Adain ist ein Wiederkehrer, ein Dämon, der seine Form verändern kann, und der Einzige seiner Art, der die Schlacht von einst überlebt hat. Nachdem er jahrhundertelang die Lehren des Dämonenkönigs studiert hat, treibt ihn nun die Neugier aus der Tiefe. In Menschengestalt verschafft er sich Zutritt in jene zerstörte neue Welt, die nicht nur fremdartiges Leben erschaffen hat, sondern auch abscheuliche Gefahren. Und als Adain in den Besitz der wertvollsten Substanz der alten Zeit gelangt, sieht er den Moment für eine neue dämonische Invasion endlich gekommen.
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Am Ende der Zeiten
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Offizielle Literaturschock-Rezensionen
Zwei Jahrhunderte sind vergangen seit der "Weiß-Sagung" - die Apokalypse, die das Reich der Menschen und das Reich der Dämonen veränderte, verstümmelte. Fast vernichtete. Aber nur fast. Die Gefährlichkeit der Dämonen ist jedoch Geschichte, einzig als Abbilder ihres Selbst irren sie in der Aschewüste der Welt umher, gejagt von den wenigen Menschen, die noch übrig sind. In großen Wüstenschiffen gehen diese waghalsigen Menschlein auf Reise, um die Zerrbilder zu "binden" und gegen andere Menschen als Waffen einzusetzen. Doch ein echter Dämon ist noch übrig: Adain, der all die Jahrhunderte grüblerisch und lernend im Dämonenschlund verbrachte und sich aus allem heraushielt. Die Schwingungen des Krieges, die Wucht der Zerstörung war dennoch groß genug, dass sie alles aus sicherer Entfernung miterleben konnte. Nun entschließt sich Adain, der sich nicht immer für ein Geschlecht entscheiden kann, den Schlund zu verlassen und weiterzulernen. Tatsächlich gibt es auch auf einer fast zerstörten Welt noch so unendlich viele Dinge, die ein wissbegieriger Dämon erfahren kann.
Mit "Am Ende der Zeiten" liegt nun der dritte und letzte Teil der Dämonen-Trilogie vor und schon die ersten Zeilen entführten mich erneut in eine immer wieder verstörende, oftmals grausame und nur selten liebliche, dafür sexuell umso geladenere Welt. Tobias O. Meißner ist einer der wenigen Autoren, die es immer wieder schaffen, mit wenigen Zeilen die Bilder in meinem Kopf tanzen zu lassen. Humorvolle Dialoge
"Kannst du rennen?", fragte Adain ihn. "Wenn ich dich jetzt trage, sieht das wieder ziemlich unvorteilhaft für dich aus."
wechseln sich ab mit eindrücklichen Szenen
Er spürte die Gegenwart eines Todes, der so groß, überlegen und eindeutig war, dass man ihn nicht einmal mehr zu fürchten brauchte.
und geschickten Wortexperimenten:
"Müssen denn nicht alle Wesen aus dem Schlund das Wesen des Schlundes in sich tragen?"
Die Charaktere werden dieses Mal ein bisschen von Adain an die Wand gespielt, obwohl sich natürlich auch hier wieder Originale tummeln: Das Jüngelchen Koaron, das sich erst mal unter Beweis stellen muss. Das Mädchen Voy, dessen Lebensinhalt es ist, Freude zu spenden. Dereiferer, dessen Name Programm ist. Und natürlich treffen wir auch wieder auf ein paar alte "unkaputtbare" Bekannte. Die Beschreibung der Stadt Witercarz ist spektakulär. Großartig. Wahnsinn(ig). Schrecklich. Spannend. Traurig. Nicht nur die Beschreibung einer sehr besondere Stadt ansich, sondern auch das Danach.
Was bleibt nach der Lektüre? Ein zufriedenstellendes, nicht ganz so trostloses Ende wie beim Vorgänger und doch: Es ist, wie es immer ist. Die Menschen lernen nichts aus ihrer Vergangenheit. Nie. "Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." (George Santayana). Wie lange dauert es, bis Geschichte "vergessen" wird? 200 Jahre? 2000 Jahre? Vielleicht aber auch nur 20 Jahre. Erneut hat mir das Lesen eines Buches wunderbare Sätze und eindrückliche Momente beschert. Eine "Beste-Zitate-Sammlung" umfasste vermutlich 80% von "Am Ende der Zeiten" und doch war es immer wieder schrecklich zu lesen, wie Adain sich im Laufe des Buches veränderte.
Wie schon oft zuvor regte mich auch dieses Buch von Tobias O. Meißner zum Nachdenken an. Ständig trifft man auf Parallelen zwischen DämonSein und MenschSein. Was ist dämonisch? Was menschlich? Welche Spezies ist höher entwickelt, welche intelligenter? Und eine ganz große Frage, die ich mir vor allem gegen Ende des Buches gestellt habe: Was ist Mut? Bedeutet Mut, Ideale über Bord zu werfen, um zu überleben? Oder an den Idealen festhalten und dafür dann vielleicht zu sterben?
Da mich "Freiheit oder Finsternis" noch ein bisschen mehr umgehauen hat, müsste es hier leider einen kleinen Punktabzug geben. Trotzdem ist "Am Ende der Zeiten" der würdige Abschluß einer großartigen Trilogie und in der Gesamtheit jede einzelne Ratte wert.








































