Literaturschock.de Rezension(en): Als die Reisejournalistin Elaine Salm auf den Falkner Thoralf Hansen trifft ist sie einerseits fasziniert, aber andererseits erscheint ihr der wortkarge Mann auch unsympathisch. Ihm geht es da ähnlich, denn er liebt die Ruhe und Abgeschiedenheit und kann mit Großstadtfrauen und Medienrummel nichts anfangen. Der Gedanke an den geheimnisvollen, freiheitsliebenden Falkner lässt Elaine nicht los und so entschließt sie sich, ein schicksalträchtiges Telefonat zu führen. Über alle Grenzen kommen sich die beiden näher und doch scheint es keine gemeinsame Zukunft für sie zu geben: Zu verschieden sind ihre Welten, zu viele Chancen werden nicht wahrgenommen.
Simone Behnke hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Bücher außergewöhnlichen Männern mit seltenen Berufen zu widmen. Für "Federspiel" recherchierte sie offensichtlich sehr ausführlich in der Welt der Falkenzucht und Falkenjagd und bietet sie dem Leser zahlreiche Informationen zum Thema. Die Geschichte bewegt sich nicht nur in Deutschland, sondern verlagert sich auch teilweise nach Arabien, wo die Sheiks auch heute mit Leidenschaft Falkenjagd betreiben. Da die Falknerei nur von Männern mit Leidenschaft und voller Hingabe betrieben werden kann, macht zwischenmenschliche Beziehungen nicht leicht und so pendeln unsere beiden Hauptcharaktere zwischen Angst, Resignation und Zuversicht.
Die Liebe, die sich zwischen Elaine und Thoralf entwickelt ist niemals einfach, die Protagonisten machen Fehler, die - wie im richtigen Leben - zu verpassten Chancen führen. Bald erkennen wir, dass es sowohl ein "zu früh" als auch ein "zu spät" gibt und so umschifft die Autorin gekonnt die Klippen "Klischee" und "Kitsch" und legt mit "Federspiel" eine eher tragische Liebesgeschichte vor. Wird man anfangs noch mit geballten Informationen zum Thema Falknerei versorgt, wechselt der Schwerpunkt bald und macht die beiden Hauptpersonen zum Zentrum.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, so dass man das Buch vermutlich innerhalb von zwei, drei Nachmittagen gelesen hat. Das Ende hinterlässt einen dicken Kloß im Hals und doch einen Funken Zuversicht. Sehr schön empfand ich das Cover des Buches, das mit dem fliegenden Falken so gut zum Inhalt passt.
Insgesamt gibt es für mich also kaum etwas auszusetzen, mit der Ausnahme, dass die Falken ab der Mitte eher in den Hintergrund traten und so bei dem Beziehungs-Hin-und-Her ein paar kleine Längen entstanden. Ansonsten ist "Federspiel" aber ein Buch, das ich besonders denjenigen ans Herz legen möchte, die sich schon von Nicholas Evans "Pferdeflüsterer" faszinieren ließen.
Bewertung: 
Literaturschock.de, Susanne K., 2006-12-01
Elaine arbeitet für ein Reisemagazin und schreibt an einem Bericht über Burgen in Thüringen, als sie auf einer solchen den Falkner Thoralf kennen lernt, den sie nicht wieder vergessen kann. Nach einigen Schwierigkeiten schaffen sie es zumindest telefonisch in Kontakt zu kommen, aber da sie beruflich stark eingebunden ist und er seine Falken nur selten alleine lassen kann bzw. häufig in den arabischen Staaten unterwegs ist, wo die meisten Kunden für seine Falken sitzen, dauert es eine ganze Zeit, bis sie sich wieder sehen. Und auch ihre weitere Beziehung ist mehr von Ferne als von Nähe geprägt.
Ich habe zu dem Buch bereits einige positive Kommentare gelesen, muss aber leider sagen, dass ich denen ganz und gar nicht zustimmen kann. Bei dem Buch ist für mich allerdings schon von Anfang an alles schief gelaufen. Alleine der Name Thoralf jagt mir schon eine Gänsehaut über den Rücken, so übertrieben pathetisch klingt er. Überhaupt, ich habe keine Ahnung, was Elaine (der Name ist nicht viel besser) an diesem egozentrischen Typen findet, ich halte sie allerdings auch für eine karrieregeile Medienschnepfe, so dass ich auch nicht verstehe, was er anziehend an ihr findet. Noch dazu ist sie verheiratet, allerdings ist ihr Ehemann so ziemlich die überflüssigste Person, die mir je in einem Roman begegnet ist. Seine Rolle hätte man direkt streichen können, hat er doch keinerlei Einfluss auf die Handlung und die einzigen Gefühle, die sie ihm gegenüber zu haben scheint, ist Enttäuschung darüber, dass er so ein langweiliger Typ ist. Das Ende wirkte für mich so, als habe die Autorin keinerlei Ahnung gehabt, wie sie zu einem glücklichen Ende kommen soll und dann einfach zum Holzhammer gegriffen, in der Hoffnung, dass die Leser so gerührt sind, dass ihnen nicht auffällt, dass das Ende am ehesten der Verzweiflung der Autorin entsprungen ist.
