Literaturschock.de Rezension(en): Dies ist eines der Bücher, die ich eigentlich gar nicht so gerne rezensieren möchte. Auf der einen Seite ist "Wuthering Heights" ein sehr deprimierendes Buch, das mir zeitweise sehr auf die Stimmung schlug. Manchmal mußte ich es sogar für einige Tage auf die Seite legen (aus diesem Grund brauchte ich fürchterlich lange es zu lesen). Die Charaktere fand ich teilweise sehr übertrieben und sogar die Sympathieträger hätte ich fast die ganze Zeit am liebsten gegen die Wand geklatscht.
Andererseits hat es mich - je mehr ich davon las - gefangen genommen. Heathcliff wird zu Recht als einer der faszinierendsten Unholde der Literaturgeschichte bezeichnet. Ich habe noch nie von einer so abgrundtief bösartigen Romanfigur gelesen. "Sturmhöhe" ist für mich ein Paradebeispiel für absolute Lieblosigkeit.
Negativ aufgefallen ist mir auch noch der Schluß, der jetzt nach all diesem deprimierenden Pessimismus ein Friede-Freude-Eierkuchen-Happy-End servierte.
Alles in allem bereue ich es jedoch nicht, "Sturmhöhe" gelesen zu haben, allerdings hätte ich es niemals hinter mich gebracht, wenn ich es nicht im Rahmen meines Klassikerforums besprochen und gemeinsam mit "Leidensgenossinnen" ;-) gelesen hätte.
Bewertung: 
Literaturschock.de, Susanne K., 2001-04-30
Persönliche Eindrücke:
Ich wundere mich sehr über einige dieser Rezensionen. Als ich das Buch gelesen habe, fand ich es ziemlich langatmig. Die Situationen sind zeitweilig ziemlich ähnlich, aber nun zu meinem Eindruck. Meiner Meinung nach ist Heathcliff nicht der einzige bzw. überhaupt ein Unhold. Die Menschen, die ihn zu dem gefühlskalten Stein werden ließen, sind die Hauptübeltäter, Hindley zum Beispiel. Seine Liebe zu Catherine ist ein Beweis dafür, dass er eigentlich gar nicht so gefühlskalt ist. Die Zurückweisung von ihr hat ihn in den Wahnsinn getrieben. Nach ihrem Tod wurde er allerdings zu einem solchen Schandtäter, dass es mir die Sprache verschlug! Wie er mit seinen Mitmenschen umgeht fand ich einfach nur respektlos. Nur, weil er sein Glück verlor, durfte kein anderer glücklich sein. Wie er über seinen Sohn Linton redet und denkt... Selbst wenn dieser ein Schwachkopf ist, ist er immernoch Heathcliffs Fleisch und Blut.
Das Buch hat mir eine Menge beigebracht und meine Sicht der Dinge verändert. Daher ist es weiterzuempfehlen.
Bewertung: 
Johanna, 2009-03-24
Ich bin gerade dabei, dieses Buch zu lesen. Es ist so faszinierend und schön geschrieben, dass ich mich spontan entschlossen habe, für die Schule ein 10 Seitiges Referat darüber zu schreiben, für welches mir noch ein Thema fehlte.
Durch die Haushälterin wird das Buch sozusagen schon parteiisch geschildert, auch wenn die Frau ihre Meinung vonden einzelnen Personen hin und wieder wechselt, aber die Meinungsbildung bleibt einem teilweise vorenthalten. Zu interpretieren schien es mir unmöglich, nicht etwa weil alles klar und deutlich beschrieben werde,sondern weil alles so komplex dargestellt ist und man nicht weiß, wo anfangen mit dem erklären der Psychen und Geheimnisse.
Ich habe schon gehört, dass es durchweg keine Liebenswerten Personen in diesem Buch gibt, aber das ist nun wirklich nicht der Fall. Ich finde in jedem Menschen (außer vielleicht Hindley) lässt sich etwas gutes Erkennen und das macht das Buch so real, dass jeder Charakter seine guten und Schlechten Seiten hat.
