Shadow hatte drei Jahre Gefängis abgesessen. Shadow steht vor der Entlassung aus dem Gefängnis. Draußen wartet seine geliebte Frau Laura auf ihn, und sein Freund Robbie hat ihm einen Job verschafft. Die Zukunft sieht für den Ex-Sträfling nicht schlecht aus - bis Shadow erfährt, dass Laura und Robbie bei einer gemeinsamen Autofahrt tödlich verunglückt sind. Auf einen Schlag steht er vor dem Nichts.
Als ihn ein geheimnisvoller Mr Wednesday als Fahrer und Assistenten anheuern will, kann er also nicht ablehnen. Bald entdeckt Shadow, dass er sich in die Dienste eines Gottes begeben hat, des Allvaters Odin, der wie so viele europäische, asiatische und afrikanische Götter und Mythen mit den Einwanderern nach Amerika kam. Odin alias Mr. Wednesday braucht Shadows Hilfe, denn die alten Götter drohen ihre Macht an die Götter der Moderne zu verlieren: Geld, Konsum und Medien. Eine letzte große Entscheidungsschlacht im Herzen Amerikas steht bevor. Und Shadow ahnt noch nicht, dass er dabei eine Schlüsselrolle spielen wird. |
Leseprobe: Der Krieg hatte begonnen, und niemand sah es. Der Sturm kam immer näher, und niemand merkte es. Ein herabstürzender Eisenträger sorgte dafür, dass eine Straße in Manhattan für zwei Tage gesperrt werden musste. Der Träger tötete zwei Passanten, einen arabischen Taxifahrer und dessen Fahrgast. Ein Fernfahrer aus Denver wurde in seinem Haus tot aufgefunden. Das Mordwerkzeug, ein Zimmermannshammer mit Gummigriff, lag neben dem Opfer auf dem Fußboden. Das Gesicht war unversehrt, der Hinterkopf jedoch vollständig zerstört, und auf dem Spiegel im Bad standen, mit braunem Lippenstift aufgemalt, mehrere Wörter in einem fremden Alphabet. In einer Postsortierstelle in Phoenix, Arizona, rastete ein Mann aus und erschoss Terry "den Troll" Evensen, einen krankhaft fettleibigen, unbeholfenen Mann, der allein in einem Wohnanhänger lebte. Es wurde noch auf mehrere weitere Personen geschossen, aber nur Evensen kam zu Tode. Der Mann, der die Schüsse abfeuerte - zunächst wurde vermutet, dass es sich um einen verärgerten Postangestellten gehandelt habe -, wurde nicht gefasst und konnte nie identifiziert werden. |
Literaturschock.de Rezension(en): Was war zuerst da? Die Götter oder der Glaube? Wenn es nach Neil Gaiman geht, dann schufen sich die Menschen durch ihren Glauben die Götter. So ist es nicht verwunderlich, dass die Götter, Halbgötter und Kobolde von den ersten Pilgerern nach Amerika "geschleppt" wurden. Doch in Amerika angekommen wurden schon bald neue Rituale und Mythen geschaffen, nach und nach wurden immer mehr materielle Götter, wie Flugzeug und Autogötter, angebetet. Die alten Götter gerieten in Vergessenheit. Nun jedoch wollen sie zurück in das Bewusstsein der Menschen und stellen sich unter der Leitung des Allvaters Odin zum letzten Kampf. Der glücklose Shadow, dessen Rolle erst zum Schluß ganz aufgedeckt wird, ist dabei sein Gehilfe.
Was sich wie ein sehr origineller Plot anhört - und durchaus auch so beginnt - entwickelt sich rasch zu einer undurchsichtigen, wirren Geschichte mit manchmal bizarr teilnahmslosen Charakteren, die aber dennoch sprachlich angenehm erzählt wird. Allen voran Shadow, dem zwar eine Schlüsselrolle zugewiesen wird und der auch sehr sympatisch wirkt, der dabei aber das typische Opferlamm spielt und alles so akzeptiert, wie es gerade kommt. Angefangen vom Tod seiner Frau, bis zu seinem eigenen. Odin "Wednesday" und die übrigen Götter spielen ihr Spiel miteinander und gegeneinander und auch hier hat man fast bis zum Schluß keinen Durchblick, was man nun von wem halten soll. Während Shadows und Wednesdays Reise einerseits in kleine Städtchen, die an Stephen Kings Derry oder Castle Rock erinnern, andererseits zu verschiedenen Touristenattraktionen, fragte ich mich immer wieder: Und was soll das jetzt alles? Was genau will Mr. Gaiman mir nun damit sagen? Ich weiß es bis heute nicht.
"american gods" erzählt eine Geschichte über alte und neue Götter, aber auch die Geschichte Amerikas. Natürlich ist der Sinn und Zweck, ein bißchen Kritik an der amerikanischen Lebensart zu üben - doch muss das SO langatmig und abstrus geschehen? Bis auf den Schluss - der wirklich sehr spannend geraten ist - tischt Neil Gaiman dem Leser eine sehr originelle Idee in sehr einfacher Ausstattung auf. Vielleicht liegt dies an der Übersetzung, doch das kann ich nicht beurteilen. Auch kann ich mir nicht erklären, weshalb dieses Buch von vielen Kritikern so hochgelobt wird.
