V. S. Naipaul V(idiadhar) S(urajprasad) Naipaul wurde 1932 in Chaguanas auf Trinidad geboren. Seine Familie stammt direkt von indischen Einwanderern ab und zählte damit zu einer ethnischen Minderheit auf der Karibik-Insel. Durch seinen Vater, der selbst Journalist und Schriftsteller war, kam Naipaul bereits früh mit der Literatur in Verbindung und war sich recht schnell klar über seinen beruflichen Weg. Mit 18 Jahren verließ Naipaul Trinidad und begann in London ein Studium, das er 1953 abschloß. Seitdem widmet er sich - von einigen journalistischen Arbeiten in den 50ern für die BBC abgesehen - ganz dem Beruf des Schriftstellers. Obwohl Naipaul bis heute in England lebt, ist er ganz als kosmopolitischer Schriftsteller zu verstehen.
V.S. Naipaul verarbeitet in seinen Romanen und Novellen nicht nur die Identitätsfragen eines indischstämmigen Autors, der in der Karibik geboren wurde und in England lebt, sondern auch die zahlreichen Probleme in aller Welt, die er auf seinen Reisen z.B. nach Afrika, Australien oder in arabischen Länder erlebte.
Als einer seiner bedeutendsten Romane wird "Ein Haus für Mr. Biswas" gesehen, der 1961 erschien und Naipauls Ruhm begründete. Im Laufe der Jahre wandelte sich der humoristische Ton, den Naipaul in seinem Erstlingsroman "Der mystische Masseur" von 1957 noch anschlug, zu einer immer pessimistischeren Analyse der Folgen des Kolonialismus, wie etwa in dem Diktatorenroman "An der Biegung des großen Flußes" von 1979. Neben den sozialkritischen postkolonialen Romanen hat V.S. Naipaul auch zwei autobiographische Romane verfasst. Herauszuheben ist dabei sicher "Das Rätsel der Ankunft" von 1987. |