Abgesehen davon sind die Satzstrukturen einfach nur atemberaubend. Ich musste wirklich manche Sätze vier oder fünfmal lesen, weil ich sie so faszinierend fand. Im allgemeinen gefält mir die etwas ältere Literatur sprachlich sehr viel besser, als die heutige. Auf jeden Fall werde ich das Buch wohl auch noch auf Englisch lesen, das Original ist ja immer noch das beste.
Bewertung: 
Silja-Marit Rusch, 2009-01-09
Ich muss diese Woche ein "Lesetagebuch" über Emily Bronte's "Wuthering Heights bzw Sturmhöhe" für Deutsch schreiben und weil ich schon dabei bin, werde ich auch hier bei literaturschock meine eigene Meinung über dieses Buch der Öffentlichkeit zugänglich machen :)
Also... Sturmhöhe ist einerseits so wahnsinnig faszinierend und andererseits so düster, kalt, bedrückend und gefühllos. Nein, das nehme ich zurück, das mit dem gefühllos. Denn es ist volles Gefühle: du schlägst dieses Buch auf und es kommt dir vor, sie springen dir entgegen und nun musst du ob du willst oder nicht, mitfühlen. Mitfühlen mit diesem Buch, mitfühlen mit Cathy, Heathcliff, Edgar Linton, Hindley, Hareton und allen anderen. Und das Beste...es gibt kein "gut und böse" auch wenn viele das so sehen. Heathcliff ist ein Unhold, aber kein Bösewicht, er liebt Cathy bis in den Tod und ich finde Emilys Ende besonders schön:... und wunderte mich, wie jemand glauben konnte, dass die Toten in dieser stillen Erde nicht ungestört ruhten.
Es ist romanisch- traurig- deprimierend! Eine gewagte Zusammensetztung- doch eine gelungene! Besonders für die Zeit des 19. Jhd wo noch bestimmte Regeln für das SChreiben von Büchern galten- Emily hat sie alle gebrochen! Gratulation!!! Eindeutiges Schlussergebnis: unbedingt zu empfehlen
Bewertung: 
Isabelle, 2007-02-28
Mir scheint, man muß eine Parallele ziehen zwischen Charles Dickens und Emily Bronte, da beide auf wenig idealistische Art und Weise auf die Missstände ihrer Zeit hinweisen wollten. Ihre Herangehensweise an das heikle Thema des Aufzeichnens und Kritisierens des ihrer Epoche eigenen Zeitgeists unterscheidet sich in erster Linie dadurch, dass Emily Bronte, introvertiert, wie sie zeitlebens war, verwoben mit den Phantasiewelten, die sie sich gemeinsam mit ihren Geschwistern schuf, ganz in den explosiven Charakteren der Protagonisten aufgeht, während Charles Dickens zumindest um eine einigermaßen realistische Darstellung bemüht ist. Der eine wie der andere ist jedoch lediglich als Beobachter wirklich gut, kaum versucht er nämlich der Geschichte ein strahlendes Ende zu geben, zerstört er mutwillig die vorangegangene Arbeit, sich an der dankbaren Poesie von Verkommenheit und menschlichem Makel zu laben.
Bewertung: 
Anna Bardach, 2006-11-28
Sturmhöhe ist eines meiner Lieblings Klassiker. Ich habe es bisher 3 mal gelesen und jedes Mal wieder bin ich von neuem überwältigt von den Gefühlen, die dieses Buch in mir hervorruft. Die meisten Menschen, die es lesen mögen den Protagonisten nicht, während ich immer wieder auf neue unsagbares Mitgefühl und Verständnis für ihn empfinde. Er ist zweifellos kalt, rücksichtslos und grausam. Jedoch darf man nicht vergessen, was ihn zu seinem Verhalten getrieben hat. Liebe. Heathcliff ist ein Mann der liebte - nein, er tut es noch immer- und von dieser Liebe auf das grausamste enttäuscht wurde. Wer kann es ihm verdenken, dass er darüber hinaus wahnsinnig wurde? Meiner Meinung nach ist es ein wunderbares Buch. Eines von wenigen, dass in mir tiefe Gefühle auszulösen vermag.