Bereits mit "Niemalsland" hatte ich schon so meine Schwierigkeiten und ich vermute, dass "Ein gutes Omen" nur durch die Mitarbeit mit Terry Pratchett so gut wurde. Vielleicht habe ich auch ein persönliches Problem mit Mr. Gaiman, doch eines ist sicher: Auch wenn seine Bücher nicht wirklich schlecht sind, vom Hocker reißen sie mich ebenfalls nicht - obwohl ich skurrile Einfälle sehr schätze. Ein Buch also, das mir am Schluß eher Langeweile als Spannung, eher Verwirrung als Befriedigung bescherte. Zur Ehrenrettung dennoch eine leidlich gute Bewertung für die nette Idee und den sprachlich angenehmen Stil.
Bewertung: 
Literaturschock.de, Susanne K., 2003-11-20
Persönliche Eindrücke:
Neil Gaiman war mir bis vor kurzem 'nur' als (außergewöhnlicher) Kinderbuchautor ein Begriff und hätte mir ein Freund nicht dieses Buch geschenkt (um seinen Lieblingsautor kennenzulernen), wäre dies wohl auch so geblieben.
Die Story ist recht schnell erzählt: Shadow, ehemaliger Häftling auf Bewährung entlassen, erwischt keinen guten Start ins neue Leben. Seine Frau und sein bester Freund sterben kurz zuvor, sodass er ohne weitere Alternative das Jobangebot des mysteriösen Wednesday annimmt, künftig dessen Fahrer und Bodyguard zu sein. Bald stellt sich heraus, dass sein Chef ein Gott ist und dieser mit enormer Anstrenung versucht, seine KollegInnen in den USA dazuzubringen, zu einem letzten Kampf aufzubrechen in dem es um ihr aller Überleben geht.
Die zugrunde liegende Idee ist bemerkenswert realistisch: Götter und Göttinnen existieren nur solange man an sie glaubt. Doch wie alles im Leben ist auch der Glaube einem Wandel unterworfen und so kommen neue Gottheiten auf während die alten verblassen: des Internets, der Drogen, der Automobilindustrie - letztere wurde insbesondere durch ihre zahlreichen Opfer groß und mächtig. Obwohl es eine völlig fantastische Geschichte ist, gelingt es Gaiman sie derart gut in die Realität einzuflechten, dass man (bzw. ich :-)) sich immer wieder fragt, ob der obskure Alte im Supermarkt heute morgen oder die schrille Rothaarige gegenüber nicht vielleicht auch ein Gott oder eine Göttin darstellen.
Zwischen die eigentliche Handlung bettet der Autor kurze Kapitel ein, wie die Götter in die USA gelangten oder wie sie ihr heutiges Dasein in den USA fristen - eine ziemlich deprimierende Angelegenheit.
Das Alles ist ausgesprochen spannend erzählt, mit vielen überraschenden Wendungen und nicht weniger gelungenen Geschichten. Einziges Manko: Der Held ist vielleicht eine Spur zu gut. Kaum Zweifel, immer loyal, treu und ergeben - zu gut um wahr zu sein :-)
Ein toller Schmöker mit einer Reihe nachdenkenswerter Anregungen.
Bewertung: 
Nordflues, 2010-03-16
Wie schon so oft wollen uns die Verlage den x-ten Stephen-King-Nachfolger präsentieren und wecken damit eine Erwartungshaltung beim Leser, die meist nicht erfüllt wird. "American Gods" ist ein skurriler, teilweise etwas wirrer, zu detailverliebter Roman mit einem interessanten Plot, der sich nicht so ohne weiteres in genretypische Schubladen pressen lässt.
Ein junger Mann steht kurz vor der Haftentlassung, als seine Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt. Verloren ohne Perspektiven lässt er sich mit dem mysteriösen Mister Wednesday ein, der sich als Godvater Odin entpuppt. Was folgt ist eine Art "Road-Movie" mit Kobolden, Zombies und Geistergestalten, dessen Höhepunkt in einer finalen Schlacht der alten Götter gegen Neuzeitgötter des Internet und der Automobilindustrie gipfeln soll.
Kings Markenzeichen, das Grauen, erzeugt durch den Einbruch des Übernatürlichen in scheinbar alltägliche Lebensumstände, sucht man vergeblich. Der Vergleich des Verlegers mit King wirkt bemüht, der Autor dagegen versucht durch unterschiedliche Elemente aus verschiedenen Genres, die alle nicht unbedingt neu sind, eine eigenständige Geschichte zu schreiben.
Auch wenn das Ergebnis etwas atmosphärische Dichte vermissen lässt und zum Schluss die Logik etwas auf der Strecke bleibt, ist der Unterhaltungswert höher als bei den letzten beiden King-Werken "Duddits" und "Der Buick".
Bewertung: 
Peter, 2004-01-24
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