Die Flottillen der Toten segelten auf Flüssen unter Wasser um die Welt. Der Gauner Feucht von Lipwig wird dazu verdonnert, die heruntergekommene Post der Scheibenwelt wieder auf Vordermann zu bringen. Im alten Postamt von Ankh-Morpork ruht die Arbeit seit vielen Jahren, Berge von Briefen haben sich angesammelt. Doch Feucht bleibt keine Wahl. Und mit seinen Mitarbeitern Pumpe, Grütze und Stanley gelingt es ihm tatsächlich in kurzer Zeit, im Postamt wieder für regen Betrieb zu sorgen – sehr zum Ärger der Konkurrenz vom Großen Strang der Klacker. Dieses Unternehmen zur Übermittlung von Nachrichten mittels Klackertürmen wird von dem Betrüger Reacher Gilt angeführt, der jetzt versucht, Feucht aus dem Weg zu räumen. Doch den hat selbst der Ehrgeiz gepackt: Feucht fordert seinen Konkurrenten zu einem öffentlichen Wettstreit "Postkutsche gegen Klacker" auf – wer kann eine Nachricht schneller in das zweitausend Meilen entfernte Gennua bringen? |
Persönliche Eindrücke:
Der Betrüger Feucht ist vom Diktator von Ankh-Morpork dazu verdammt worden, die Post generalzuüberholen. Doch es gibt einen Grund dafür, dass die Post vor Jahren ihre Pforten geschlossen hat: Es liegen Berge nicht zugestellter Briefe im Gebäude. Gemeinsam mit dem alten Juniorpostbote Grütze und dem Nadelsammler Stanley schafft es Feucht, die Post wieder in Schwung zu bringen. Doch als sich alles zum Besseren wendet, fordern die modernen Klacker die Post zu einem Rennen über zweitausend Meilen heraus. Feucht nimmt an, doch wie kann eine Postkutsche gegen die Klacker gewinnen, die die moderne Technik des Morsens benutzen?
Das Buch ist im Stil gehalten, den sich die Leser von Terry Pratchett gewohnt sind. Durch die extrem gute Charaktergestaltung - jede wichtige Person hat mehrere Macken - gelingt es Pratchett, den grotesken Plot noch grotesker und - natürlich - saukomisch rüberzubringen. Ich war vom Klappentext nicht überzeugt. Aus meiner bisherigen Pratchett-erfahrung habe ich geschlossen, dass die Bücher, welche in Ankh-Morpork spielen, nicht mit dem Rest mithalten können. Dass dem nicht so ist hat mir der Autor auf eindrucksvolle, ironische und unterhaltsame Art und Weise beibringen können, auch ist Pratchett nicht, wie zum Beispiel in "Alles Sense!’ ins Blödeln abgekommen, was mir sehr zugesagt hat.
Mein Lieblingscharakter ist ganz klar Feucht. Seine Cleverness und sein innerer Zwiespalt zwischen netter Kerl und Betrüger ist sehr schön dargestellt und reizt die Lachmuskeln bis zum Äussersten. Das Ganze wird durch seine Liebe zur Fräulein Liebherz nur noch gesteigert. Ein Höhepunkt ist ganz klar das Zusammentreffen mit dem Chef der Klacker er ist - wie Feucht - ein Meisterbetrüger. Dieser ist dem Leser sofort unsympathisch - obwohl er eigentlich genau gleich ist wie die überaus liebenswert dargestellte Hauptperson. Die Ironie ist in diesem Falle tödlich für das Zwerchfell.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist von der alten Terry Pratchett-schule, nichts aussergewöhnliches für diesen Autor. Aber wenn Romane so gut funktionieren - warum dann abändern?
Bewertung: 
Ivo Rickenbacher, 2008-06-22
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