Leseprobe: "Seht, dort drüben", unterbrach Waljakov die beiden und zeigte in Richtung Waldrand, aus dem eine Gestalt hervorgestolpert kam, hinfiel und sich schnell wieder aufrappelte. Die Wachen machten gleichzeitig ihre Armbrüste schussbereit und verfolgten den Menschen, der torkelnd auf die Reisegruppe zulief, mit aufmerksamen Blicken. Undeutlich nahm Lodrik Hilferufe wahr. "Was hat das zu bedeuten?", murmelte der Junge. Zwei große, schwarze Hunde brachen unvermittelt aus dem Unterholz hervor und machten sich ohne einen Laut an die Verfolgung des Flüchtenden. Der Leibwächter kniff die Augen zusammen. "Das sind borasgotanische Kampfhunde. Die wildesten Biester, die es gibt. Ich habe einmal gesehen, wie zwei von ihnen einen ausgewachsenen Stier zerfetzt haben." Er hob wie beiläufig den rechten Arm, die Soldaten legten die Armbrüste an. "Noch sind sie nicht in Reichweite, aber ich werde sie ohne zu zögern abschießen, sollten sie näher kommen." Die Gestalt war erneut gestürzt. Nur mit viel Mühe kämpfte sie sich wieder auf die Beine und taumelte weiter. In wenigen Momenten würden die Hunde über ihr sein. |
Literaturschock.de Rezension(en): Solch einen Anti-Helden wie den "Keksprinzen" gibt es selten: Der 15jährige Thronfolger hat ein Pfannkuchengesicht, ist dick, tolpatschig, unbeholfen, nicht gerade der Hellste, weinerlich und wehleidig. Er spießt seinen Zeh schon mal selbst mit den eigenen Sporen auf oder greift aus Versehen mit der Hand in die Klinge des eigenen Schwertes. Als "Strafmaßnahme" schickt ihn sein Vater weit weg in eine nördliche Provinz des Landes. Trotz all' dieser Charaktereigenschaften bemerkt man als Leser doch schnell, daß der Prinz sein Herz am rechten Fleck und ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden hat. Auch die anderen Hauptcharaktere sind sehr interessant: Waljakov, der düstere Leibwächter und Stoiko, der intelligente Diener. Es überraschte mich ehrlich gesagt, daß ich die Personen so schnell lieb gewinnen konnte.
Schatten über Ulldart überzeugte mich bereits auf den ersten Seiten mit seiner Spannung und seinem Humor. Das Lesen machte einfach Spaß! Vergleicht man Markus Heitz mit Wolfgang Hohlbein, so tut man ersterem Unrecht. Meiner Meinung nach, gehört der deutsche Autor eher in die Reihe von Dave Duncan, Barbara Hambly und Angus Wells.
Ich frage mich, wo sich diese tollen deutschen Autoren, die in der letzten Zeit vermehrt veröffentlicht werden, so lange versteckt hielten. Es bleibt nun also nur noch zu hoffen, daß sich Autor und Verlag mit den Fortsetzungen beeilen.
Bewertung: 
Literaturschock.de, Susanne K., 2002-06-18
Lodric ist ein übergewichtiger, fauler junger Mann im Alter von 15 Jahren. Da er aber nicht irgendein Mann ist, sondern der Thronfolger von Tarpol, beschließt sein Vater, daß er als Gouverneur von Granburg incognito seine potentiellen Fähigkeiten unter Beweis stellen muß. Lodrik macht sich also ans Werk...
Interessant und mal ganz anders fand ich gleich anfangs die russisch angehauchte Welt, in der die Geschichte spielt. Das Lesen machte gleich Spaß, wofür vermutlich insbesondere die humorige Schreibweise verantwortlich war. Im Verlauf wird die Geschichte zunehmend ernster, brutaler, aber auch spannender. Die Charaktere bekommen Tiefe und jeder einzelne ist mir mit der Zeit ans Herz gewachsen. Auch die Handlung bekommt Tempo und nimmt so manche überraschende Wendung.
„Schatten über Ulldart“ ist der Autakt einer sechsbändigen Serie und wird sicherlich noch so manche Überraschung für uns Leser bereithalten. Ich kann sie eigentlich jedem Fantasy-Liebhaber nur empfehlen.
Bewertung: 
Literaturschock.de, Bianca L., 2005-09-30
Schatten über Ulldart ist ein gelungener Auftakt zum sechsbändigen Ulldart-Zyklus "Die dunkle Zeit". Der Hauptprotagonist Lodrik war mir aufgrund seiner "Echtheit" gleich sympathisch. Mit seinen 15 Jahren bewegt er sich recht tolpatschig durch die Welt, besinnt sich jedoch eines Besseren, als er endlich die Möglichkeit hat, selbst Entscheidungen zu fällen und Dinge zu bewegen. Ich würde vermuten, dass ihm genau diese Selbstständigkeit gefehlt hat. Dieser erste Band führt bereits einige interessante Charaktere und Wesenheiten ein. Nicht alle "hässlichen" Kreaturen sind dumb und böse, das lernt man schon nach ein paar Kapiteln ;-) Unterschiedliche Religionen in den Gebieten Ulldarts liefern außerdem weiteren Zündstoff, die Gemüter der Bewohner Ulldarts zu erhitzen.
Insgesamt ist das Buch recht einfach zu lesen, es eignet sich daher auch gut für Zwischendurch. "Schatten über Ulldart" endet mit einem Cliffhanger und man _muss_ einfach wissen, wie es weiter geht...
Bewertung: 
Literaturschock.de, Sandra W., 2005-10-21
Persönliche Eindrücke:
Endlich, ENDLICH ein deutscher Autor, der weiß wie man die Leser fesselt. Spannend, einfallsreich mit einer Prise Humor führt der Autor den Leser in Lodriks Welt, wo es mitunter auch richtig zur Sache geht.
Okay, man könnte jetzt behaupten, die Story sei nicht wirklich neu, aber alle die das behaupten haben lediglich den ersten, höchstens noch den zweiten Band gelesen. Denn spätestens dann wird klar, hier gilt das gewöhnliche "Gut & Böse" Schema nicht mehr. Die Figuren im Buch leben, haben Schwächen und Stärken, was sie um so sympatischer macht (oder unsympatischer, je nach dem). Die Handlung ist herrlich schlüssig, ohne zu vorhersehbar zu sein.
Für jeden Fantasyleser, der etwas auf sich hält, ein Muss!
Bewertung: 
Klein Feide, 2003-12-12
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