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Belletristik Klassiker Charlotte Brontë - Jane Eyre
Jane Eyre, früh verwaist und arm, nimmt mit achtzehn Jahren eine Stelle als Hauslehrerin auf Thornfield Hall an, wo sie Adele, die uneheliche Tochter des Hausherrn betreut. Zu ihm, dem düsteren, jähzornigen Edward Rochester, fühlt sie sich bald hingezogen. Rochester, von Janes Aufrichtigkeit, Intelligenz und Mut tief beeindruckt, erwidert ihre Gefühle und macht ihr einen Heiratsantrag. Doch in der Nacht vor der Hochzeit entdeckt Jane ein furchtbares Geheimnis: Im oberen Stockwerk des Hauses hält er seine wahnsinnig gewordene Frau versteckt. Die Entdeckung, dass der geliebte Mann Bigamie begehen wollte, stürzt Jane in tiefe Verzweiflung. Obwohl sie Rochester immer noch leidenschaftlich liebt, flieht sie und entschließt sich, ihren Vetter St. John Ives zu heiraten, der plant, als Missionar nach Indien zu gehen. Doch eines Nachts glaubt sie, Rochesters Stimme zu hören. Sie eilt nach Thronfield Hall - und macht eine grausame Entdeckung. | | |
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Originaltitel Jane Eyre. An Autobiography (1847)
Verlag: btb
ISBN: 3442724112
Seiten: 668 Bindung: Taschenbuch
Dieses Buch wurde bereits 6050 mal aufgerufen Bücherklick-Hitliste (Top50)
Weitere Informationen zu Charlotte Brontë
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Verfilmungen: Jane Eyre (1997) Die Waise von Lowood (1944) | | | Leseprobe: Mit einer Art unbändigen Vergnügens lief ich vor dem Wind her und überantwortete meine Unruhe und Besorgnis dem Orkan, der unaufhaltsam durch die Weite tobte. Als ich den Lorbeerpfad hinunterging, sah ich die Überreste des Kastanienbaumes vor mir. Schwarz und zersplittert ragten sie empor. Der in der Mitte gespaltene Stamm ächzte gespenstisch. Die auseinandergerissenen Hälfte hatten sich nicht völlig voneinander gelöst, denn der feste Boden und die starken Wurzeln hielten sie unten noch zusammen, die Lebenskraft spendende Gemeinschaft aber war zerstört. Der Saft konnte nicht mehr strömen, die großen Äste auf beiden Seiten waren abgestorben, und die Stürme des nächsten Winters würden gewiß eine oder beide Hälfte zu Boden werfen. Noch konnte man allerdings sagen, dass sie einen einzigen Baum bildeten - eine Ruine zwar, aber immerhin eine vollständige Ruine. "Ihr tatet recht daran, euch aneinander festzuhalten", sagte ich, als wären die riesigen Splitter lebende Wesen, die mich hören konnten. "So verletzt ihr jetzt auch ausseht, so verbrannt und verkohlt, scheint mir doch noch ein wenig Leben in euch zu stecken, das eurer festen Verbindung in den treuen, zuverlässigen Wurzeln entspringt. Ihr werdet nie mehr grüne Blätter tragen, nie mehr erleben, dass Vögel in euren Zweigen ihre Nester bauen und fröhliche Lieder singen. Die Zeit der Freude und der Liebe ist für euch vorüber, doch ihr seid nicht einsam und verlassen, denn jeder von euch hat einen Gefährten, der seinen Verfall mit ihm teilt." |
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Literaturschock.de Rezension(en): Ein Klassiker der Weltliteratur, der mich weit mehr mitgerissen hat, als es bei "Sturmhöhe" der Fall war. Jane Eyre ist eine starke, intelligente Persönlichkeit mit all ihren Ecken und Kanten, wie sie jeder Mensch hat. Charlotte Bronte schafft mit ihren detailllierten Beschreibungen ein genaues Bild der Umgebung und Atmosphäre dieser Zeit. Kraftvoll, scharfsinnig, witzig und wie Diamanten geschliffen sind auch die Dialoge zwischen Jane und Edward Rochester bzw. zwischen Jane und St. John. Schon alleine diese Tatsache macht aus diesem Buch einen wahren Genuss.
Die Charaktere beziehen sich immer wieder auf Bibelsprüche, Gedichte, Romane der damaligen Zeit. Dabei sind manche Aussagen beinahe prophetisch, wie man im Verlaufe des Buches merkt. Jane selbst ist eine Frau, die ihre Stellung in der Gesellschaft behauptet, die sagt, was sie denkt und für ihre Prinzipien einsteht - was für die damalige Zeit recht ungewöhnlich war. Dies machte den Roman auch zu einem Vorreiter für das Umdenken über die Frau in der Gesellschaft.
