Specials :: Sonderberichte Bücherverbrennung
Sonderbericht zum 70. Jahrestag der
Bücherverbrennung durch die NSDAP
Fahrenheit 451 - Die Temperatur, bei der Papier verbrennt...
Zum letzten
Mal vor 70 Jahren loderten in Deutschland die Flammen und Heinrich Heine meinte
bereits beim Wartburgfest prophetisch: "Das war nur ein Vorspiel. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch
Menschen."

Hamburg, Kaiser-Friedrich-Ufer: Bücherverbrennung auf der Kundgebung der nationalsozialistischen "Studentenschaft" -
"Wider den undeutschen Geist" (15.5.1933).
Quelle: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin |
Die
von Hitler verteufelten Bücher...
Am 10.Mai 1933 drangen SA-Männer, NS-Studenten und Polizisten in öffentliche und private Bibliotheken in Deutschland ein, schleppten die von Hitler verteufelten Bücher auf die Straße und warfen sie auf einen Scheiterhaufen: 25.000 Bücher wurden in Berlin und anderen deutschen Hochschulstädten verbrannt.
Doch ist dies nur einer der "Meilensteine" der Bücherverbrennung.
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Der Begriff der Bücherverbrennung ...
... bezeichnet die "feierliche" Zerstörung eines Buches oder mehrerer Kopien oder anderen schriftlichen Materials durch Feuer. Die meist öffentlich durchgeführte Verbrennung wird normalerweise mit moralischen, politischen oder religiösen Einwänden zu begründen versucht. Doch nicht nur Bücher werden so vernichtet, sondern auch andere Medien wie Tonbänder, CDs und Videobänder.
Chronologie der Bücherverbrennungen
Was in Europa
nun fast niemand mehr glauben mag: Auch heute noch werden weltweit Bücher verteufelt und
verbrannt. In Vietnam wurden noch im Jahr 2002 religiöse Bücher verbrannt.
Doch nicht nur religiöse Schriften werden in der
Gegenwart verbrannt, sondern vermeintlich
antichristliche Werke - wie beispielsweise Harry
Potter Bücher 2001 in Amerika.
Geschichtliche Übersicht
der Bücherverbrennungen
Zum - hoffentlich - letzten Mal in
Deutschland...
...wurden vor fast genau 70 Jahren
Bücher verbrannt. Mit dem 30. Januar 1933 begann das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte: Die Machtergreifung Hitlers besiegelte das Ende der Weimarer Demokratie, die Politik der Gleichschaltung führte in die nationalsozialistische Diktatur.
Am 10. Mai 1933 schließlich wurden in ganz Deutschland die
Werke zahlreicher bekannter Schriftsteller von der
deutschen Studentenschaft unter dem Motto
"Deutsche Studenten marschieren wider den undeutschen
Geist" unter markanten Worten, den sog. "Feuersprüchen", verbrannt. Vor allem Schriften von marxistischen, pazifistischen, jüdischen und als „dekadent" gebrandmarkten
Autoren standen auf der "schwarzen Liste" -
eine Liste mit Titeln "verbrennungswürdiger
Literatur".
Zeitzeugen, Zitate & Gedichte
"Das war nur
ein Vorspiel. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."
(Heinrich Heine)
"Seit Bücher geschrieben werden, werden Bücher verbrannt.
Seit es die Erstgeburt gibt, gibt es, als Antwort, den Haß.
Und weil Geist, Glauben und Kunst nicht verkauft werden können, nicht für ein Linsengericht und um keinen Preis, wird Esau zum Kain, und Jakob stirbt als Abel. Der Neid, der kein Weg sieht, begibt sich auf den einzigen Ausweg: ins Verbrechen.
Und da die Sühne der Schuld zwar im Strafgesetzbuch folgt, nicht jedoch im Buch der Geschichte, muß künftig an die rechtzeitige Verhütung der Schuld gedacht werden."
(Erich Kästner)
Die Bücherverbrennung
Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen
Öffentlich zu verbrennen, und allenthalben
Ochsen gezwungen wurden, Karren mit Büchern
Zu den Scheiterhaufen zu ziehen, entdeckte
Ein verjagter Dichter, einer der besten, die Liste der
Verbrannten studierend, entsetzt, daß seine
Bücher vergessen waren. Er eilte zum Schreibtisch
Zornbeflügelt, und schrieb einen Brief an die Machthaber.
Verbrennt mich! schrieb er mit fliegender Feder, verbrennt
mich!
Tut mir das nicht an! Laßt mich nicht übrig! Habe ich nicht
Immer die Wahrheit berichtet in meinen Büchern? Und jetzt
Werd ich von euch wie ein Lügner behandelt! Ich befehle euch,
Verbrennt mich!
(Bertolt Brecht)
"Wer einen Menschen tötet, tötet ein vernünftiges Wesen, Gottes Ebenbild; aber wer ein gutes Buch vernichtet, tötet die Vernunft selbst, tötet das Ebenbild Gottes, sozusagen als Abbild."
(John Milton, Areopagitica 1644)
"Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können."
(Johann Nestroy: "Freiheit in Krähwinkel"; 1849; I,14)
"Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten sowie Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten."
(Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen;
Dezember 1948)
Susanne K., Mai 2003
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