Ich habe mich die meiste Zeit gelangweilt und irgendwann ganze Seiten überblättert, die Figuren waren langweilig und nicht sehr sympathisch. Die Details über die Falknerei waren zwar recht interessant, aber ein interessanter Beruf des Helden reicht nicht aus, um einen guten Roman zu erhalten.
Bewertung: 
Literaturschock.de, Ilka B., 2008-06-09
Mit "Federspiel", ihrem Debütroman, ist es Simone Behnke gelungen, den Leser nicht nur in eine zarte Liebesgeschichte, sondern zugleich in ein für einen Liebesroman ungewöhnliches, aber sehr interessantes Thema einzutauchen.
Elaine ist Reisejournalistin und arbeitet viel. Gefangen in einer kaputten Ehe reist sie durch die Welt und versucht sich finanziell über Wasser zu halten, was ihr mal besser und mal schlechter gelingt. Durch Zufall trifft sie bei einer Recherche den Falkner Thoralf, der sich aufgrund seines außergewöhnlichen Berufes zur damaligen Zeit auf der Burg "Zum Blauen Wunder" in Thüringen aufhält. Was zunächst wie eine flüchtige Begegnung wirkte, hat Elaine doch tiefer berührt und sie versucht nach einiger Zeit erneut Kontakt zu ihm aufzunehmen. Es will ihr nicht sofort gelingen und sie erfährt mehr über seinen nicht ortsgebundenen Lebensstil. Als die beiden beginnen oft und lange zu telefonieren, wird ihnen klar das sie mehr verbindet und sie treffen sich. Elaine hat die Gelegenheit ihrem stressigen Alltag zu entfliehen und dank Thoralf emotional und körperlich in völlig neue Welten vorzudringen. Jedoch steht ihre Verbindung unter keinem günstigen Stern und so ist ihr Ende ungewiss. Thoralf liebt sein ungebundenes Leben und lebt für seinen Beruf und seine Falken, doch auch Elaine kann diesem Leben mehr abgewinnen als sie anfangs zu gibt und entdeckt die faszinierenden Tiere von ihrer schönsten Seite.
Wie auch in ihrem Roman "Mittsommernächte", handelt es sich für den Leser keinesfalls um einen "normalen Liebesroman", denn die Autorin schafft es, durch ausgezeichnete Recherche und Hintergrundinfos, die -wie beiläufig- in das Verhalten und die Gespräche der Protagonisten eingebunden sind, den Leser auf eine Reise in Thoralfs Welt der Falken und der fremden Traditionen zu entführen. Man wird Zeuge der Abtragung eines jungen Falken, und sogar der Titel des Buches ist nicht nur ein romantischer Titel sondern ein echter Fachbegriff im Umgang mit den anmutigen Tieren.
Die Sprache ist leicht und flüssig, die Spannung bleibt bis zu den letzten Seiten und eigentlich gibt es keine wirklichen Kritikpunkte. Was ich nur etwas störend fand, war die Einstellung Elaines ihrer Ehe gegenüber, aber da diese mehr als kaputt zu sein scheint, klingen auch diese Entwicklungen nachvollziehbar, wenn auch sicher nicht jeder Leser handeln würde wie die Protagonistin oder volles Verständnis dafür hat.
Wer eines der Bücher mochte, der wird auch das zweite verschlingen wollen, denn die Art Informationen über dieses "Randthema" vermittelt zu bekommen, ist interessanter und sicher wirkungsvoller als jede Dokumentation. Auf mich hat sowohl der Ausgang der Entwicklung zwischen Thoralf und Elaine tiefen Eindruck hinterlassen, der wirklich zum Nachdenken anregt, als auch die fremde Kultur Arabiens, die ein ungekanntes Fernweh geweckt hat.
Bewertung: 
Literaturschock.de, Lucidique, 2007-03-25
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