leben hatte sich doch gerade zum Besseren gewendet und ich hätte ihnen allen doch ein Happy End gegönnt.

War dieser Kommentar hilfreich für Sie? 
00
Beitrag melden
Die Eleganz des Igels 2010-02-28 00:00:00 Susanne K. (Literaturschock.de)
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Von Susanne K. (Literaturschock.de)    28 Februar 2010
#1 Rezensent  -   Alle Rezensionen anzeigen

Was haben Igel, die Hauptprotagonistin Renée und dieses Buch gemeinsam? Von außen erscheinen sie sperrig und stachelig, aber sobald sich ihr Inneres offenbart ist man von der Schönheit überrascht.

Renée ist 54 Jahre alt und bereits seit 27 Jahren Concierge in einem herrschaftlichen Stadthaus in der Rue de Grenelle 7 in Paris. Paloma ist 12 Jahre und Tochter in einer sehr wohlhabenden Familie. Auch sie lebt in Rue de Grenelle 7. Beide Menschen könnten in ihrem sozialen Status nicht unterschiedlicher sein und doch sind sie sich sehr ähnlich. Denn sowohl Renée als auch Paloma sind sehr intelligent. Weit intelligenter als Familie, Freunde, Bekannte. Diese Intelligenz macht sie aber sehr einsam, denn weder bei einer gewöhnlichen Concierge noch bei einem jungen Mädchen erwarten die Menschen kluge Gedanken. Während Renée sich einzig ihrer besten Freundin Manuela, der Putzfrau, anvertrauen kann, schreibt Paloma ihre Gedanken in einem Tagebuch nieder und nimmt sich vor, sich zum Ende des laufenden Schuljahres das Leben zu nehmen - sollte nicht etwas ganz Besonderes sie davon überzeugen, dass ihr Leben wert ist, weitergeführt zu werden.

Es dauert sehr lange, bis sich Renée und Paloma kennenlernen und auf den neuen Hausbewohner Kakuro Ozu treffen. Die ganze Zeit über teilen Renée und Paloma ihre komplexen Gedanken mit uns und das macht das Buch oft nicht ganz einfach zu lesen. So habe ich auch recht lange Zeit benötigt, bis ich wirklich warm mit den Charakteren wurde. Renée beschreibt sich selbst mit den Worten "Ich bin Witwe, klein häßlich, mollig, ich habe Hühneraugen und, gewissen Morgenstunden zufolge, in denen er mich selbst stört, einen Mundgeruch wie ein Mammut. Ich habe nicht studiert, ich war immer arm, unauffällig und unbedeutend." Entsprechend ihrer Einschätzung über sich selbst, versteckt sie sich hinter der Gewöhnlichkeit, spielt allen eine etwas dümmliche Concierge vor, damit diese in das allgemeine Weltbild passt.

Paloma ist ein sehr einsames, junges Mädchen. Genervt von ihrer verwöhnten Schwester und den gleichgültigen Eltern, sucht sie Flucht in ihrer eigenen Welt. Ihren Entschluss, sich umzubringen, untermauert sie mit der Entwendung von einzelnen Schlaftabletten aus dem Vorrat der Mutter. Erst als sie auf Kakuro Ozu und Renée trifft, findet sie heraus, dass es wohl möglich ist, das Schicksal zu verändern.

"Die Eleganz des Igels" ist ein Buch der leisen Töne. Sanft kommt es daher, zurückhaltend wie Renée und Paloma. Nach und nach wird seine Botschaft intensiver: Die Schönheit der Welt steckt in jedem einzelnen von uns, ganz egal, woher er kommt, ganz egal, wohin er geht. Die Sprache ist anfangs mit vielen Fremdworten angereichert, aber man liest sich ein und schließlich versinkt man und erwacht erst wieder am Ende des Buches: Mit Tränen in den Augen. Doch nicht nur traurig ist die Geschichte dieser beiden nach außen so unterschiedlichen Menschen. Sie ist voll von Seitenhieben auf die Snobs dieser Welt und besonders Renée brachte mich oft zum Lachen.

Keine sehr leichte Zwischenlektüre, aber absolut lohnenswert. Wenn man sich durch den etwas sperrigen Anfang durchbeißt, wird man mit einer wundervollen Geschichte und ebenso wundervollen Charakteren belohnt.

War dieser Kommentar hilfreich für Sie? 
00
Beitrag melden
 

Besucherrezensionen

In dieser Liste gibt es noch keine Rezensionen.

Bewertung (je höher desto besser)
Plot
Charaktere
Sprache & Stil
Kommentare*
    Geben Sie bitte den Sicherheitscode ein.