Belletristik
Von A - Z
Serien
Kategorien
Rezensionen
Neuerscheinungen
Fach/Sachbücher
Von A - Z
Kategorien
Rezensionen
Hörbücher
Von A - Z
Kategorien
Rezensionen
Sonstige Literatur
Von A - Z
Kategorien
Rezensionen
Literaturverfilmungen
Von A - Z
Kategorien
Rezensionen
Autoren
Bi(bli)ografien
Interviews
Lesungsberichte
|
Autoren :: Interviews Literaturschock: Interview mit Frances G. Hill
Susanne Gerdom alias Frances G. Hill wurde 1958 geboren und arbeitete nach einer Buchhändlerlehre viele Jahre als Schauspielerin und Regisseurin, bevor sie sich dem Schreiben von Fantasy- und Science-Fiction-Werken widmete. Die Autorin lebt heute in Düsseldorf. [mehr zu Frances G. Hill] Literaturschock: Erzähle
doch erst einmal ein bißchen etwas über Dich (Familie,
Hobbies usw.)
Frances G. Hill: Ich
lebe in Düsseldorf, bin hier auch geboren, aber am
Niederrhein (in Rheinhausen) aufgewachsen und zur Schule
gegangen. Nach dem Abi habe ich eine Ausbildung zur Buchhändlerin
gemacht - das habe ich mir schon als Kind toll vorgestellt:
den ganzen Tag nur lesen .
Ganz so war's dann nicht ... ich bin dann
meiner zweiten großen Liebe neben dem Lesen gefolgt und
habe hier am Opernhaus angefangen. Natürlich weniger als Sängerin
- nicht mit _dieser_ Stimme! - sondern in der Kostümabteilung.
Da hab ich zuerst den Fundus verwaltet (Zehntausende von
Kostümen und Accessoires) und später in der Färberei
gearbeitet. Das war aber nur mein halbes Leben - die andere
Hälfte galt dem freien Theater. Ich habe gespielt,
inszeniert und ein paar Jahre mit drei FreundInnen ein
kleines Studiotheater geleitet.
Was noch? Ich lese immer noch gerne und viel
- auch wenn die Zeit dafür immer viel zu knapp ist, und
versorge meinen Zoo - zur Zeit vier Wellensittiche und
zwei kranke Tauben, die ich von der Straße und von
meinem Balkon aufgesammelt habe.
Ich bin Vegetarierin, esse für mein Leben
gerne gut und habe das Riesenglück, daß meine beste
Freundin eine Spitzenköchin ist.
Literaturschock: Wann und
wieso hast Du den Entschluß gefasst, "Ellorans
Traum" zu schreiben? War das schon immer ein Traum von
Dir?
Frances G. Hill: Nein,
eigentlich nicht. Ich war eher der Meinung, daß ich außer
dem täglichen Schreibkram - Briefen und so - nicht wirklich
schreiben kann. Ich habe mir als Kind und auch später zwar
immer selbst Geschichten erzählt, aber ich wäre nie auf
den Gedanken gekommen, sie aufzuschreiben. Der Impuls, mit
Elloran anzufangen, kam durch eine meiner
Theater-Freundinnen - die schrieb an einem Fantasy-Roman,
gab ihn mir zu lesen und das hat mich motiviert, mich auch
mal dranzusetzen. Ganz allein für mich, ohne den echten
Glauben daran, das auch fertigzuschreiben und ganz sicher
ohne Blick auf eine Veröffentlichung. Dazu haben mich erst
zwei Freundinnen regelrecht gezwungen. ;-)
Literaturschock: Wie war
das Gefühl, als Du "Ellorans Traum" veröffentlichen
konntest?
Frances G. Hill: Irre.
Unbeschreiblich. Ich habe den Brief von Heyne noch im
Treppenhaus aufgemacht und dann fast einen Herzschlag
bekommen. Danach hab ich dann noch vier Absagen von anderen
Verlagen bekommen - die haben mich natürlich gar nicht mehr
gekratzt. ;-)
Literaturschock: In einer
Rezension bei Amazon wird Dein Buch mit den Worten
"ruhig, mysteriös und sehr menschlich"
bezeichnet. Besser könnte ich es eigentlich nicht ausdrücken.
Wie kamst Du auf Deine Charaktere und überhaupt auf die
Idee, eine Fantasygeschichte zu schreiben, die sich doch
ganz deutlich von dem üblichen Einheitsbrei und dumpfen
Schlachtengetümmel abhebt?
