Ich kenne die Melodie des Lebens. Leipzig im Jahr 2006. Sie ist die gute Seele des Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollen. Jeder, der die junge Frau am Bett eines Sterbenden wachen sieht, wird sie für einen Engel halten. Denn niemand weiß, wer sie wirklich ist ...
Jung sein, schön, gesund - und das bis in alle Ewigkeit: Was sich für viele nach einem Traum anhört, ist für Sia schon vor langer Zeit zum Fluch geworden. Sie sehnt sich nur nach einem: einschlafen und nie wieder aufwachen müssen. Doch das darf sie nicht. Zu groß ist die Schuld, die Sia auf sich geladen hat, zu groß die Verantwortung, die sie gegenüber der Menschheit trägt. Um den Schmerz zu lindern, schreibt Sia in einer langen, einsamen Nacht ihre Geschichte nieder. Sie beginnt 1670 und erzählt von einem kleinen Mädchen, das in die dunklen Machenschaften der "Kinder des Judas" verwickelt wurde, jenes mächtigen Bündnisses von Wissenschaftlern - und Vampiren! |
Literaturschock.de Rezension(en): In der Gegenwart lernt der Leser Sia kennen. Aus ihrer Sicht wird ihr derzeitiges Leben beschrieben und nach und nach die verschiedenen Facetten ihres Charakters aufgedeckt. Parallel dazu verläuft ein Handlungsstrang ca. 300 Jahre vorher, der die Geschichte von Scylla erzählt. Ein kleines Mädchen, das nach und nach die Geheimnisse ihrer Herkunft und den Sinn ihres Lebens entdeckt.
Zwischen diesen beiden Handlungssträngen wird im gesamten Buch immer wieder hin und her gesprungen. Dabei liebt es der Autor die Kapitel mit Cliffhanger enden zu lassen, in die andere Zeit zu wechseln und den Leser damit zum Weiterlesen zu zwingen. Jedoch auch ohne diese Cliffhanger würde es schwer fallen, das Buch aus der Hand zu legen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Stimmungen des Buches werden sehr gut näher gebracht und ich war sofort von der Geschichte fasziniert und in ihr gefangen.
Die vorkommenden Charaktere sind sehr vielschichtig und es ist schwer sie als "gut" oder "böse" einzustufen. Fast jeder Charakter hat seine positiven, aber auch sehr dunkle Seiten. Vor allem die beiden Hauptcharaktere Sia und Scylla erscheinen einem zu Beginn ganz anders und man wird davon überrascht, dass sie plötzlich noch ganz andere Seiten offenbaren.
Der Beginn des Buches ist überraschend emotional und verursacht schon eine gewisse Gänsehaut. Aber nicht, weil es gleich blutrünstig zur Sache geht, sondern ganz im Gegenteil, ein sehr tragisches Thema angesprochen und sehr feinfühlig ausgeführt wird.
Das Buch ist ein Vampirroman und wird diesem Anspruch meiner Meinung nach auch voll und ganz gerecht. Man erfährt viel über die unterschiedlichen Vampirarten, die Möglichkeiten, wie man einen Vampir umbringen bzw. sich vor ihm schützen kann. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, das dies für mich der erste Vampirroman war, den ich gelesen habe und ich konnte eine Menge über Vampire lernen, was ich vorher noch nicht wusste.
Jedoch, da es sich um einen Vampirroman handelt, fließt natürlich auch eine Menge Blut. Dies gehört an und für sich zu so einem Roman, ich muss jedoch gestehen, dass einige Kapitel für mich zu "blutig" waren und ich irgendwann das Gefühl einer "Blutüberflutung" hatte.
Sehr gelungen ist der Schluss, der beide Handlungsstränge auf eine sehr geschickte Art und Weise zusammen führt und insgesamt ein Ende bietet, das mich überzeugt zurück gelassen hat. Gleichzeitig ist es ein Ende, das das Buch wundervoll abschließt, sich jedoch alle Möglichkeiten eines Folgeromans offen lässt (auf den ich sehr hoffe!).
Ein insgesamt sehr gelungenes Buch, das ich allen Vampir-Liebhabern nur empfehlen kann. Jedoch ist es nichts für zarte Gemüter und die Altersbeschränkung ab 16 Jahren ist meiner Meinung nach auf jeden Fall gerechtfertigt!
Bewertung: 
Literaturschock.de, Tina B., 2008-02-28
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