Dieses Buch wurde gemeinsam im Klassikerforum gelesen und diskutiert.
Bewertung: 
Literaturschock.de, Susanne K., 2003-02-23
Persönliche Eindrücke:
Jane Eyre, ein Name, der einem in der Literatur immer wieder begegnet. Als große Heldin der Frauen wird sie gefeiert, als romantische Protagonistin geliebt, von mir aber vor allem für ihre Standhaftigkeit und dafür, dass sie stets auf ihre Prinzipien bestanden hat.
Aufgewachsen in einer alles andere als liebevollen Umgebung, ausgegrenzt von der einzigen Familie, die ihr noch bleibt, ist Jane froh, ins Internat zu dürfen, wo es ihr zwar wenig besser geht, sie jedoch zumindest unter Gleichen ist.
Nach 8 Jahren an dieser Schule zieht sie aus um als Gouvernante im Haus von Mr. Rochester zu arbeiten. Zwischen den beiden entwickeln sich zarte Gefühle, zuerst noch verborgen, dann voller Leidenschaft. Doch Mr. Rochester hütet ein Geheimnis, welches sein und das Glück Jane Eyres auf eine harte Probe stellen soll.
Man fiebert von der ersten bis zur letzten Seite mit Jane mit und kann sich weder dem Bann der Geschichte noch dem außergewöhnlichen Charme Edward Rochesters entziehen. Für Frauen ist dies ein Muss unter den klassischen Werken der Literatur.
Die Sprache hat mich ebenfalls fasziniert, weil sie, obwohl altmodisch, wie ja zu erwarten, in einem fast modernen Stil die Geschichte dieser modernen Frau erzählt. Charlotte Bronte spart nicht an Details, Beschreibungen wirken jedoch nie überladen. Man hat stets das Gefühl, genug zu wissen, aber auch nichts zu verpassen.
Besonders schön fand ich das Ende, das obwohl im Großen und Ganzen gut, doch einen tragischen Unterton mitschwingen lässt und dadurch das Buch nicht wie ein Hollywood-Skript wirken lässt. Für Jane Eyre gibt es von mir die volle Punktezahl, denn dies ist ein Buch, was ich bestimmt noch viele Male lesen werde.
Bewertung: 
Wendy, 2005-09-10
Jane macht es einem nicht schwer, sie zu mögen. Im Haus der Tante mit dem brutalen John durchläuft sie ein Tal der Düsterniss. Düstere Wolken, wiederwärtig, fahles Nichts aus Dunst und Nebel, klagende Boen, eine Stimmung "die geisterhaftüber einem Friedhof liegt", auf dem Rücken eines Diebes ein Dämon, eine Menschenmenge umsteht einen Galgen. Solche Beschreibungen erinnern ans Horror-Genre.
Erst 10 Jahre alt, kommt Jane von diesem Regen in die Traufe der Lowood-Schule, die auch nur ein paar menschlich-wärmende Stellen wie Hellen Burns und vor allem Maria Temple für sie bereit hält.
Die Dialoge mit der schicksalsergebenen Hellen lassen Jane´s Geisteshaltung langsam deutlich werden.
Später- bereits in Thornfield Hall- ist ihre Haltung zur Stellung der Frau in der Gesellschaft bereits ausgeprägt. Eine ungewöhnliche und sehr beachtenswerte Haltung in ihrer Zeit- der ersten hälfte des 19. Jahrhunderts.
Intelligente Dialoge mit Rochester, der Konflikt zwischen Moral und Gefühl, die Odyssee nach Moor House. Superb!
Bronte führt die Geschichte weiter, ohne den Hauch der Möglichkeit, das Ende zu erahnen (für mich jedenfalls). Grandios!
Dann das Ende. Ein Bild, so finster wie in den ersten Kapiteln. Das alte, dunkle Gemäuer mit dem blinden Rochester. Aber die Finsterniss hat keine Chance sich festzusetzen. Weder in den Köpfen der Protagonisten, noch in meinem.
Neben dem Bedauern, die letzte Seite erreicht zu haben, gesellt sich das Gefühl etwas gutes und schönes erlebt zu haben. Nach dem Ende der Lektüre blieb das Buch ungewöhnlich lange auf meinem Knie liegen- noch so viele Bilder im Kopf.
Bewertung: 
Rainer, 2002-11-24
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