Frances G. Hill: Schwierige
Frage. Zunächst einmal: Der übliche Fantasy-Einheitsbrei
interessiert mich als Leserin überhaupt nicht. Ich habe
mein ganzes Leben lang phantastische Literatur geliebt -
schon, bevor es das Etikett 'Fantasy' hier in Deutschland überhaupt
gab. Das heißt: ich habe recht viele gute Sachen gelesen,
ehe ich anfangen mußte, die echten Perlen aus dem plötzlich
in Massen veröffentlichten Müll zu sortieren.
Das hat mich sicherlich geprägt. Die
Figuren meines Romans begleiten mich in meiner Phantasie (in
wechselnder Gestalt, unterschiedlichen Umgebungen) schon
seit langem, ich bin nur nie vorher auf die Idee gekommen,
eine dieser Geschichten auch aufzuschreiben. Und natürlich
mag ich nur das schreiben, was ich auch selbst gerne lesen würde.
Zwischenmenschliche Beziehungen, Spiel mit Täuschungen,
'Verkleidungen', wechselnden Identitäten - das sind Themen,
die mich einfach anlachen. Als Leserin und als Autorin.
Schwertgefuchtel, Schlachten und heroischer Krimskrams
liegen mir einfach nicht. Aber zu dem Thema gibt es ja auch
genug andere SchreiberInnen ...
Literaturschock: Schreibst
Du nun bevorzugt Fantasy oder wird Dein Name irgendwann auch
in einem anderen Genreregal vertreten sein?
Frances G. Hill: Ich
mag auch ab und zu mal Ausflüge in die Science Fiction (ein
SF-'Krimi' liegt auf meiner Festplatte), aber meine Liebe
gehört der Fantasy.
Literaturschock: Wie
gehst Du vor, wenn Du ein neu Buch in Angriff nimmst? Wie
recherchierst Du dafür? Wie sieht Dein ganz normaler
Arbeitstag aus?
Frances G. Hill: Recherchieren
... Uhhh. Ich bin faul. Für "Ellorans Traum" hab
ich immerhin ein bißchen Literatur über Burgen gewälzt
und mich von einer Fachfrau zum Thema 'Unterricht im
Schwertkampf' coachen lassen. (Ich war dem Irrtum
aufgesessen, daß es hölzerne Übungsschwerter geben müßte
...)
Ansonsten: Ich sammele natürlich Material.
Bilder, die mir einfallen, Dialoge, Personen, Orte ...
alles, was mir irgendwie auf- oder einfällt. Das wandert
alles in kleine Notizbücher, völlig unsortiert, und wartet
darauf, wo es ins Konzept paßt. Hmmmm - Konzept. Also: Ich
mache mir vorher _kein_ Konzept. Die Romane entstehen und
entwickeln sich aus den Figuren. Ich habe natürlich, wenn
ich anfange zu schreiben, schon eine Kernidee ausgesponnen,
aber das heißt nicht, daß das letztlich auch auf dem
Papier landet. Es kann sich eine ganz andere Geschichte
daraus entwickeln (tut es auch meistens).
So zu schreiben, sich quasi von der
Geschichte selbst führen und überraschen zu lassen, wird
natürlich dann arbeitsintensiv, wenn man daraus eine runde
Sache mit Anfang, Mitte und vor allem einigermaßen
plausiblem Schluß machen will. Bisher hab ich das einigermaßen
im Griff gehabt - bis auf einen fast fertigen Roman, der
sich einfach nicht abschließen lassen will. Der ruht jetzt
und wartet auf eine Eingebung.
'Normale' Arbeitstage in dem Sinne, daß ich
nur schreiben konnte
(ach, wäre das SCHÖN!!) kenne ich leider nicht. Ich habe
immer neben meinen diversen Jobs schreiben müssen oder eben
an den Wochenenden (die aber dann nonstop - gerade mal mit
Pinkelpause ...)
Literaturschock: Wie
lange hast Du "Ellorans Traum" geschrieben?
Frances G. Hill: Drei Monate.
Inklusive Überarbeitung ...So schnell hab ich das danach
nie wieder hingekriegt, es war wirklich wie ein
Schreibrausch. Als hätte sich da jahrelang was angestaut,
was rausmußte.