Bewertung: 
Nadine, 2005-07-17
Leider muß ich in den vorhergehenden Meinungen immer von "gut" und "böse" lesen. Nun, sicherlich hatte selbst die Autorin vermutet, daß es (zumindest in ihrer Zeit) so aufgefaßt würde, hatte sie vielleicht aus diesem Grunde anfangs ein Pseudonym gewählt gehabt. Aber mitnichten. In diesem Werk geht es weder um gut noch um böse. Nein, es geht ausschließlich um Gefühle und nichts anderes. Und wenn es um Gefühle geht, dann vermischen sich beispielsweise sehr oft Liebe und Haß, und das völlig unkontrolliert. Heathcliff ist in meinen Gedanken alles andere als ein böser Mensch. Und wenn überhaupt, warum wird er dann als solcher wahrgenommen? Letztendlich doch nur, weil er in eine Gesellschaft hineingezwungen wurde, mit der er nie zurecht kam. Heathcliff wurde gemein, weil er liebte. Er liebte eine Frau, die seine Zuneigung auch erwiederte und dennoch jemand anderes auserwählt hatte. Ein jeder Mensch, der solches erlebt ist sehr leicht empfänglich für Haßgelüste, was ich persönlich als sehr menschlich empfinde.
Bewertung: 
Thomas Hang, 2005-05-30
Ich kann nicht verstehen, dass viele das Werk als "Ein Paradebeispiel absoluter Lieblosigkeit" bezeichnen. Das sehe ich vollkommen anders, nur tragen die Charaktere ihre guten Seiten und die Liebe, die sie empfinden, nicht so stark zur Schau, wie das in anderen Romanen der Fall ist. "Wuthering Heights" ist zweifellos nicht der Ort, an dem man leben möchte. Terror, Gewalt, Tod, Angst - und dennoch gibt es auch die schönen Zeiten dort. Die Kindheit von Catherine und Heathcliff ist nicht ausnahmslos schlecht; Catherine (die Jüngere) verlebt eine wundervolle Kindheit auf der Grange...jeder der Charaktere erlebt auch schöne Zeiten.
Gestolpert bin ich über das Wort "Sympathieträger", das hier so häufig in die Diskussion gebracht wird. Wer in diesem Roman ist bitte ein Sympathieträger??? Ich habe danach gesucht, aber keinen gefunden. Jeder hat seine liebenswerten und seine schlechten Seiten, keine der Charaktere ist ausnahmslos gut oder schlecht ( Gott sei Dank, möchte ich sagen, wie unrealistisch wäre ein so polarer Charakter denn auch! ). Heathcliff - der Unhold! Ich frage mich immer wieder, ob er wirklich ein so grausamer Unhold ist. Stellt er sich nicht einfach gern grausamer dar als er es wirklich ist? Er ist ein Mensch voller Empfindungen und eigentlich nicht mehr als ein gebrochener Mann. Seine Absicht, alle der Familien Linton und Earnshaw auszulöschen - setzt er es wirklich um? Oder ist nicht vielmehr jeder auch selbst an seinem Scheitern schuld?
Nelly - ist sie so gut, wie man zunächst annimmt?? Wohl kaum, denn sie wechselt stets die Seiten, versucht zu jedem loyal zu sein und auch das scheitert... Ob absichtlich oder nicht...
Kann mir jemand die Funktion des Ich-Erzählers, Mr. Lockwood, erklären??? Ich suche nach dem Sinn, dass gerade ER es ist, von dem wir die Geschichte erfahren. Und wie ist das Ende des Romans zu beurteilen? "Sturmhöhe" ist für mich einer der besten Romane, die ich je gelesen habe. Ich möchte jedem mit Interesse an Literatur dazu raten, ihn zu lesen.
Bewertung: 
Möhrchen, 2003-08-29
Sturmhöhe ist eines der schönsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Die leidenschaftliche Liebe von Heathcliff zu Catherine, seiner Liebe, seinem Leben endet natürlich wie jede leidenschaftliche Liebe in Zerstörung und vor allem Selbstzerstörung. Wer würde sich nicht wünschen so geliebt zu werden. Catherine stellt ihre materiellen und rationalen Wünsche über die Liebe und löst damit eine Katastrophe aus. Sie macht Heathcliff und Linton unglücklich – eine großartige Darstellung einer egoistischen Frau, die ohne Rücksicht auf andere, nur ihre eigene Bequemlichkeit verfolgt. Das mystische Ende, dass sich die zwei Liebenden dann im Jenseits finden lässt den ganzen Roman in einem entrückten und eben unwirklichen Licht erscheinen. Wo gibt es schon real so eine Leidenschaft? Heathcliff erinnert mich an Dostojewskijs leidenschaftliche Helden.
Bewertung: 
Adara, 2003-05-12
Was hat sich Emily nur dabei gedacht? Die gute und interessante Geschichte um den rachsüchtigen Heathcliff, der gleich zwei Familienclans vernichten will, hat eine solche Überdrehtheit der Charakteren nicht verdient. Eine gute Story mit völlig überzogenen Darstellern.
Heathcliff, dessen Bösartigkeit nach oben völlig offen ist, lässt auf der anderen Seite so wenig menschliches erkennen, dass es für mich schon Grotesk wird. Schade- dadurch wird die an sich grandiose Figur des Bösewichtes doch sehr Unglaubwürdig. Etwas weniger (Böswilligkeit) wäre mehr (Glaubwürdigkeit) gewesen.
Das Gut Wuthering Heights wird mit seinen Bewohnern- wie Heathkliff selbst- derart eindimensional zum Bösen hin ausgerichtet, dass mir das Ende des Buches (ab Kapitel 32), wie ein -schlechter- Scherz vorkam. Es war ein Bruch, ein vollkommener Bruch im Lauf der Geschichte. Emily wusste wohl nicht weiter, und ließ Charlotte die letzten drei Kapitel verfassen ;-).
Mit diesem Buch musste Richard III. den ersten Platz für Bösewichte zugunsten Heathkliffs räumen.
Bewertung: 
Rainer K., 2002-12-27
Ja, er ist ein Bösewicht, aber einer der es gelernt hat. Ich habe dieses unheimlich gerne gelesen. Es ist ein bißchen gruselig und ein bißchen traurig, aber es ist auf jeden Fall absolut faszinierend.
Bewertung: 
alexa, 2002-06-11
Als ich dieses Buch, das erste Mal gelesen habe, geschah es eher aus Zufall und ich muss gestehen, beim ersten Mal hat es mir auch gar nicht gefallen, im Gegenteil ich fand es eher langweilig. Aber dann ca. 2 Jahre später las ich es zum 2. Mal und ab da war ich hoffnunglso verliebt in dieses Buch. Ich glaube man kann dieses Buch nicht nur einfach lesen, man muss es fühlen. Für mich war aber nicht Heathcliff der eigentliche Bösewicht, sondern Cathrine. Sie hat sie beide getrennt, obwohl sie wusste, welche Wirkung, das haben würde. Trotzdem ist die Leidenschaft mit der Heathcliff seine Cathrine liebt, schon beängstigend. Er liebt sie so sehr, dass es schon an Hass grenzt, denn er gibt ihr die Schuld, dass er solche seiner Meinung nach, hässlichen Gefühle wie Liebe und Zärtlichkeit empfindet, wenn auch nur für eine Person, Cathrine.
Und noch etwas, was sehr ungewöhnlich ist, war die Reaktion von Heathcliff als er vom Tod Cathrines erfährt, er wünscht ihr nicht ein schönes Leben im Jenseits und sie solle in Frieden ruhen, sondern er verwünscht sie, dafür, dass sie ihn allein lässt.
Und für mich waren seine Worte eine der schönsten Liebeserklärungen, die es gibt.
"Ich kann nicht leben ohne meine Liebe, ich kann nicht leben ohne mein Leben."
Ich empfehle jedem, der ein etwas romantisches-düsteres Gemüt vorzuweisen hat und jedem, der es auch mal mag, wenn die Geschichte schlecht ausgeht, dieses Buch.
Bewertung: 
Elke, 2001-10-30
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