Literaturschock: War es
schwer für Dich, dafür einen Verlag zu finden
Frances G. Hill: Nein, ich
habe riesiges Glück gehabt. Fünf Verlage (große! Ich
dachte, wenn schon, denn schon - und den nimmt sowieso
keiner) angeschrieben - und einer von ihnen hat drauf
genickt.
Literaturschock: Konntest
Du auf die Gestaltung (Cover, Titel) Einfluß nehmen?
Frances G. Hill: Ja und nein.
Der Covervorschlag von Heyne war okay, hat mir gleich
gefallen. Aber daran hätte ich andernfalls auch wenig ändern
können. Der Titel ist ein Vorschlag des Verlages, aber da
ich mich mit Titeln unendlich schwer tue, war ich sogar eher
dankbar dafür.
Literaturschock: Glaubst
Du, daß es in Zukunft für deutsche Autoren leichter werden
wird, einen Verlag für ihr Buch zu finden?
Frances G. Hill: Hmmm.
Ja, ich glaube schon. So langsam weicht die Position 'Nur
amerikanische AutorInnen sind gut verkäufliche AutorInnen'
doch ein wenig auf. Aber die Verlage sind da recht langsam
und vorsichtig. Es geht ja schließlich um Verkaufszahlen.
Literaturschock: Ist
Frances G. Hill Dein richtiger Name oder ein Pseudonym?
Frances G. Hill: Pseudo. Höchst
Pseudo. Als ich den Vertrag mit Heyne machte, legten die
noch Wert auf den amerikanischen Sound ... Inzwischen ist
das anders, heute würde ich unter meinem eigenen Namen veröffentlichen
können. Na ja, ich beginne mich inzwischen an das Pseudonym
zu gewöhnen.
Literaturschock: Arbeitest
Du derzeit schon wieder an einem neuen Projekt? Erzählst Du
uns etwas darüber?
Frances G. Hill: Ich
habe eine Trilogie an Heyne verkauft, die ursprünglich ein
einzelner Roman war - ich muß halt jetzt noch etwa
achthundert Seiten an die bereits existierenden achthundert
'dranflicken', damit es für drei Bücher reicht. (Trilogien
bzw. Serien verkaufen sich anscheinend besser als
Einzelromane ...)
Das ist jetzt das erste Mal, daß ich eine
Auftragsarbeit habe, und der Gedanke macht mir manchmal
schon Magenschmerzen. Was, wenn ich 'nen Schreibblock
kriege, mir nichts mehr einfällt, ich plötzlich nicht mehr
weiß, wie man einen Roman fertigschreibt ...
Aber andere schaffen das ja auch. Das ist
wahrscheinlich der entscheidende Unterschied zwischen einer
Hobbyschreiberin und einer, die Geld dafür bekommt.
Literaturschock: Hast Du
selbst einen Lieblingsautor und ein Lieblingsbuch?
Frances G. Hill: Hmm.
Eigentlich nicht. Oder, besser gesagt, eigentlich ziemlich
viele. Ich liebe Terry Pratchett. Wenn ich _so_ schreiben könnte
...Aber ich mag auch Mary Gentle, die süffige Barbara
Hambly (das ist so Sonntagsnachmittagslektüre), Neil Gaiman,
Dorothy Dunnett, Dorothy Sayers, Dianna Wynne Jones, Edith
Nesbit, Michael Bulgakow, E. Th. A. Hoffmann, Erich Kästner,
James Krüss, Isaac Asimov, Samuel Beckett, Stephen King,
Margery Allingham, Tove Jansson ... Eine unendliche Liste.
Frag mich morgen, und es sind neue Namen dazugekommen.
Literaturschock: Vielen
Dank, daß Du Dir die Zeit für die Fragen genommen hast!
Frances G. Hill: Hat
Spaß gemacht! © Literaturschock - 06.12.2001 |
Einkaufen bei Amazon
Specials
Magazin
Sonderberichte
Nützlich & interessant
Lustige Bücherwelt
Literaturtermine
Dialog
Leserunden mit Autoren
Großes Bücherboard
Kleines Bücherforum
Klassikerforum
Auf Facebook
Literaturschock
Leserunden.de
Klassikerforum.de
Service
FanShop
Newsletter
Links
Pressespiegel
Mediadaten
FAQ
Intern
Gästebuch
Kontakt
Statistik
Partner & Credits
Impressum
Sitemap
|